{"id":2741,"date":"2017-01-16T15:18:53","date_gmt":"2017-01-16T15:18:53","guid":{"rendered":"https:\/\/neos-music.com\/?post_type=product&#038;p=2741"},"modified":"2023-05-22T23:01:14","modified_gmt":"2023-05-22T23:01:14","slug":"kalevi-aho-piano-works","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/neos-music.com\/en_us\/product\/kalevi-aho-piano-works\/","title":{"rendered":"Kalevi Aho: Piano Works"},"content":{"rendered":"<p>Infotext:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"infotext\">\n<p><b>FREIER FLUG DER FANTASIE<\/b><br \/>\nKlavierwerke von Kalevi Aho<\/p>\n<p>Unter den Komponisten unserer Zeit ist Kalevi Aho in handwerklicher Hinsicht wie auch bez\u00fcglich seiner klanglichen und formalen Fantasie ein Gigant. Obwohl international nicht so regelm\u00e4\u00dfig aufgef\u00fchrt wie einige seiner Kollegen, ist er heute ohne weiteres als Finnlands blendendster Symphoniker und Opernsch\u00f6pfer zu nennen.<\/p>\n<p>Aho wurde am 9. M\u00e4rz 1949 im s\u00fcdfinnischen Forsa geboren. Als Neunj\u00e4hriger lernte er Mandoline und Geige spielen, und seit dieser Zeit komponiert er auch. Als Heranwachsender liebte er die gro\u00dfen romantischen Symphoniker, und w\u00e4hrend der Schulzeit schrieb er mehrere Streichquartette und Sonaten f\u00fcr Violine solo sowie sein erstes Orchesterst\u00fcck \u2013 alles ohne jede Unterweisung, direkt aus dem H\u00f6ren heraus. Nach dem Abitur begann er ein Mathematikstudium und studierte gleichzeitig in Helsinki an der Sibelius-Akademie Komposition bei Einojuhani Rautavaara, dem vielseitigen, farbenreichen und technisch versierten Stilpluralisten, der mittlerweile als Finnlands popul\u00e4rster Symphoniker nach Sibelius gelten darf. Rautavaaras undogmatische Herangehensweise war ideal f\u00fcr Aho, der bez\u00fcglich des stilistischen Pluralismus seinen Lehrer bei weitem \u00fcberfl\u00fcgeln sollte. Schon 1969, im ersten Studienjahr, schrieb er seine Erste Symphonie, ein h\u00f6chst erstaunliches, von jugendlicher Genialit\u00e4t durchwehtes, vortrefflich gearbeitetes Werk von gro\u00dfer Anlage, das ihm sogleich den Durchbruch in seiner finnischen Heimat erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>Vollendete Beherrschung der Technik, insbesondere des gro\u00dfen Orchesters, und freier Flug der Fantasie sind Kennzeichen seines Schaffens, das sich von Werk zu Werk in extrem verschiedenen Facetten offenbart. Bis heute hat Aho sechzehn Symphonien komponiert, die als eine Art sch\u00f6pferischer Kernbestand seines \u0152uvres anzusehen sind. Als Opernkomponist ist er nicht weniger bedeutend, doch ist bislang noch keine seiner Opern auf CD erschienen, was auf die Verbreitung einen hemmenden Einfluss hat. Dabei ist gerade seine Opernproduktion von eminentem Interesse, ist er doch von Natur aus vor allem ein bildgewaltiger Musikdramatiker, hochbegabt in der suggestiven psychologischen F\u00fchrung und Ausleuchtung der agierenden Charaktere und Ereignisse sowie in der Zeichnung des Tragischen und Bizarren.<\/p>\n<p>Aho hat zudem eine gl\u00fcckliche Hand f\u00fcr zeitlos aktuelle und zugleich komplex anspruchsvolle Sujets, man denke nur an Werke wie Das Leben der Insekten oder Wenn wir alle ertrunken sind. \u00dcber all dem ist, neben drei avancierten Kammersymphonien, seine virtuose Kammermusik nicht zu \u00fcbersehen, in deren Zentrum die Serie von Quintetten f\u00fcr Bl\u00e4ser und Streicher in ganz unterschiedlich gemischten Besetzungen stehen (beispielsweise das klanglich und strukturell h\u00f6chst originelle Quintett f\u00fcr Altsaxophon, Fagott, Viola, Cello und Kontrabass von 1994, in welchem es, wie so oft bei ihm, \u00bbum elementare Gegens\u00e4tze geht, die unser Leben bestimmen: um Harmonie und Destruktivit\u00e4t, Freude und Verzweiflung, Gleichgewicht und Ungleichgewicht, Leben und Leblosigkeit\u00ab.)<\/p>\n<p>Als Symphoniker hat Aho alle der Gattung gerne auferlegten Grenzen gesprengt (insbesondere in den 1975\u201380 entstandenen Symphonien Nr. 5 und Nr. 6), hat mit seiner Vierten, Neunten und Zehnten Symphonie Werke geschaffen, die zum Substantiellsten z\u00e4hlen, was auf diesem Gebiet in unserer Zeit geschaffen wurde. \u00bbKatastrophen habe ich immer wieder komponiert. Aber ich habe keine katastrophischen Ideologien. Es gibt einfach so ungeheure Spannungen, etwas Heftiges muss dann passieren, und die Struktur kann daran zerbrechen. Das ist dann eine an ihrer Spannung \u203azerbrechende Form\u2039.\u00ab<\/p>\n<p>Der Cembalist und Pianist Andreas Skouras hat sich nun des Schaffens von Kalevi Aho angenommen und legt eine fulminante Einspielung der so vielgestaltigen wie unvorhersehbaren, so pianistisch grenz\u00fcberschreitenden wie inhaltlich und formal souver\u00e4n verwirklichten Musik f\u00fcr Klavier solo vor. Zu den einzelnen Kompositionen hat Skouras die folgenden Anmerkungen verfasst: \u00bbDie Klavierwerke von Kalevi Aho sind von seinem \u00fcberragenden orchestralen Denken durchdrungen. Die Polyrhythmik, die \u00dcberlagerung mehrerer Schichten verschiedener Geschehnisse und das sich einstellende Klangbild entsprechen oft dem eines gro\u00dfen Orchesters.<\/p>\n<p>Bestes Beispiel daf\u00fcr ist die Sonate von 1980. Dreis\u00e4tzig, in klar voneinander getrennten aber ohne Unterbrechung aufeinander folgenden Teilen, ist sie Ahos gewichtigstes Solowerk f\u00fcr Klavier. Den Keim der Entwicklung bilden die Intervalle der gro\u00dfen und kleinen Terz. Der erste Satz, eine Art Improvisation, stellt verschiedene Elemente kontrastreich gegen\u00fcber. Geheimnisvolle Girlanden wechseln sich mit rhythmisch unsteten Momenten, clusterartigen Akkorden und freien Melodien ab. Der zweite Satz, eine Toccata, geht an die Grenze des pianistisch Spielbaren. Der stringente Rhythmus verdichtet sich zunehmend durch die \u00dcberlappung von Stimmen und m\u00fcndet in eine Prestissimo-Coda, die nach wilden Cluster-Ausbr\u00fcchen und einer sich verlierenden Tonleiter mit dem Signal einer Terz den umfangreichen dritten Satz verk\u00fcndet \u2013 das eigentliche Herz des Werkes. Gro\u00df und getragen, einem Lamento gleich, orchestral angelegt mit luxuri\u00f6sen Bl\u00e4serakkorden auf der einen und streicherartigen Tremoli auf der anderen Seite, ist dies ein Musterbeispiel eines Klavierklangideals, wie es schon Liszt in vielen seiner Werke darzustellen versucht hat. Das Instrument wird nicht nur zu einem Orchester, sondern stellt die Apotheose des Klanges und des Ausdrucks dar.<\/p>\n<p>Solo II geh\u00f6rt der gleichnamigen Werkgruppe an, die sich wie ein roter Faden durch das kammermusikalische Schaffen des Komponisten zieht. Im Konzept \u00e4hnelt sie deutlich der Sonate. Die Form ist auch hier dreiteilig: Introduktion\u2009\/\u2009Improvisation \u2013 Schnell \u2013 Coda. Langsam. Doch r\u00fcckt hier mehr das solistische Moment in den Vordergrund, das Klavier bleibt Klavier, der Tradition gro\u00dfer Konzertsoli der Romantik folgend. Interessant ist die Tatsache, dass auch hier die Terz \u2013 gro\u00df, klein und \u00fcbereinandergeschichtet \u2013 den Ausgangspunkt des Werkes bildet und pr\u00e4gendes Intervall der Klangsprache bleibt. Der Wechsel und die Zusammenf\u00fchrung der beiden Intervalle vermitteln zwar den Eindruck von Bitonalit\u00e4t, doch gelingt es Aho, durch den Verzicht auf die Quinte und damit auf die Vervollst\u00e4ndigung der Akkorde in Dur oder Moll, geschickt der Dur-Moll-Tonalit\u00e4t als solcher zu entgehen und zeigt die Terzintervalle als zwei Seiten der gleichen M\u00fcnze.<\/p>\n<p>Die Sonatine ist ein sehr gelungenes Beispiel, dem als leicht geltenden gleichnamigen Genre Gewicht zu verleihen. Klassisch gehalten ist der erste Satz, eine rhythmisch markante Toccata, auf die ein dreistimmiges liedhaftes Andante folgt, das durch kurze choralartige Abschnitte unterbrochen wird. Das Werk schlie\u00dft mit einem Perpetuum mobile, das Elemente der ersten beiden S\u00e4tze aufgreift, miteinander kombiniert und somit \u00fcberzeugend einen Bogen \u00fcber das ganze St\u00fcck spannt.<\/p>\n<p>Auch Ahos erste ver\u00f6ffentlichte Klavierst\u00fccke aus dem Jahr 1971 zeugen von dem Versuch, die orchestrale Idee auf das Klavier zu \u00fcbertragen. Das erste St\u00fcck, Maestoso, beginnt mit m\u00e4chtigen Akkorden, erweitert sich im zweiten Teil um liegende Orgelpunkte und schlie\u00dft in der Illusion als St\u00fcck zu drei H\u00e4nden. Das zweite St\u00fcck, Tranquillo, ist ein ruhiger Choral, und das abschlie\u00dfende St\u00fcck, Maestoso, eine Studie in Oktaven und Komplement\u00e4rrhythmen.<\/p>\n<p>Das Allegretto, eine kleine Auftragskomposition, ist ein Spa\u00df \u00e0 la Schostakowitsch und ein ideales Zugabenst\u00fcck. Das Andante hingegen ist tats\u00e4chlich ein Orchesterst\u00fcck. Es wurde vom Komponisten aus dem ersten Satz seiner eigenen 4. Symphonie auf das Klavier \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Zu den fr\u00fchesten Kompositionen Ahos geh\u00f6ren die 19 Pr\u00e4ludien f\u00fcr Klavier aus den Jahren 1965\u201368, die der selbstkritische Komponist sp\u00e4ter zur\u00fcckzog. Gl\u00fccklicherweise stimmte er aber dieser CD-Ver\u00f6ffentlichung eines Querschnittes durch die Sammlung zu. Diese St\u00fccke sind nicht nur Zeugnisse der fr\u00fchen Entwicklung eines Hochbegabten, sie f\u00f6rdern eine erstaunliche Tiefe zutage und erweisen sich als deutliche Vorboten der sp\u00e4teren ureigenen Tonsprache Ahos. Gelegentliche N\u00e4he zu Brahms (Nr. 11 und Nr. 14) oder Chopin (Nr. 10) tut diesem Eindruck keinen Abbruch. Ihre Vielfalt macht sie zu einem faszinierenden Panoptikum der Ideen und H\u00f6reindr\u00fccke.<\/p>\n<p>Halla ist das finnische Wort f\u00fcr den \u00fcberraschenden ersten Frost im Herbst bzw. einen sp\u00e4ten Frost im Fr\u00fchling. Auch der gro\u00dfe finnische Dichter Eino Leino bediente sich dieses Begriffs f\u00fcr ein Gedicht. Doch Ahos einziges St\u00fcck f\u00fcr Violine und Klavier ist nicht als Programmmusik zu verstehen. Der Titel dient als Inspiration. Die Einleitung ist gravit\u00e4tisch gehalten (man denke an Solo II), der darauf folgende Teil flie\u00dfend und weich. Dabei erzielt Aho, der selbst Geiger ist, eine gewisse Ausgewogenheit im Auftreten der Instrumente, die gemeinsam ihre Gedanken formulieren und sich erg\u00e4nzen. Ein offener Kontrast wird bewusst vermieden\u00ab.<\/p>\n<p>Christoph Schl\u00fcren<br \/>\nAndreas Skouras<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Programm:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"tracks\">\n<p><b>Sonata<\/b>\u00a0(1980)\u00a0<b>16:35<\/b><\/p>\n<p>[01]\u00a0<b>1. Achtel 138<\/b>\u00a003:50<br \/>\n[02]\u00a0<b>2. Allegro molto \u2013 Prestissimo<\/b>\u00a003:15<br \/>\n[03]\u00a0<b>3. Tranquillo molto<\/b>\u00a009:30<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Solo II<\/b>\u00a0(1985)\u00a0<b>13:20<\/b><\/p>\n<p>[04]\u00a0<b>Tranquillo<\/b>\u00a003:22<br \/>\n[05]\u00a0<b>Allegro vivace<\/b>\u00a009:58<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[06]\u00a0<b>Halla<\/b>\u00a0for violin and piano (1992)\u00a0<b>08:15<\/b><br \/>\n<i>Welt-Ersteinspielung<br \/>\n<\/i>Anna Kalandarishvili, Violine<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Sonatina<\/b>\u00a0(1993)\u00a0<b>07:05<\/b><\/p>\n<p>[07]\u00a0<b>1. Toccata (Presto)<\/b>\u00a001:40<br \/>\n[08]\u00a0<b>2. Andante<\/b>\u00a003:33<br \/>\n[09]\u00a0<b>3. Prestissimo<\/b>\u00a001:52<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Three Small Piano Pieces<\/b>\u00a0(1971)\u00a0<b>04:45<\/b><\/p>\n<p>[10]\u00a0<b>1. Maestoso<\/b>\u00a002:34<br \/>\n[11]\u00a0<b>2. Tranquillo<\/b>\u00a001:02<br \/>\n[12]\u00a0<b>3. Maestoso<\/b>\u00a001:08<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Two Easy Piano Pieces for Children<\/b>\u00a0(1983)\u00a0<b>02:05<\/b><\/p>\n<p>[13]\u00a0<b>1. Allegretto<\/b>\u00a000:33<br \/>\n[14]\u00a0<b>2. Andante<\/b>\u00a001:33<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>19 Preludes<\/b>\u00a0(1965\u201368)\u00a0<b>21:36<\/b><\/p>\n<p>[15]\u00a0<b>No. 1 Tranquillo<\/b>\u00a001:50<br \/>\n[16]\u00a0<b>No. 2 Allegro vivace<\/b>\u00a000:49<br \/>\n[17]\u00a0<b>No. 5 Grave<\/b>\u00a003:51<br \/>\n[18]\u00a0<b>No. 9 Lento assai<\/b>\u00a002:10<br \/>\n[19]\u00a0<b>No. 10 Prestissimo<\/b>\u00a001:22<br \/>\n[20]\u00a0<b>No. 11 Andante<\/b>\u00a000:54<br \/>\n[21]\u00a0<b>No. 14 Grave<\/b>\u00a001:34<br \/>\n[22]\u00a0<b>No. 16 Moderato<\/b>\u00a002:03<br \/>\n[23]\u00a0<b>No. 17 Andante \u2013 Allegro \u2013 Adagio<\/b>\u00a003:02<br \/>\n[24]\u00a0<b>No. 18 Lento assai, esitante<\/b>\u00a002:58<br \/>\n[25]\u00a0<b>No. 19 Tranquillo<\/b>\u00a001:05<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gesamtspieldauer: 74:22<\/p>\n<p><b><a class=\"arcoma_glossarylink\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?content=Kuenstler\/Andreas_Skouras.php&amp;treplace=english%2Cgerman\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Andreas Skouras<\/a><\/b>, Klavier<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ibb-widget-root-1225717198\"><\/div>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Pressestimmen:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"press\">\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/klassikcom.gif?ssl=1\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2018 erschien dieser Artikel, in dem Dr. Hartmut Hein Andreas Skouras&#8216; Einspielung der Klavierwerke Kalevi Ahos mit der von Sonja Fr\u00e4kis aus dem Jahr 2014 vergleicht:\u00a0<a class=\"arcoma_editor_link\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?template=german-album-details.php&amp;content=Alben\/10915.php#\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/magazin.klassik.com\/reviews\/reviews.cfm?TASK=REVIEW&amp;RECID=32221&amp;REID=17601<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/logo_FonoForum.gif?ssl=1\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>08\/17<\/p>\n<p>Kalevi Aho (geb. 1949) ist vor allem als Sch\u00f6pfer von Orchesterwerken ein Begriff (16 Sinfonien!), sein \u0152uvre f\u00fcr Klavier ist vergleichsweise schmal geblieben. Seltsam angesichts der Qualit\u00e4t, die sich in Andreas Skouras&#8216; fast vollst\u00e4ndigem \u00dcberblick zeigt.<\/p>\n<p>Gewichtiges und Aphoristisches halten sich hier die Waage, auch insofern als Bedeutendes immer zug\u00e4nglich klingt und die \u201eKleinigkeiten\u201c unerwartete Abgr\u00fcnde \u00f6ffnen k\u00f6nnen. Das liegt nicht zuletzt an den so differenziert klangsinnlichen wie rhythmisch zupackenden Interpretationen von Skouras. Die dreis\u00e4tzige \u201eSonata\u201c (1980) und das \u201eSolo II\u201c (1985) verlangen alles, was ein avancierter Pianist an Virtuosit\u00e4t und expressivem Gestaltungsverm\u00f6gen aufbieten kann. Sie schwanken zwischen lyrischem Innehalten und vorw\u00e4rtstreibender Motorik, pr\u00e4sentieren schillernde harmonische Schwebezust\u00e4nde und orchestrales Denken in komplexer Rhythmik. Das Prestissimo der Sonate endet in heftigen Clusterentladungen, das raumgreifende Tranquillo molto beginnt mit stillen Klanginseln und m\u00fcndet in Liszt&#8217;schen Orchesterevokationen.<\/p>\n<p>Die Ersteinspielung des etwas altbackenen \u201eHalla\u201c f\u00fcr Violine und Klavier (1992) hingegen pr\u00e4sentiert eine elegisch-verkl\u00e4rte Zwiesprache in n\u00e4chtlichen Klangvaleurs.<\/p>\n<p>Auch die bescheidener angelegten St\u00fccke haben es in sich: Die \u201eThree Small Piano Pieces\u201c (1971) scheinen mit ausgebeinter Faktur und sardonischen Zwischent\u00f6nen Schostakowitsch die Ehre zu erweisen; die \u201eTwo Easy Piano Pieces for Children\u201c (1983) verstecken im lustigen Scherzo-Gewand bizarre Gewaltausbr\u00fcche.<\/p>\n<p>Bemerkenswert auch die \u201e19 Preludes\u201c (1965-68), die das enorme Talent des damals 16-j\u00e4hrigen Komponisten an den Tag legen. Der Zyklus ist zwar noch deutlich an sp\u00e4tromantische Vorbilder angelehnt, beinhaltet jedoch ungemein reife, ausdrucksstarke Eingebungen, die im \u201eGrave\u201c t\u00f6dlichen Ernst ausstrahlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><i>Dirk Wieschollek<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/logo_neue_musikzeitung.jpg?ssl=1\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>07 \/ 2017<\/p>\n<p>[&#8230;] &#8222;Sonata&#8220; (1980) und &#8222;Solo&#8220; (1985) verlangen alles, was ein avancierter Pianist an Virtuosit\u00e4t und expressivem Gestaltungsverm\u00f6gen so aufbieten kann. Das &#8222;Prestissimo&#8220; der &#8222;Sonate&#8220; endet in heftigen Clusterentladungen, das raumgreifende &#8222;Tranquillo molto&#8220; beginnt still und m\u00fcndet in Liszt&#8217;schen Orchesterevokationen. Auch die bescheidener angelegten St\u00fccke haben es in sich. [&#8230;] Andreas Skouras&#8216; Interpretationen sind klanglich differenziert und rhythmisch zupackend.<\/p>\n<p>Dirk Wieschollek<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/logo_diapason.jpg?ssl=1\" alt=\"\" \/><br \/>\n07 \/ 2017<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/10915_aho_diapason.jpg?ssl=1\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/logo_sz.jpg?ssl=1\" alt=\"\" \/><br \/>\n22.06.2017, SZ- Extra<\/p>\n<p><b>CD-Tipp<\/b><\/p>\n<p>Andreas Skouras beginnt seine spannende CD, die das Klavierwerk des 1949 geborenen renommierten finnischen Komponisten Kalevi Aho enth\u00e4lt, mit seinem gewichtigsten und in jeder Hinsicht anspruchsvollsten Werk, der \u201eSonata\u201c von 1980. Sie klingt kontrastreich und farbig wie ein riesiges dreis\u00e4tzigen Orchesterst\u00fcck. Er endet mit fr\u00fchen Pr\u00e9ludes des 16- bis 19-J\u00e4hrigen, die einen sch\u00f6nen Einblick in die Entwicklung des Musikers bieten und ein guter Einstieg f\u00fcr den H\u00f6rer sind. Dazwischen gibt es eine feine Sonatina (1993), witzige kleine St\u00fccke sowie \u201eHalla\u201c f\u00fcr Violine und Klavier.<\/p>\n<p>Klaus Kalchschmid<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infotext: FREIER FLUG DER FANTASIE Klavierwerke von Kalevi Aho Unter den Komponisten unserer Zeit ist Kalevi Aho in handwerklicher Hinsicht wie auch bez\u00fcglich seiner klanglichen und formalen Fantasie ein Gigant. Obwohl international nicht so regelm\u00e4\u00dfig aufgef\u00fchrt wie einige seiner Kollegen, ist er heute ohne weiteres als Finnlands blendendster Symphoniker und Opernsch\u00f6pfer zu nennen. 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