{"id":2744,"date":"2017-01-16T15:21:03","date_gmt":"2017-01-16T15:21:03","guid":{"rendered":"https:\/\/neos-music.com\/?post_type=product&#038;p=2744"},"modified":"2023-05-22T22:58:46","modified_gmt":"2023-05-22T22:58:46","slug":"ernst-helmuth-flammer-string-quartets-nos-4-5","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/neos-music.com\/en_us\/product\/ernst-helmuth-flammer-string-quartets-nos-4-5\/","title":{"rendered":"Ernst Helmuth Flammer: String Quartets Nos. 4 &#038; 5"},"content":{"rendered":"<p>Infotext:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"infotext\">\n<p><b>POLYPHONIE UND POLYMORPHIE ALS SEINSALLEGORIE<\/b><\/p>\n<p><b>Voyage \u00e9ternel de l\u2019oiseau de feu \u2013 Des Feuervogels Zeitreise<br \/>\n<\/b>Streichquartett Nr. 4 (1996\u2009\/\u200997)<\/p>\n<p>Der Film gehorcht als Kunstgenre einer Dramaturgie der Gleichzeitigkeit verschiedener Handlungs- oder Widerspiegelungsebenen. Gleich ihm lebt diese Komposition vom raschen Paradigmenwechsel verschiedener musikalischer Zeit- und damit Bewusstseinsebenen. Durch jenes rasche Umschalten bleiben alle Ebenen \u2013 ich nenne sie mal Schichten \u2013 immer latent vorhanden oder sogar pr\u00e4sent, auch wenn zuweilen im Hintergrund, kaum wahrnehmbar oder gar ganz weggetreten. Es folgt daraus eine Gleichzeitigkeit verschiedener Zeitebenen, Zeit\u00f6rter und Zeitgeschwindigkeiten bis hin zum \u00bbFluss der Zeit\u00ab, weiter die Gleichzeitigkeit verschiedener Seinszust\u00e4nde gleich der Zimmermannschen \u00bbKugelgestalt der Zeit\u00ab.<\/p>\n<p>Phasen der Stille, Teilzeiten ohne Grenze, Teilzeiten des \u00bbJenzeitigen\u00ab, des aus der Zeit flie\u00dfenden Klingens erscheinen gebrochen, Klangfl\u00e4chen hingegen zuweilen durch den \u00bbSt\u00f6renfried\u00ab Struktur, aus dem Hintergrund kommend, wieder einer Ordnung unterworfen, einer zahlhaften Ordnung strukturierter Zeitabl\u00e4ufe und dadurch mit einer Grenze versehen. Das Auskomponieren der Beschleunigung von wahrnehmbarer Zeit verunsichert das Zeitempfinden. Daraus erschlie\u00dfen sich viele Bedeutungsebenen, etwa jene von Beschleunigung als gesellschaftlich verdinglichtem Selbstzweck des \u00bbimmer mehr\u2026 immer schneller\u2026\u00ab; etwa jene von subjektiv empfundener Beschleunigung des Zeitgef\u00fchls, wenn wir \u00e4lter werden.<\/p>\n<p>Die Rolle des \u00bbSt\u00f6renfrieds\u00ab (Kurt Schwitters: \u00bbFehler im System\u00ab) \u00fcbernimmt stets einer der an der Auff\u00fchrung beteiligten Musiker, sich einander abwechselnd, mal st\u00f6ren mehrere Musiker gleichzeitig. Wir sind heute durch die Masse der auf uns eindringenden Reize, \u00bbdurch die Zeit gehetzt\u00ab, in Angst vor leiser Ereignislosigkeit, vor dem Dahinflie\u00dfen im ewigen Strom. Dementsprechend sind dieser Musik dynamische, kontinuierliche Entwicklungsprozesse im Sinne tradierten europ\u00e4ischen Musikverst\u00e4ndnisses bis auf kleine Ellipsen weitestgehend fremd. Ruhige Passagen und Klangteppiche im Hintergrund stehen zugleich f\u00fcr den abgekl\u00e4rten Zeitenbetrachter oder phasenweise f\u00fcr die Vision der Abwesenheit von Zeit.<\/p>\n<p>Die F\u00fclle gleichzeitiger Schichten verschleiert zuweilen die klare, gleich der Bogenform unseres Seins auf Symmetrie angelegte Form des St\u00fccks und dessen strenge Struktur, die in der komponierten Stille jedoch zu zerflie\u00dfen scheint, aufbrechend ins Unendliche.<\/p>\n<p>Die Zeitreise des Feuervogels, jenes stets neugierigen Wesens, stets auf Wanderschaft zu neuen Ufern, sich mit Verve auf das Neue st\u00fcrzend, unbek\u00fcmmert, das Risiko nicht scheuend, sondern es als Herausforderung suchend, meint die Obsession der Reise ins Unendliche, immer wieder hart unterbrochen durch den \u00bbSt\u00f6renfried\u00ab, doch schlie\u00dflich f\u00fcr immer ins Virtuelle, ins Offene aufbrechend.<\/p>\n<p><b>Abschiede<\/b><br \/>\nStreichquartett Nr. 5 (2002)<\/p>\n<p>Abschiede f\u00fcr Anton Webern<br \/>\nImpressionen des Abschieds<br \/>\nAbschiede in Mittersill<br \/>\nAbschiede f\u00fcr Jutta Philippi-Eigen<br \/>\nEine Hommage f\u00fcr diese wundervolle Frau<br \/>\nAbschiede aus Gutenzell<br \/>\nEiner der vielen Tode, den unsere Seele stirbt<br \/>\nAbschiede f\u00fcr Franz Schregle<br \/>\nEine Hommage f\u00fcr Anton Webern<br \/>\nAbschied von Jutta Philippi-Eigen<br \/>\nAbschied im Leben nicht nur durch den Tod<br \/>\nDennoch ist etwas durchgetrennt<br \/>\nAbschiede f\u00fcr das Anton Webern Quartett<br \/>\nVom Leib abgeschnitten<br \/>\nZerknallt, unwiederbringlich<br \/>\nAbschied von Asteria Fiore<br \/>\nDer Tod kommt furioso<br \/>\nOder zuweilen auch leise<br \/>\nIn jedem Falle unvorhergesehen wie hier<br \/>\nEine \u00dcberraschung<br \/>\nAbschied von G\u00e9rard Grisey<br \/>\nEin Wechsel, weg vom Gewohnten<br \/>\nAbschiede ins Licht<br \/>\nDem Gedenken an Jutta Philippi-Eigen<br \/>\nF\u00fcr Franz Schregle<\/p>\n<p>Sieben selbstst\u00e4ndige Abschnitte bestimmen das St\u00fcck, ganz ausgesparte alternieren mit lebhaften, jeder auf seine Art schmerzvoll, jeder Abschnitt ein St\u00fcck Trauerarbeit, verschieden in der Art, Abschied zu nehmen. Alle Abschnitte basieren auf einem gemeinsamen melodischen und harmonischen Material, welches in seiner Struktur symmetrisch angeordnet ist, gleichsam wie die Bogenform des Seins als Werden und Vergehen. Die Trauer evoziert strenge K\u00fchle, wie zu Beginn, aber auch Emotion und lebhaften Kampf, lebhaftes Ringen, nicht als Hadern zu verstehen, sondern durchaus als ein Sichf\u00fcgen. Der Tod kommt zuweilen auf sehr verschiedene Weise daher. Ist die Struktur dekomponiert, implodiert deren Dichte ins Innere als innere Einkehr.<\/p>\n<p>Jutta Philippi-Eigen war eine deutsche Mutter Theresa, die als \u00c4rztin ihr Leben in zuweilen gef\u00e4hrlichen Eins\u00e4tzen den geschundenen Menschen in Indien (Kalkutta) und Afrika verschrieb; sie war eine nicht weniger wundervolle musikalische Exegetin vorwiegend John Cages.<br \/>\nDer andere Widmungstr\u00e4ger, Franz Schregle, bedeutet mir sehr viel in seinem m\u00f6nchischen Leben, ein Mann von scharfem Intellekt, als Mensch von unendlicher G\u00fcte, als ruhender Pol und \u00fcber den Dingen schwebend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Zur Seinsallegorie<\/b><\/p>\n<p>Dass die \u00bbPolyphonie\u00ab und auch die \u00bbPolymorphie\u00ab in meinem Komponieren nahezu allgegenw\u00e4rtig sind, hat nach meinem Verst\u00e4ndnis sehr grunds\u00e4tzlich mit zwei Aggregaten unseres Seins zu tun, seiner Prozesshaftigkeit, d.h. seiner stetigen Ver\u00e4nderung und Wandlung, und seiner komplexen (polymorphen) Vielgestaltigkeit. \u00bbPolyphones\u00ab Komponieren ist in seiner Vielheit \u00bbkritisches\u00ab Komponieren in seiner Mannigfaltigkeit von aus dem musikalisch autonomen Prinzip abgeleiteten Semantiken. Meine inhalts\u00e4sthetischen Ans\u00e4tze sind stets aus der musikalischen Morphologie entwickelt und umgekehrt mit ihr kongruent. Aus jener Morphologie leitet sich im Grundsatz auch selbst bei textgebundener Musik der Gehalt her, der sich aus dem kompositorischen Umgang mit dem Text musikalisch immanent, also nicht aus dem Text selbst ergibt. Letzteres ist das radikalst m\u00f6gliche Desiderat eines musikalisch autonomen Prinzips in seiner konsequentesten und zugleich fruchtbarsten Form. Aus dem polyphonen Einsatz aller musikalischer Parameter, auch dem direkt polyphonisch-kontrapunktischen Verh\u00e4ltnis zweier unterschiedlicher Parameter, ergibt sich Polymorphie.<\/p>\n<p>In beiden Quartetten findet dieses Prinzip Anwendung, im 4. Quartett mehr als in Abschiede. Von dichten strettaartigen Refrains, stark vorw\u00e4rtsdr\u00e4ngend und von vielgestaltiger Engf\u00fchrungspolyphonie durchbrochen, sind die ruhigeren Teile der Formschicht \u00bbOffenes Rondo\u00ab (die andere ist eine Entwicklungsschicht!) von verschiedenen Fortschreitungsgeschwindigkeiten der Zeit bestimmt, die sich auch aus dem Grad der Materialisierung von Zeit ergeben, auch diese als Textur polymorph gestaltet. Der oft aus Lieget\u00f6nen bestehende Klangteppich ist im Hintergrund, zugleich die Tiefe des Raumes und das Ende von Zeit im unendlichen Raum der Eternit\u00e0 und des Universums allegorisch umschreibend, mal st\u00e4rker und mal weniger pr\u00e4sent, also verschieden real oder virtuell in seinem grunds\u00e4tzlich amorphen Materialisierungszustand. Seine gegen Schluss r\u00e4umlich stark zunehmend dominante Pr\u00e4senz, polymorph in der unendlich scheinenden Variationsbreite seiner Binnenstruktur, k\u00fcndet allegorisch mit dem Ende von Raum und Zeit zugleich vom niedergehenden Lebensbogen. Andererseits stehen diesem eine Vielzahl haptisch sehr pr\u00e4senter polyphon angelegter rhythmischer Mikrostrukturen gegen\u00fcber \u2013 abgeleitet aus einem allen gemeinsamen musikalischer Nukleus. Deren Verh\u00e4ltnis zu den anderen musikalischen Parametern ist stets polymorph. \u00c4hnliche polyphone Engf\u00fchrungsstrukturen sind in den Refrains zu finden, die sich zuweilen prozesshaft zu rhythmisch homophonen, fast hermetischen Passagen kollektivistisch zusammenschieben, das emanzipatorische Prinzip Individualit\u00e4t in Frage stellend.<\/p>\n<p>Das 5. Streichquartett basiert ebenso auf dem Prinzip Polyphonie und Polymorphie im Sinne der Vielgestaltigkeit der zu betrauernden Individuen. Am st\u00e4rksten wird das sichtbar im forciert vorw\u00e4rtsschreitenden IV. Abschnitt, indem sich vom Fugato \u00fcber die Engf\u00fchrung Strukturen fast bis zum Unisono zusammenschieben und wieder voneinander entfernen. Noch deutlicher wird dieses Prinzip im VI. Abschnitt \u00bbFurioso\u00ab, indem sich Trauer zum w\u00fctenden Kampf gegen das Unausweichliche eskapiert. Zun\u00e4chst strikt polyphon in weiter Lage gef\u00fchrt, auch in der Disposition der Dynamik und jener der Artikulation fugatoartig gef\u00fchrt, eine Stimme aus dem Kollektiv heraustretend, dann wieder durch eine andere dekonstruiert, vereinigen sich die Individuen prozesshaft zu einem Kollektiv, sowohl morphologisch als auch textorell, also auf polymorphe Weise, um sich hernach wieder voneinander zu entfernen, bevor sich im VII. Teil das Sein \u00fcber eine nach und nach retardierende streng polyphone Pizzicato-Struktur aus der Zeit verabschiedet, hervorragend interpretiert vom Jade Quartett.<\/p>\n<p>Ernst Helmuth Flammer<\/p>\n<p>Programm:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"tracks\">\n<p><b>Voyage \u00e9ternel de l\u2019oiseau de feu \u2013 Des Feuervogels Zeitreise<\/b>\u00a0String Quartet No. 4 (1996\/97)\u00a0<b>57:18<br \/>\n<\/b>[01]\u00a0<b>I<\/b>\u00a002:38<br \/>\n[02]\u00a0<b>II<\/b>\u00a006:22<br \/>\n[03]\u00a0<b>III<\/b>\u00a000:45<br \/>\n[04]\u00a0<b>IV<\/b>\u00a007:08<br \/>\n[05]\u00a0<b>V<\/b>\u00a000:42<br \/>\n[06]\u00a0<b>VI<\/b>\u00a003:54<br \/>\n[07]\u00a0<b>VII<\/b>\u00a000:45<br \/>\n[08]\u00a0<b>VIII<\/b>\u00a002:13<br \/>\n[09]\u00a0<b>IX<\/b>\u00a001:11<br \/>\n[10]\u00a0<b>X<\/b>\u00a002:09<br \/>\n[11]\u00a0<b>XI<\/b>\u00a001:16<br \/>\n[12]\u00a0<b>XII<\/b>\u00a001:53<br \/>\n[13]\u00a0<b>XIII<\/b>\u00a001:56<br \/>\n[14]\u00a0<b>XIV<\/b>\u00a002:22<br \/>\n[15]\u00a0<b>XV<\/b>\u00a008:30<br \/>\n[16]\u00a0<b>XVI<\/b>\u00a000:17<br \/>\n[17]\u00a0<b>XVII<\/b>\u00a006:47<br \/>\n[18]\u00a0<b>XVIII<\/b>\u00a006:32<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Abschiede<\/b>\u00a0String Quartet No. 5 (2002)\u00a0<b>17:33<\/b><br \/>\n[19]\u00a0<b>I<\/b>\u00a004:44<br \/>\n[20]\u00a0<b>II<\/b>\u00a001:59<br \/>\n[21]\u00a0<b>III<\/b>\u00a002:25<br \/>\n[22]\u00a0<b>IV<\/b>\u00a000:50<br \/>\n[23]\u00a0<b>V<\/b>\u00a001:25<br \/>\n[24]\u00a0<b>VI<\/b>\u00a002:09<br \/>\n[25]\u00a0<b>VII<\/b>\u00a004:01<\/p>\n<p>total playing time: 74:53<\/p>\n<p><b><a class=\"arcoma_glossarylink\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?content=Kuenstler\/Jade_Quartett.php&amp;treplace=english%2Cgerman\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Jade Quartett<\/a><br \/>\n<\/b>Hanlin Liang, Violine<br \/>\nHyunji You, Violine<br \/>\nIgor Michalski, Viola<br \/>\nShihyu You-Holz, Violoncello<\/p>\n<p><i>Welt-Ersteinspielung<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Pressestimmen:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"press\">\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/logo_klassik_com.png?ssl=1\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><b>&#8222;Hommage an Anton Webern&#8220;<\/b><\/p>\n<p>Am 13.1.2019 schrieb\u00a0Christiane Franke\u00a0auf\u00a0<a class=\"arcoma_editor_link\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?template=german-album-details.php&amp;content=Alben\/11618.php#\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.klassik.com<\/a>:<\/p>\n<p>Der Feuervogel ist ein magisches Wesen, das seinem F\u00e4nger Segen wie Unheil bringt. So erz\u00e4hlt es die Fabel. Der Freiburger Komponist Ernst Helmuth Flammer \u00fcberschreibt sein 4. Streichquartett mit &#8218;Des Feuervogels Zeitreise&#8216; und nutzt dieses Bild als Metapher f\u00fcr seine Reise in den nicht fassbaren unendlichen musikalischen Kosmos. Mit seinem 5. Streichquartett betreibt Flammer Trauerkultur nach dem Verlust von Menschen, die ihm etwas bedeuteten, und schafft gleichzeitig durch die amorphe Faktur eine Hommage an Anton Webern. Aus seiner umfassenden Werk-Erl\u00e4uterung spricht der Naturwissenschaftler wie der Philosoph Flammer, geleitet vom Drang, das Sein jenseits von Zeit und Raum zu begreifen.\u00a0(&#8230;) Das Jade Quartett besticht durch eine metronomisch messbare Akkuratesse und Pr\u00e4zision in der Wiedergabe.<\/p>\n<p><a class=\"arcoma_editor_link\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?template=german-album-details.php&amp;content=Alben\/11618.php#\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">lesen Sie hier die vollst\u00e4ndige Rezension<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/logo_musicweb.jpg?ssl=1\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Even for a diehard fan of string quartets like me, the two works presented here form a significant challenge. The German composer Ernst Helmuth Flammer eschews the traditional concept of a string quartet, opting instead for multi-movement and multi-faceted ideal instead. (&#8230;) The disc opens with the fifty-seven-minute long Fourth String Quartet. It is divided into eighteen short sections, which can themselves be divided into movements. The music is difficult, as it forgoes traditional melodic structures for a more intense rhythmic integrity. Short, almost mathematical phrases rather than recognisable tunes, which are not everyone\u2019s cup of tea. Even so, the progression of notes and rhythms make, if the listener is open to such music, an almost mesmeric work. (&#8230;)\u00a0The playing of the Jade Quartett is excellent. This is much-nuanced music. You have the feeling that they get everything that they possibly can out of it. The sound from the hybrid Super Audio CD is helpful, as every note rings true. I found the booklet essay, by Flammer himself, a little too in-depth and technical, but helpful in his descriptions of the works.<\/p>\n<p>Stuart Sillitoe, June 2017<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/logo_neue_musikzeitung.jpg?ssl=1\" alt=\"\" \/><br \/>\nJuni 2017<\/p>\n<p><b>Alte Meister &#8211; Neue Meister?<br \/>\n<\/b>Neue Musik auf neuen CDs, vorgestellt von Dirk Wieschollek<\/p>\n<p>[\u2026]<br \/>\nDie Streichquartette von Ernst Helmuth Flammer wurzeln in ihrer Feinnervigkeit und Ausdrucksintensit\u00e4t geradezu musterg\u00fcltig im Ethos der Gattung.<br \/>\nDie &#8222;Voyage eternel de l&#8217;oiseau de feu&#8220; (1996\/97) verk\u00f6rpert ein tiefsch\u00fcrfendes Streichquartett-Kompendium, das trotz gel\u00e4ufiger Klangtechniken keine Sekunde langweilt. Die expressive Bandbreite dieser &#8222;Zeitreise&#8220; in 18 Klangbildern kann Formen frenetischer Polyphonie und Expressivit\u00e4t oder irisierende Fl\u00e4chen mit feinen motivischen Zeichnungen beinhalten. Das Jade Quartett spielt auch das 5. Streichquartett &#8222;Abschiede&#8220; (2002), in seiner kristallinen Faktur eine Hommage an Anton Webern, mitrei\u00dfend pr\u00e4zise und intensiv.<br \/>\n[\u2026]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/logo_FonoForum-300.png?ssl=1\" alt=\"\" \/><br \/>\nJune 2017<\/p>\n<p>The NEOS label continues to venture where others refuse to (or no longer) tread with its third release devoted to music by Ernst Helmuth Flammer (b1949). Active as a conductor, lecturer and organiser (notably in his native Heilbronn), he has built a notable output of works which bear testimony to studies with Klaus Huber and Brian Ferneyhough.<\/p>\n<p>A questing approach to timbre and texture, allied to a complex temporal ground-plan, is evident in the<i>\u00a0Fourth String Quartet<\/i>\u00a0(1997). Its 57 minutes unfold over 18 sections that can be grouped into several larger &#8218;movements&#8216;, corresponding to an expanded sonata dialectic in terms of its change and return. The varying role of an antagonistic element recalls the quartet-writing of Elliott Carter; and if the Flammer lacks comparable wit or deftness, its seriousness of purpose cannot be gainsaid.<\/p>\n<p>Those coming to his music for the first time should start with the<i>\u00a0Fifth String Quartet<\/i>\u00a0(2002) which, though it may follow a not dissimilar formal trajectory, is considerably shorter, with expressive contrasts easier to assimilate in real-time. The composer&#8217;s epigraph underlines its starting point in the deaths of friends and associates, but these are not embodied in the actual content, which exhibits increasing animation before returning to its original impassiveness.<\/p>\n<p>Absorbing music that eschews easy concessions, though the Jade Quartet do all they can to project these works with vigour and insight. The SACD sound is as good as it gets in quartet terms but the composer&#8217;s own annotations are hardly accommodating to novice listeners.<\/p>\n<p>Richard Whitehouse<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/logo_FonoForum.gif?ssl=1\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Juni 2017<\/p>\n<p><b>Konzentration auf das Wesentliche<\/b><br \/>\nKammermusik-Neuerscheinungen im Dunstkreis von Jazz, Renaissance und Anton Webern<\/p>\n<p>[\u2026]<br \/>\nEine bis in feinste Klangfasern ausmodellierte, tiefsch\u00fcrfende Kammermusik ist auch Ernst Helmuth Flammer zu verdanken, dem viel zu wenig beachteten Komponisten. Seine Streichquartette demonstrieren in ihrer Dichte und Ausdrucksintensit\u00e4t geradezu musterg\u00fcltig die M\u00f6glichkeiten der Gattung. Die &#8222;Voyage eternel de l\u2019oiseau de feu \u2013 Des Feuervogels Zeitreise&#8220; (1996\/97) erscheint geradezu wie ein Kompendium expressiven Streichquartett-Spiels, und dennoch ist man bei allen gel\u00e4ufigen Flageoletts, Tremoli, Trillern, Stegger\u00e4uschen und Bogen-Exzessen keine Sekunde gelangweilt in dieser vielstimmigen Reise in 18 Klangbildern. Die Bandbreite dieses sehr polyfon gearbeiteten vierten Streichquartetts ist immens, es kann im Rahmen diskontinuierlicher Verl\u00e4ufe Formen frenetischer Expressivit\u00e4t annehmen oder \u00fcber irisierenden Fl\u00e4chen feine motivische Konturen auspr\u00e4gen. Das f\u00fcnfte Streichquartett &#8222;Abschiede&#8220; (2002) ist in seiner kristallinen Klarheit nicht zuletzt eine Hommage an Anton Webern. Das Jade Quartett spielt diese strukturell und expressiv geradezu perfekt ausbalancierte Musik mitrei\u00dfend pr\u00e4zise und intensiv.<br \/>\n[\u2026]<\/p>\n<p><i>Dirk Wieschollek<br \/>\n<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infotext: POLYPHONIE UND POLYMORPHIE ALS SEINSALLEGORIE Voyage \u00e9ternel de l\u2019oiseau de feu \u2013 Des Feuervogels Zeitreise Streichquartett Nr. 4 (1996\u2009\/\u200997) Der Film gehorcht als Kunstgenre einer Dramaturgie der Gleichzeitigkeit verschiedener Handlungs- oder Widerspiegelungsebenen. Gleich ihm lebt diese Komposition vom raschen Paradigmenwechsel verschiedener musikalischer Zeit- und damit Bewusstseinsebenen. 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