{"id":2933,"date":"2013-04-30T17:39:57","date_gmt":"2013-04-30T17:39:57","guid":{"rendered":"https:\/\/neos-music.com\/?post_type=product&#038;p=2933"},"modified":"2023-01-09T19:19:12","modified_gmt":"2023-01-09T19:19:12","slug":"joerg-widmann-piano-works","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/neos-music.com\/en_us\/product\/joerg-widmann-piano-works\/","title":{"rendered":"J\u00f6rg Widmann: Piano Works"},"content":{"rendered":"<p>Infotext:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"infotext\">\n<p><b>KLAVIERWERKE VON J\u00d6RG WIDMANN<\/b><br \/>\nDas Gespr\u00e4ch mit J\u00f6rg Widmann f\u00fchrte Markus Fein<\/p>\n<p><i>Lassen Sie uns das Gespr\u00e4ch mit der \u00e4ltesten Klavierkomposition auf dieser CD er\u00f6ffnen, den \u00bbFleurs du mal\u00ab aus dem Jahr 1996\/97. Kein vorsichtiges Herantasten an die traditionsreiche Gattung der Klaviermusik. Sie gehen, so scheint es mir, gleich aufs Ganze und suchen den musikalischen Grenzgang \u2013 das Klavier wird in riskante Grenzbereiche gef\u00fchrt.<\/i><\/p>\n<p>Die\u00a0<i>Fleurs du mal<\/i>\u00a0sind sicherlich eine Art Endspiel und leben von der pianistischen Entfesselung. Das Ohr muss in dem St\u00fcck sehr schnell sein, denn der Gestus wechselt oftmals abrupt: kurz aufflackernde, punktuelle Musik hier \u2013 dort die perlende Oberfl\u00e4che. Diese klangliche Ideenvielfalt wird allerdings durch eine strenge Form geb\u00e4ndigt.<\/p>\n<p><i>Im Untertitel bezeichnen Sie die \u00bbFleurs du mal\u00ab als \u00bbKlaviersonate nach Baudelaire\u00ab \u2026<\/i><\/p>\n<p>\u2026 eben weil mich ein Spannungsfeld fasziniert hat: Baudelaire, dieser Meister der Delirien und des Vision\u00e4ren, gie\u00dft seine Texte vom B\u00f6sen in eine exemplarisch klassische Form: die Sonettform. Genau diese Polarit\u00e4t findet eine Entsprechung in meiner Komposition. Mich hat damals nat\u00fcrlich auch die \u00e4sthetische Grundausrichtung der\u00a0<i>Fleurs du mal<\/i>\u00a0von Baudelaire interessiert: das Sch\u00f6ne im B\u00f6sen. Ich musste diese Gedichte immer und immer wieder lesen \u2013 sicherlich auch, weil ich mich in diesen Texten wieder gefunden habe. Es war dann eine enorme Herausforderung, diese giftigen gr\u00fcnen D\u00e4mpfe der Literatur in den Klavierklang zu \u00fcbersetzen. Das Klavier erschien mir anfangs viel zu konkret f\u00fcr dieses schwebend Ungenaue.<\/p>\n<p><i>Beziehen Sie sich in Ihren \u00bbFleurs du mal\u00ab auf einzelne Baudelaire-Gedichte?<\/i><\/p>\n<p>An einer wichtigen Stelle zitiere ich die erste Verszeile aus dem Gedicht\u00a0<i>Albatros<\/i>. Der Text ist in die Noten hineingeschrieben, vom Pianisten aber nur stumm zu lesen: \u00bbSouvent pour s\u2019amuser\u00ab. Der musikalische Rhythmus ist hier direkt von der Baudelaire-Stelle abgeleitet, aber das ist in dem St\u00fcck die Ausnahme. Ansonsten sp\u00fcre ich eher allgemein dem besonderen Sprachklang der Baudelaire-Gedichte nach. Im Gedicht\u00a0<i>Albatros<\/i>\u00a0ist von der B\u00f6sartigkeit der Matrosen die Rede, die sich \u2013 zu ihrem eigenen Am\u00fcsement \u2013 Albatrosse fangen und diese qu\u00e4len. Letztlich ist das Gedicht aber eine Metapher des K\u00fcnstlerdaseins, denn Baudelaire vergleicht den Albatros mit dem Poeten. Meine\u00a0<i>Fleurs du mal<\/i>\u00a0erz\u00e4hlen davon: Da fliegt jemand. Aber nicht mehr lange.<\/p>\n<p><i>Das bringt mich zu den \u00bbElf Humoresken\u00ab aus dem Jahr 2007, denn auch hier beschreiben Sie einen Absturz. Der letzte Satz, \u00bbMit Humor und Feinsinn\u00ab, beginnt zart-poetisch, mit fernen Kl\u00e4ngen, die man wie hinter Milchglas h\u00f6rt. \u00dcber der Musik liegt ein melancholischer Schleier \u2013 bis dieser weggerissen wird und die Musik in einen j\u00e4hen Abgrund st\u00fcrzt.<\/i><\/p>\n<p>Ja, in diesem St\u00fcck geht etwas kaputt \u2013 eine zerst\u00f6rte Spieluhr, ein krankes Glockenspiel. Der Absturz bahnt sich jedoch schon fr\u00fch in diesem Satz an: Eine Note bleibt h\u00e4ngen, die Musik l\u00e4uft ins Leere, die Musik verschwimmt \u2026 F\u00fcr mich erscheint es zwangsl\u00e4ufig, dass die Musik in einer Art Katastrophe endet.<\/p>\n<p><i>Erz\u00e4hlen Sie bitte von den anderen S\u00e4tzen!<\/i><\/p>\n<p>Es sind Charakters\u00e4tze, ganz im Sinne der Charakterst\u00fccke von Robert Schumann, auf den die\u00a0<i>Elf Humoresken<\/i>\u00a0unmissverst\u00e4ndlich verweisen. In den Humoresken sp\u00fcre ich den Schumannschen Gesten auf meine mir eigene Weise nach: im dritten Satz, \u00bbAnfangs lebhaft\u00ab, dem fiebrig-nerv\u00f6sen Schumann-Ton, der im Verlauf jedoch regelrecht ausgebremst wird. \u00bbLied im Traume\u00ab reflektiert die Schumannschen\u00a0<i>Geistervariationen<\/i>\u00a0\u2013 so kurz wie es ist, ein hoch riskantes St\u00fcck Musik. Gegen das originale Es-Dur ist ein hohes\u00a0<i>A<\/i>\u00a0schroff gesetzt. Schumann h\u00f6rte in seinen letzten Lebensjahren einen Tinnitus-Ton auf\u00a0<i>A<\/i>. Er muss ihn f\u00fcrchterlich gequ\u00e4lt haben \u2013 bei einem St\u00fcck in Es-Dur! Diese Stelle ist aber das einzige richtige Zitat, das mir bewusst ist. Mir ging es nicht um eine vordergr\u00fcndige Schumann-Hommage.<\/p>\n<p><i>Ich habe ohnehin den Eindruck, dass Sie hier eine Musik geschaffen haben, die unter der Maskerade einer \u00bbHumoreske\u00ab, vielleicht auch unter dem Deckmantel Schumanns, sehr ernste und sehr pers\u00f6nliche Themen ber\u00fchrt.<\/i><\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn Sie die Musik so wahrnehmen. Sehen Sie: Auch bei Schumann gibt es Zitate oder direkte Bez\u00fcge. Da kann jeder sagen: Ah, hier ist das Zitat! Sch\u00f6n und gut, aber warum zitiert denn Schumann diese Stelle? Und dramaturgisch wo? Was hat er damit gemeint? Wie waren seine pers\u00f6nlichen Umst\u00e4nde? Mich interessiert diese zweite Ebene.<\/p>\n<p><i>Machen wir einen Sprung zur\u00fcck ins Jahr 2001, zum gerade mal etwa 90 Sekunden langen \u00bbFragment in C\u00ab \u2026<\/i><\/p>\n<p>\u2026 das meinem ehemaligen Kompositionslehrer Wilfried Hiller zum 60. Geburtstag gewidmet ist. Was kann ich mit dem Ton\u00a0<i>C<\/i>, mit einem C-Dur-Akkord machen? Ich habe bei Wilfried Hiller genau \u00fcber solche Fragen nachgedacht. Bei ihm lernte ich, T\u00f6ne wegzulassen. Das\u00a0<i>Fragment in C<\/i>\u00a0ist davon inspiriert. Eigentlich ist es ein Oberton-St\u00fcck \u00fcber den Ton\u00a0<i>C<\/i>, mit einigen sehr seltsamen Akkorden zu C-Dur. Mir gef\u00e4llt an dem St\u00fcck das Offene, das Fremdartige \u2013 all das erw\u00e4chst aus einem einfachen Klang in\u00a0<i>C<\/i>.<\/p>\n<p><i>Das St\u00fcck wird durch einen wuchtigen Schlag auf den Klavierkorpus er\u00f6ffnet, der in einem Echoraum nachklingt. Dieses Prinzip wird in der \u00bbToccata\u00ab, die Sie ein Jahr sp\u00e4ter komponierten, wichtig.<\/i><\/p>\n<p>Ganz genau. Anschlagen \u2013 Nachklingen. Beide Ebenen sind in vielen Varianten auskomponiert. Dem H\u00f6rer dr\u00e4ngen sich nat\u00fcrlich die drastischen Anschlagsformen auf, das \u00bbtoccare\u00ab des Pianisten: die schnellen Repetitionen, das Anrei\u00dfen der Akkorde, erst recht das Schlagen des Klavierdeckels. Ich w\u00fcrde mir aber w\u00fcnschen, dass man auch in die Nachkl\u00e4nge hineinh\u00f6rt.<\/p>\n<p><i>Das St\u00fcck ist als Auftragskomposition des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD entstanden.<\/i><\/p>\n<p>Es l\u00f6ste bei der Urauff\u00fchrung eine harsche Reaktion beim Publikum aus. Ich erinnere mich, wie die Preistr\u00e4gerin Irene Russo auf die B\u00fchne ging, als wollte sie zur Exekution schreiten. Da sa\u00df eine hungrige L\u00f6win am Klavier und schleuderte, ja peitschte den Klang aus dem Klavier heraus. Es herrschte eine ungemein explosive Atmosph\u00e4re im M\u00fcnchner Herkulessaal.<\/p>\n<p><i>Die \u00bbLichtstudie III\u00ab ist nur wenig sp\u00e4ter komponiert, und atmet doch eine v\u00f6llig andere Luft. Ein introvertiertes, beklemmendes St\u00fcck in meinen Ohren.<\/i><\/p>\n<p>Ich suchte damals nach einem anderen Ausdrucksideal, und es ist kein Zufall, dass ich mich von der Bildenden Kunst, den Raum- und Licht-Installationen von James Turrell, inspirieren lie\u00df. Die\u00a0<i>Lichtstudie<\/i>\u00a0ist auf der Suche nach dieser anderen \u00c4sthetik ein extremes St\u00fcck. Es ist ein Spiel der reinen Form, eine Studie \u00fcber Licht- und Schatteneffekte, auch \u00fcber Akkorde, die nach einem Filterprinzip Ton f\u00fcr Ton subtrahiert werden. Man w\u00fcnscht sich nach einer gewissen Zeit nichts sehnlicher als einen Befreiungsschlag oder einen Kontrast. Aber das St\u00fcck beharrt auf einer einzigen Idee und bleibt statisch. Daher r\u00fchrt die abgewandte Atmosph\u00e4re. Die\u00a0<i>Lichtstudie<\/i>\u00a0f\u00fchrt in beklemmende R\u00e4ume \u2013 und erm\u00f6glicht zugleich ein neues, kristallines H\u00f6ren. Man h\u00f6rt danach anders. So w\u00fcnsche ich es mir jedenfalls.<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Programm:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"tracks\">\n<p>[01]\u00a0<b>Fleurs du mal<\/b>\u00a0Piano Sonata after Baudelaire (1996\/1997)\u00a0<b>19:05<\/b><\/p>\n<p>[02]\u00a0<b>Fragment in C<\/b>\u00a0(2001)*<b>\u00a001:47<\/b><\/p>\n<p>[03]\u00a0<b>Toccata<\/b>\u00a0(2002)<b>\u00a009:34<\/b><\/p>\n<p>[04]\u00a0<b>Lichtstudie III<\/b>\u00a0(2002)\u00a0<b>16:53<\/b><\/p>\n<p><b>Elf Humoresken<\/b>\u00a0(2007)*\u00a0<b>22:36<br \/>\n<\/b>[05]\u00a0<b>1. Kinderlied<\/b>\u00a003:34<br \/>\n[06]\u00a0<b>2. Fast zu ernst<\/b>\u00a000:51<br \/>\n[07]<b>\u00a03. Anfangs lebhaft<\/b>\u00a002:32<br \/>\n[08]\u00a0<b>4. Waldszene<\/b>\u00a001:05<br \/>\n[09]\u00a0<b>5. Choral<\/b>\u00a002:36<br \/>\n[10]<b>\u00a06. Warum?<\/b>\u00a001:31<br \/>\n[11]\u00a0<b>7. Intermezzo<\/b>\u00a001:09<br \/>\n[12]\u00a0<b>8. Zerrinnendes Bild<\/b>\u00a002:04<br \/>\n[13]\u00a0<b>9. Glocken<\/b>\u00a000:59<br \/>\n[14]\u00a0<b>10. Lied im Tr\u00e4ume<\/b>\u00a000:46<br \/>\n[15]\u00a0<b>11. Mit Humor und Feinsinn<\/b>\u00a005:30<\/p>\n<p>total time 70:20<\/p>\n<p><b><a class=\"arcoma_glossarylink\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?content=Kuenstler\/Schulze_Jan_Philip.php&amp;treplace=english%2Cgerman\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Jan Philip Schulze<\/a><\/b>\u00a0piano<\/p>\n<p>* World Premiere Recordings<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Pressestimmen:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"press\">\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_anaclase.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>Il y a quelques mois, notre m\u00e9dia pr\u00e9sentait le passionnant enregistrement de Fabio Romano qui croise des opus de Robert Schumann \u00e0 deux pi\u00e8ces de J\u00f6rg Widmann. Paru en 2010 chez Wergo, le label des \u00e9ditions musicales Schott qui publie les partitions du compositeur bavarois, ce disque dessinait les arcanes d\u2019une filiation volontiers revendiqu\u00e9e, comme Mozart et Debussy [lire notre chronique du 25 novembre 2007 et du 11 septembre 2006] \u2013 r\u00e9f\u00e9rence tout r\u00e9cemment raviv\u00e9e par la cr\u00e9ation fran\u00e7aise du trio Es war einmal\u2026 par l\u2019auteur et ses amis Tabea Zimmermann et D\u00e9nes V\u00e1rjon [lire notre chronique du 11 mars 2016]. Tandis qu\u2019\u00e0 Palerme le pianiste vient d\u2019interpr\u00e9ter les Elf Humoresken, en cet avril qui fait f\u00eate \u00e0 cette musique (une dizaine d\u2019\u0153uvres seront jou\u00e9es au fil de vingt concerts \u00e0 Bamberg, Cologne, Dortmund, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Li\u00e8ge, Mannheim, Stuttgart, Vicence, Vienne, Zurich, etc.), il n\u2019est jamais trop tard pour revenir sur un CD coproduit par le Bayerischer Rundfunk et NEOS en 2013.<br \/>\nCette fois, le pianiste est Jan Philip Schulze, tant\u00f4t applaudi aux c\u00f4t\u00e9 du soprano Annette Dasch [lire notre chronique du 10 mars 2007], de d\u00e9fendre le r\u00e9pertoire pianistique du Munichois. On retrouve Fleurs du mal, grande page \u00e9chevel\u00e9e que concevait un musicien passionn\u00e9 par Baudelaire il y a vingt ans. \u00ab Ce fut un immense d\u00e9fi de traduire ces vapeurs vertes et empoisonn\u00e9es de la litt\u00e9rature en un monde sonore pianistique \u00bb, confie-t-il \u00e0 Markus Fein dans la brochure d\u2019accompagnement. Des jeux de rythmes \u00e9voquent par imitation certains vers particuli\u00e8rement embl\u00e9matique de cette intime pr\u00e9hension. Sous les doigts de Schulze, on retrouve l\u2019inspiration drue de cette m\u00e9ditation violente, pourrait-on dire, dans une lecture plus contrast\u00e9e qui souligne tant la tourmente romantique que le pressentiment symboliste [lire notre critique du CD de Romano].<br \/>\nLa pr\u00e9sente galette respectant l\u2019ordre chronologique, elle propulse l\u2019auditeur dans le tr\u00e8s bref Fragment en ut \u00e9crit en hommage fac\u00e9tieux \u00e0 Wilfried Hiller (autrefois professeur de composition de Widmann), pour ses soixante ans. En 2001, les effets de r\u00e9sonnances inhabituels que l\u2019on rencontre dans les pi\u00e8ces actuelles sont d\u00e9j\u00e0 de la partie. Tandis que s\u2019\u00e9chappe dans le lointain un salut \u00e0 la diaphan\u00e9it\u00e9 troublante, Toccata (2002) affirme au contraire une facture relativement explosive, cependant assez a\u00e9rienne dans cette interpr\u00e9tation. La m\u00eame ann\u00e9e appara\u00eet Lichstudie III qui, comme son titre l\u2019indique et malgr\u00e9 une attaque similaire \u00e0 Toccata, presque brute, trouve son envol dans la fr\u00e9quentation des arts plastiques \u2013 souvenez-vous, deux ans plus tard Widmann collaborait avec Anselm Kiefer pour la premi\u00e8re d\u2019An Anfang \u00e0 l\u2019Op\u00e9ra national de Paris [lire notre entretien et notre chronique du 13 juillet 2009]. Lichstudie III absorbe l\u2019\u00e9coute, l\u2019invite dans ses clairs-obscurs, sorte de palais int\u00e9rieur qu\u2019\u00e9rige l\u2019aust\u00e9rit\u00e9 des secrets. Voil\u00e0 dix-sept minutes proprement fascinantes!<br \/>\n\u00ab Il y a quelque chose qui se d\u00e9traque dans cette pi\u00e8ce \u2013 une bo\u00eete \u00e0 musique cass\u00e9e, un carillon malade \u00bb : ainsi J\u00f6rg Widmann d\u00e9crit-il Kinderlied (chanson d\u2019enfant), la premi\u00e8re de ses Onze Humoresques de 2007. \u00ab Je pars \u00e0 la recherche des gestes schumaniens \u00e0 ma mani\u00e8re toute personnelle \u00bb. Chemin d\u2019innocence qui s\u2019\u00e9gare, danger de l\u2019esprit de fantaisie (Intermezzo et Mit Humor und Feinsinn), emphase d\u2019un chant simple qui pourtant se renonce (Lied im Traume), intrusif presque-rien (Fast zu ernst), invocation comme improvis\u00e9e (Abfangs lebhaft), fragment de souvenir (Waldszene), m\u00e9lancolie naus\u00e9euse (Zerrinnendes Bild), obsession campanaire (Glocken), cataclysme \u00e0 la ligne claire (Warum ?), sfumato saupoudr\u00e9 d\u2019un glas fatigu\u00e9 (Choral), autant de d\u00e9clinaisons d\u2019un sujet indicible, croit-on, o\u00f9 l\u2019on admire la dynamique tr\u00e8s savante de Jan Philip Schulze. Ces deux pages (Lichstudie III et Elf Humoresken) constituent une plong\u00e9e sans filet dans l\u2019univers de J\u00f6rg Widmann.<\/p>\n<p><i>BB<\/i><\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_scherzo2.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n05.2014<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/10909-Scherzo-May-14.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_FonoForum.gif?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>04.2014<\/p>\n<p>[&#8230;] Die &#8222;Fleurs du mal&#8220; [&#8230;] kennzeichnen rauschhafte Fantastik und pianistische Entfesselung &#8211; ein melancholisches Delirieren, das Widmann mit der Sonatenform kollidieren l\u00e4sst. [&#8230;] &#8222;Lichtstudie III&#8220; (2002) markiert die andere Seite von Widmanns \u00c4sthetik: Eine entr\u00fcckte Klangmeditation, die sich auf wenige Ereignisse und deren Echor\u00e4ume beschr\u00e4nkt, akustische Inseln im Zustand konstruktiver Schwerelosigkeit &#8211; nur Farbe und Licht. Die &#8222;Elf Humoresken&#8220; (2007) k\u00f6nnten [&#8230;] Schumanns &#8222;Kinderszenen&#8220; entsprungen sein.<\/p>\n<p>Dirk Wieschollek<\/p>\n<p>Musik:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars4.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nKlang:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars4.gif?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_elartedelafuga.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>10\/2013,\u00a0<a class=\"arcoma_editor_link\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?template=german-album-details.php&amp;content=Alben\/109094.php#\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">S\u00e9mele N\u00famero 1<\/a><\/p>\n<p>Baudelaire, Schumann, el delirio, la fiebre y la visi\u00f3n, la belleza del mal, son nombres e ideas que subyacen en la m\u00fasica para piano del gran compositor y clarinetista alem\u00e1n J\u00f6rg Widmann, uno de los nombres fundamentales en la escena musical internacional en su doble faceta de inspirad\u00edsimo autor de una obra proteica y multiforme, y de virtuoso int\u00e9rprete para quien escriben los m\u00e1s respetados compositores.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_br_klassik.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n29.05.2013<\/p>\n<p><b>J\u00f6rg Widmann<br \/>\nKlavierwerke<\/b><\/p>\n<p>Es kann einem unheimlich werden mit Blick auf den umfangreichen Werkkatalog, zahlreiche Auff\u00fchrungstermine, Einspielungen mit namhaften Musikern, Auszeichnungen, vor allem aber auf sein leidenschaftliches und unerm\u00fcdliches Tun als Komponist, Klarinettist und neuerdings auch Dirigent. J\u00f6rg Widmann, der in diesem Sommer seinen 40. Geburtstag feiert, geh\u00f6rt zweifellos zu den erfolgreichsten deutschen Komponisten und Musikern seiner Generation.<\/p>\n<p>Beim Label NEOS ist nun eine CD mit Klaviermusik von ihm erschienen, aufgenommen vom Pianisten Jan Philip Schulze. F\u00fcnf Werke aus den Jahren 1996 bis 2007 hat Schulze eingespielt, die Widmanns vielschichtiges, vor Ideenreichtum nur so spr\u00fchendes und wandlungsf\u00e4higes Komponieren repr\u00e4sentativ h\u00f6rbar machen: &#8222;Fleurs du mal&#8220;, eine &#8222;Sonate nach Baudelaire&#8220; (1996\/97), &#8222;Fragment in C&#8220; (2001), &#8222;Toccata&#8220; (2002), &#8222;Lichtstudie III&#8220; (2002) und die &#8222;Elf Humoresken&#8220; (2007).<\/p>\n<p><b>Grenzenlose klangliche Vielfalt<\/b><br \/>\nAls Widmann 23j\u00e4hrig die Baudelaire-Sonate schrieb, lagen die nachfolgenden Klavierst\u00fccke noch vor ihm, die alle vom Interpreten \u00fcber die Tastatur hinausgehende Spieltechniken erfordern, wie etwa Flachhandschl\u00e4ge, Fingerglissandi, pr\u00e4parierte Saiten oder andere Aktionen ohne Beteiligung der H\u00e4mmer. &#8222;Ein einziger Impuls, ein einziges Intervall ist das &#8218;Thema&#8216; dieser Sonate&#8220;, so bemerkt Widmann, &#8222;die kleine (Moll-!) Terz. Sie bestimmt alle Strukturen des St\u00fccks von der kleinsten bis zur gr\u00f6\u00dften musikalischen Einheit.&#8220; Das liest sich jedoch schlichter, als sich die Musik tats\u00e4chlich entfaltet. Durchweg wechselt der Gestus abrupt: kurz aufb\u00e4umende, virtuose L\u00e4ufe, dann wieder perlende Oberfl\u00e4chen, innehaltende Pausen. Der klanglichen Vielfalt scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein.<\/p>\n<p><b>&#8222;Fiebrig-nerv\u00f6ser Schumann-Ton&#8220;<\/b><br \/>\nGanz anders das gerade mal 90 Sekunden lange &#8222;Fragment in C&#8220;, das Widmanns ehemaligem Kompositionslehrer Wilfried Hiller gewidmet ist. Das St\u00fcck wird mit einem wuchtigen Schlag auf den Klavierkorpus er\u00f6ffnet, der in einem Echoraum nachklingt. Es ist ein Oberton-St\u00fcck \u00fcber den Ton C, das sich im Nachklingen abspielt und punktuell Ber\u00fchrungspunkte mit der &#8222;Toccata&#8220; aufweist. Konkret auf Schumann, dessen Musik Widmann immer schon nachhaltig gepr\u00e4gt hat, verweisen die &#8222;Elf Humoresken&#8220;. Der &#8222;fiebrig-nerv\u00f6se Schumann-Ton&#8220; ist omnipr\u00e4sent, sei es im dritten Abschnitt &#8222;Anfangs lebhaft&#8220;, in dem dieser dann aber ausgebremst wird, oder im &#8222;Lied im Traume&#8220;, dem einzigen St\u00fcck mit richtigem Schumann-Zitat.<\/p>\n<p><b>Spannende H\u00f6rr\u00e4ume<br \/>\n<\/b>Dank der grandiosen Interpretation von Jan Philip Schulze, dem die Musik als langj\u00e4hrigem Wegbegleiter Widmanns sehr vertraut ist, bietet diese CD nicht nur einen ergiebigen Einblick in dieses Oeuvre, sondern \u00f6ffnet spannende H\u00f6rr\u00e4ume und\u00a0 -Dramaturgien aktueller Klaviermusik. Schulze spielt diese Musik nicht nur \u00e4u\u00dferst virtuos, sondern zugleich fesselnd und entfesselnd, gestaltet packend intime Momente und klangintensive Ballungen. Faszinierend!<\/p>\n<p><i>Meret Forster<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infotext: KLAVIERWERKE VON J\u00d6RG WIDMANN Das Gespr\u00e4ch mit J\u00f6rg Widmann f\u00fchrte Markus Fein Lassen Sie uns das Gespr\u00e4ch mit der \u00e4ltesten Klavierkomposition auf dieser CD er\u00f6ffnen, den \u00bbFleurs du mal\u00ab aus dem Jahr 1996\/97. Kein vorsichtiges Herantasten an die traditionsreiche Gattung der Klaviermusik. 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