{"id":3012,"date":"2011-07-20T14:29:19","date_gmt":"2011-07-20T14:29:19","guid":{"rendered":"https:\/\/neos-music.com\/?post_type=product&#038;p=3012"},"modified":"2022-11-21T14:15:07","modified_gmt":"2022-11-21T14:15:07","slug":"mieczyslaw-weinberg-symphony-no-6-sinfonietta-no-1-weinberg-edition-vol-1","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/neos-music.com\/en_us\/product\/mieczyslaw-weinberg-symphony-no-6-sinfonietta-no-1-weinberg-edition-vol-1\/","title":{"rendered":"Mieczys\u0142aw Weinberg: Symphony No.\u20096 \/ Sinfonietta No.\u20091 &#8211; Weinberg Edition Vol. 1"},"content":{"rendered":"<p>Infotext:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"infotext\">\n<p>[02]\u00a0<b>Das Geiglein<\/b><br \/>\n<i>Lev Kvitko<\/i><\/p>\n<p>Ein K\u00e4stchen habe ich zerbrochen,<br \/>\nEine kleine Truhe aus Sperrholz:<br \/>\nVon der Seite sieht das K\u00e4stchen<br \/>\nGanz wie ein Geiglein aus.<\/p>\n<p>An einem Zweiglein habe ich<br \/>\nVier H\u00e4rchen angebracht,<br \/>\nNoch niemand hat je<br \/>\nSo einen Bogen gesehen.<\/p>\n<p>Ich klebte und ich stimmte,<br \/>\nArbeitete Tag und Nacht,<br \/>\nHerausgekommen ist ein Geiglein<br \/>\nWie es kein zweites gibt!<\/p>\n<p>In meinen H\u00e4nden spielt<br \/>\nUnd singt es ganz gehorsam\u2026<br \/>\nSogar das H\u00fchnchen ist nachdenklich geworden<br \/>\nUnd pickt keine K\u00f6rner mehr.<\/p>\n<p>Und die Spatzen zwitschern,<br \/>\nSchreien durcheinander:<br \/>\n\u201eWelch einen Genuss<br \/>\nBedeutet doch diese Musik!\u201c<\/p>\n<p>So spiel doch, spiel, mein Geiglein!<br \/>\nTra-la, tra-la, tra-li!<br \/>\nMusik t\u00f6nt durch den Garten<br \/>\nUnd verliert sich in der Ferne.<\/p>\n<p>Das Katerchen hat den Kopf zur\u00fcckgeworfen,<br \/>\nDas Pferdchen galoppiert.<br \/>\nWoher kommt er? Woher kommt<br \/>\nDieser noch nie gesehene Geiger?<\/p>\n<p>Tra-la! Das Geiglein ist verstummt\u2026<br \/>\nVierzehn K\u00fccken,<br \/>\nPferdchen und Spatzen<br \/>\nDanken mir.<\/p>\n<p>Ich habe das kleine Geiglein<br \/>\nNicht zerbrochen und nicht beschmutzt,<br \/>\nIch trage es sorgsam<br \/>\nUnd werde es im Wald verstecken.<\/p>\n<p>Auf einem hohen Baum,<br \/>\nMitten in den Zweigen<br \/>\nSchlummert leise die Musik<br \/>\nIn meinem Geiglein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[04]<b>In rotem Lehm ist ein Graben ausgehoben<\/b><br \/>\n<i>Samuil Galkin<\/i><\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>In rotem Lehm ist ein Graben ausgehoben,<br \/>\nIch hatte einst einen Herd und ein Obdach\u2026<br \/>\nHier rauschten im Fr\u00fchling die G\u00e4rten<br \/>\nUnd im Winter wehten Schneest\u00fcrme,<br \/>\nDer saubere Schnee glitzerte wie Salz:<br \/>\nNun gibt es hier nur Blut und Schmerz.<\/p>\n<p>Wie von einem Donnerschlag<br \/>\nErbebte das Dach des Hauses.<br \/>\nDie T\u00fcr in meinem Haus stand sperrangelweit offen.<br \/>\nWehe meinem Haus!<br \/>\nEs ist nun der Gewalt ge\u00f6ffnet.<br \/>\nSie haben mein Blut mit Staub vermengt.<br \/>\nKinderweinen in n\u00e4chtlicher Finsternis<br \/>\nist der faschistischen Henker Fest!<\/p>\n<p>In rotem Lehm ist ein Graben ausgehoben<br \/>\nund bis an die R\u00e4nder gef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Unz\u00e4hlig sind die get\u00f6teten Kinder.<br \/>\nIhr Tod war schwer.<br \/>\nNicht vom Lehm ist der Graben rot.<br \/>\nDieser Graben ist ihr Haus und Obdach.<br \/>\nDort liegen sie bis heute<br \/>\nin der dunklen Grube, im roten Lehm.<\/p>\n<p>Jahr um Jahr vergeht.<br \/>\nBaum\u00e4ste werden hier ein Dach formen.<br \/>\nDer Schmerz wird nachlassen, die Klage verstummen,<br \/>\nFreude wird wie ein Regenbogen erstrahlen.<br \/>\nWieder werden Kinder wachsen.<br \/>\nSollen sie hier herumtoben,<br \/>\nDamit die Lebenden die im heiligen Grab<br \/>\nSchlummernden nicht vergessen.<\/p>\n<p>In rotem Lehm ist ein Graben ausgehoben.<br \/>\nIch hatte einst einen Herd und ein Obdach\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[05]\u00a0<b>Schlaft, Menschen<\/b><br \/>\n<b>Michail Lukonin<\/b><\/p>\n<p>Schlaft, Menschen,<br \/>\nruht euch aus.<br \/>\nIhr seid m\u00fcde.<br \/>\nErholt euch von der Liebe und der Plackerei.<br \/>\nDie Milchstra\u00dfe ist voll von Sternenschw\u00e4rmen.<br \/>\nEure Fenster<br \/>\nverbl\u00fchen wie Blumen.<br \/>\nEure H\u00e4nde haben genug gearbeitet und sind m\u00fcde,<br \/>\ndie Augen haben genug geschaut<br \/>\nund Funken verspr\u00fcht,<br \/>\nund die Herzen, m\u00fcde vor Freude und Qual,<br \/>\nzittern leise,<br \/>\nauf die Bremse tretend.<br \/>\nSchlaft, Menschen,<br \/>\nsolange die Nacht da ist.<br \/>\nHabt keine Angst, \u2013<br \/>\nder Tag wird erwachen und erneut leben.<br \/>\nSchlaft, Menschen.<br \/>\nDie Nacht ist so wundervoll.<br \/>\nRuht euch aus,<br \/>\nlegt eure Fersen, die wie \u00c4pfel aussehen, ab.<br \/>\nAlle Felder bei Moskau schlafen bereits.<br \/>\nDie Hauptstadt schl\u00e4ft,<br \/>\nsie schl\u00e4ft, die Wange auf die Hand gelegt.<br \/>\nSie regt auf<br \/>\ndurch die Sch\u00f6nheit<br \/>\nund G\u00fcte<br \/>\nunseres Lebens und bewahrt seinen Frieden.<br \/>\nErneut haben die Sterne die Wolga mit Licht \u00fcberflutet,<br \/>\nes wird Zeit, dass der Mississippi und der Mekong einschlafen.<br \/>\nDie Kinder im sich ausruhenden Russland schlafen.<br \/>\nStille, stille \u2013<br \/>\nweckt sie nicht bis zum Morgen.<br \/>\nSchlaft, Menschen, eingeh\u00fcllt in fr\u00fchmorgendlichen Schlaf,<br \/>\nruht euch aus<br \/>\nf\u00fcr die Arbeit<br \/>\nund das Spiel,<br \/>\nbindet die Weitstreckenraketen an einen Faden,<br \/>\nso als w\u00e4ren sie gr\u00fcne Luftballons.<br \/>\nDamit Kinder und \u00c4hren wachsen,<br \/>\ndamit ihr<br \/>\nim Tageslicht<br \/>\nund nicht in der Finsternis aufwacht, \u2013<br \/>\nschlaft, Menschen,<br \/>\nruht euch aus.<br \/>\nDie Sonne wird aufgehen<br \/>\nund Geigen werden vom Frieden auf der Erde singen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Bei der Weinberg-Retrospektive der Bregenzer Festspiele 2010 stand die szenische Urauff\u00fchrung seiner Oper \u00bbDie Passagierin\u00ab im Mittelpunkt, doch die Auff\u00fchrung von \u00fcber zwanzig weiteren Werken schuf einen Einblick in den unglaublichen Reichtum des \u0152uvres dieses vergessenen Komponisten. Weinberg f\u00fchlte sich zum Komponieren gezwungen, um damit sein \u00dcberleben vom Holocaust, als Einziger seiner Familie, zu rechtfertigen. Die dadurch entstandenen gro\u00dfartigen symphonischen und kammermusikalischen Werke sind voller Melancholie und Trotz. Wir danken NEOS daf\u00fcr, dass nun auch Andere an der Wiederentdeckung dieses inspirierten und wichtigen Komponisten teilhaben k\u00f6nnen.<\/i><\/p>\n<p align=\"right\"><i>David Pountney<\/i><\/p>\n<p><b>Symphonie Nr. 6<\/b>\u00a0in d-Moll f\u00fcr Knabenchor und Orchester op. 79 (1962\u20131963)<\/p>\n<p>Als nach Stalins Tod 1953 in der Sowjetunion eine \u00bbTauwetterperiode\u00ab anbrach, konnten sich die K\u00fcnstler etwas freier entfalten. Auch f\u00fcr den beim deutschen Angriff auf Polen in die Sowjetunion gefl\u00fcchteten polnisch-j\u00fcdischen Komponisten Mieczys\u0142aw Weinberg begann eine fruchtbare Zeit, die ihren H\u00f6hepunkt in den 1960er Jahren fand. Damals entstanden die Symphonien Nr. 6, 8 und 9. Sie verarbeiten den zur\u00fcckliegenden Krieg in gro\u00dfformatigen symphonischen Werken mit Chor. Beethovens Idee, Orchester und Chor zu einer gewaltigen \u00bbWeltsymphonie\u00ab zu b\u00fcndeln, hatte Gustav Mahler um 1900 fortgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ihm folgt Weinberg, wenn er in seiner 6. Symphonie von 1962\/63 vokale mit instrumentalen S\u00e4tzen vereint. Die riesige Besetzung umfasst etwa sechs H\u00f6rner und viel Schlagwerk. Weinberg, dessen Eltern und Schwester im Warschauer Ghetto starben, schrieb einmal: \u00bbViele meiner Werke haben einen Bezug zum Thema Krieg. Dass es so ist, beruht jedoch nicht auf einer freien Entscheidung, die ich getroffen h\u00e4tte. Die Befassung mit dem Thema Krieg ist mir vielmehr von meinem Schicksal und vom tragischen Schicksal meiner Familie auferlegt worden. Ich betrachte es als meine moralische Pflicht, \u00fcber den Krieg und \u00fcber die schrecklichen Dinge zu schreiben, die den Menschen in unserem Jahrhundert widerfahren sind\u00ab.<\/p>\n<p>Doch nicht nur der Zweite Weltkrieg, auch Judenverfolgungen und die eigene Verhaftung im Stalin-Regime m\u00f6gen die ernste Musiksprache beeinflusst haben. Am 12. November 1963 wurde das Werk in Moskau mit den Moskauer Philharmonikern und dem Knabenchor der Moskauer Chorschule unter Kyrill Kondraschin uraufgef\u00fchrt.<br \/>\nBereits die meditative Einleitung der 6. Symphonie k\u00fcndet von einschneidenden Erlebnissen, ausdrucksvoll stellt das Horn ein Lamento-Thema vor.<\/p>\n<p>Bezeichnend ist auch die Auswahl der drei Texte: Dem zweiten Satz ist ein Gedicht von Lew Kwitko (1890\u20131952) unterlegt, der j\u00fcdische Autor wurde 1952 vom russischen Geheimdienst innerhalb der Stalinistischen \u00bbS\u00e4uberungswellen\u00ab erschossen. Auch der vierte Satz basiert auf einem Gedicht des lange inhaftierten Schmuel Halkin (1897\u20131960). Nur das Finale verwendet einen regimetreuen Text des Volksschriftstellers Michail Lukonin (*1918). Das mittlere Gedicht erz\u00e4hlt ergreifend vom Nazi-Massaker an Juden 1941 bei Kiew \u2013 das auch Schostakowitsch in seiner zeitgleich entstandenen Babi-Jar-Symphonie zum Thema machte. Mit d\u00fcsteren Worten erinnert Halkin an die \u00bbSchreie der Kinder in der Nacht\u00ab.<\/p>\n<p>Die Besetzung der Symphonie mit einem Knabenchor gibt dieser Stelle ihre eindringliche Wirkung, doch auch die Dynamik macht diesen Teil spannungsvoll. Das herausfordernd wilde Scherzo verbindet die Bruckner-Mahler-Tradition mit Schostakowitschs sarkastischer Art. Bemerkenswert ist die polyphone Stimmf\u00fchrung, die Weinbergs Meisterschaft zeigt. Dass sich diese Symphonie zum Ende hin auflichtet, mag einer Anweisung des \u00bbSozialistischen Realismus\u00ab verpflichtet sein.<\/p>\n<p>Der Zuh\u00f6rer durfte nicht allzu niedergeschlagen den Saal verlassen, der von den russischen Streitkr\u00e4ften erk\u00e4mpfte Sieg und Friede sollte immer als Botschaft pr\u00e4sent bleiben. Weinberg verbindet den strahlenden und ruhigen A-Dur-Schluss zun\u00e4chst mit einer Erinnerung an den tristen ersten Satz. Doch die Hoffnung auf ein friedliches Leben bricht sich bei Weinberg die Bahn hin zum V\u00f6lker verbindenden Sonnenaufgang \u00fcber der Wolga, dem Mississippi und dem Mekong. Schlie\u00dflich singt eine einsame Violine \u00bb\u00fcber den Frieden auf Erden\u00ab.<\/p>\n<p>Ein wenig erinnert diese symbolische Verwendung der in der j\u00fcdischen Volksmusik so beliebten Geige auch an John Williams Soundtrack zu Steven Spielbergs Film Schindler\u2019s Liste. Schostakowitsch war von Weinbergs 6. Symphonie \u00fcbrigens tief beeindruckt und lie\u00df sie in seinem Unterricht am Leningrader Konservatorium analysieren.<\/p>\n<p><b>Sinfonietta Nr. 1<\/b>\u00a0in d-Moll op. 41 (1948)<\/p>\n<p>Es erscheint geradezu zynisch, dass Tichon Chrennikow vom sowjetischen Komponistenverband Mieczys\u0142aw Weinbergs erste Sinfonietta als \u00bbhelles optimistisches Werk [\u2026] des leuchtenden, freien Arbeitslebens des j\u00fcdischen Volkes im Lande des Sozialismus\u00ab bezeichnete.<\/p>\n<p>Das 1948 komponierte Werk entstand immerhin vor dem Hintergrund einer neuen Judenfeindlichkeit und Komponisten-Ma\u00dfregelung im Stalinismus. Doch der positive und verst\u00e4ndliche Charakter der Sinfonietta war der Regierung in diesem Fall \u00e4u\u00dferst genehm. Darin fand sich auch keine \u00bbmodernistische Musik\u00ab, f\u00fcr die Weinberg fr\u00fcher getadelt wurde. Dennoch komponierte er auch in diesem Werk fortschrittlich und auf der H\u00f6he der Zeit. Durch den einnehmenden Geist der j\u00fcdischen Volksmusik lenkt er vom raffinierten \u00bbFormalismus\u00ab ab.<\/p>\n<p>Oberfl\u00e4chlich betrachtet gibt sich die Sinfonietta Nr. 1 op. 41 als bravour\u00f6ses Orchesterst\u00fcck mit schmissigen Themen und wundervollen Kantilenen. Der Einbezug melodischer Besonderheiten wie \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Sekunden sorgen f\u00fcr den folkloristischen Einschlag. Instrumente wie Oboe, Violine und Horn werden solistisch hervorgehoben, so im langsamen Satz. Die Reprisen der beiden Ecks\u00e4tze sind clever verk\u00fcrzt und das Scherzo tendiert untypisch zu einem Variationensatz. Es mag Passagen geben, die an den befreundeten Dmitri Schostakowitsch erinnern.<\/p>\n<p>Auch dieser schaffte in mehreren Werken einen Spagat zwischen unterhaltsamem \u00dcberbau und tiefsinnigem Unterbau. Weinberg selbst lehnte jedoch stilistische Parallelen zum \u00bbgr\u00f6\u00dften Komponisten des 20. Jahrhunderts\u00ab ab und verwies auf eine mehr innere Verwandtschaft: \u00bbViele Leute glauben oder haben sogar geschrieben, ich sei Sch\u00fcler Schostakowitschs gewesen, was nicht der Fall war. Allerdings war die Schostakowitsch-Schule f\u00fcr meine k\u00fcnstlerische Arbeit von grundlegender Bedeutung.\u00ab<\/p>\n<p align=\"right\">Matthias Corvin<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Programm:<\/p>\n<p><b>Symphony No.\u20096<\/b>\u00a0op.\u200979 (1962\u20131963)\u00a0<b>44:11<br \/>\n<\/b>for boys\u2019 choir and orchestra<\/p>\n<p>[01]\u00a0<b>Adagio sostenuto<\/b>\u00a012:21<br \/>\n[02]\u00a0<b>Allegretto<\/b>\u00a007:24<br \/>\n[03]\u00a0<b>Allegro molto<\/b>\u00a007:14<br \/>\n[04]\u00a0<b>Largo<\/b>\u00a007:03<br \/>\n[05]\u00a0<b>Andantino<\/b>\u00a010:09<\/p>\n<p>Wiener S\u00e4ngerknaben<br \/>\nGerald Wirth, choirmaster<br \/>\nWiener Symphoniker<br \/>\nVladimir Fedoseyev, conductor<\/p>\n<p><b>Sinfonietta No.\u20091<\/b>\u00a0in d minor op. 41 (1948)\u00a0<b>22:47<\/b><\/p>\n<p>[06]\u00a0<b>Allegro risoluto<\/b>\u00a005:00<br \/>\n[07]\u00a0<b>Lento<\/b>\u00a008:08<br \/>\n[08]\u00a0<b>Allegretto<\/b>\u00a003:25<br \/>\n[09]\u00a0<b>Vivace<\/b>\u00a006:14<\/p>\n<p>Symphonieorchester Vorarlberg<br \/>\nG\u00e9rard Korsten, conductor<\/p>\n<p>total time: 66:59<\/p>\n<p><i>Live Recording<\/i><\/p>\n<p>Pressestimmen:<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_russisch.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n12\/2012<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/11125_25_51005_06_Russisch.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_musicweb.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n12\/2011<\/p>\n<p>These recordings are the first and second in what I hope will be a series emanating from the Bregenz Festival. The Festival also saw the stage premiere of Weinberg\u2019s opera\u00a0<i>The Passenger<\/i>\u00a0now enjoying an eight night run at the ENO. The ambitious\u00a0<i>Requiem<\/i>\u00a0was also performed.\u00a0<i>The Passenger<\/i>\u00a0(1967-8) is based on a disturbing story in which a former Auschwitz guard by chance meets one of \u2018her prisoners\u2019 on an ocean liner. The production is by David Pountney who supplies a brief preface to the notes for each of these NEOS CDs. There are to be other performances of\u00a0<i>The Passenger<\/i>\u00a0in Wielki Teatr, Warsaw and Teatro Real, Madrid. It\u2019s time has clearly come and surely a recording cannot be too far behind. There are six other operas as well as 22 symphonies and 17 string quartets.<\/p>\n<p>Weinberg, also shown in previous times in Russianised form as \u2018Moishe Vainberg\u2019 first emerged for many LP listeners in the 1970s on EMI-Melodiya ASD 2755. Kogan was the soloist in the Violin Concerto and Kondrashin conducted the Fourth Symphony. That coupling was reissued on CD on Olympia OCD622. Olympia, during the 1980s and until about 2003, issued a \u2018Vainberg Edition\u2019 the symphonic volumes of which numbered OCD471 (6, 10), OCD472 (7, 12), OCD589 (18, 19) and OCD590 (17). These are now difficult to find and\/or prohibitively expensive on ebay or Amazon. However they have been joined by a new generation of CDs from Chandos who have produced recordings of symphonies 1 and 7, 3, 4, 5, 14 and 16 as well as some of the concertos. Add to this harvest home the Northern Flowers CD of Symphony No. 1 and Alto\u2019s revivification of two Olympias of the chamber symphonies and Symphony No. 2. The Manchester-based Danel Quartet who also performed at the Bregenz Festival have a cycle of the quartets with CPO: The five CPO volumes of the Weinberg: String Quartets are: Volume 1: 7773132; Volume 2: 7773922; Volume 3: 7773932; Volume 4: 7773942; Volume 5: 7775662. The Piano Quintet is on a Nimbus disc.<\/p>\n<p>The Sixth Symphony &#8211; unlike the 17<i>th<\/i>\u00a0&#8211; is in five movements and is laid out for boys choir and orchestra. The choir sings three poems two of them being by dissenting poets. The last &#8211; used in the finale &#8211; deploys a poem that would have sung directly and compliantly to the Soviet regime. The words are not reproduced in the booklet which is a shame &#8211; a small shame. War and the holocaust arch over this music and over the eight and ninth symphonies. It should be borne in mind that the composer\u2019s parents and sister died in the Warsaw ghetto and that the symphony was contemporaneous with the Cuban missile crisis. The music is grave and serious however within this consistent intensity Weinberg\u2019s ideas range freely and in splendid and ear-intriguing variety. There\u2019s a suggestion of klezmer nostalgia at 9.00 in the first movement which ends with sustained strings and quiet intoning of the solo clarinet. The second movement sometimes recalls Orff and the Britten Spring Symphony. The singing is fine, soft yet incisive. Weinberg paints with a nuanced palette balancing furious and serene. There are however some garish moments where orchestra and choir have pari passu roles. The third orchestra-only movement is explosive with high-shrieking woodwind. This is raucously active writing suggestive of Shostakovich. It has a somewhat fugal character at times. It ends on a bell\u2019s resonance from which emerges the fourth movement. This is a Largo \u2013 bleak and high tensile \u2013 setting words by Shmuel Halkin on the subject of the Nazis\u2019 massacre of the Kiev Jews \u2013 a subject also addressed in Shostakovich 13 Babi Yar, written in 1962. Tenderness and sunlit misty fields float into vision. If you enjoy Britten Spring Symphony or the Mathias This Worldes Joie then this should appeal strongly. That said, its corrosive acid bites to the bone and deeper than either comparator work. This acerbic face is hardly softened by the optimism of many sections of V even if we are confronted with gentle invocatory hymns to a unity that arches over Volga, Mekong and Mississippi. Sun and mists mingle in seraphically murmured peace as the work closes.<\/p>\n<p>The four movement Sinfonietta No. 1 is in the outer movements brilliant, dynamic, ethnic and jolly. This is folk-inspired material with Prokofiev\u2019s sharp accent and a Khachaturian whirl. It\u2019s not a work of the profundity of the symphonies. Its arena is concerned with the enjoyably recreational. The second movement is more poetic and partakes of the same tributaries as the start of the finale of the Sixth Symphony. The jolly little Allegretto burbles smilingly in the first Klezmer echo \u2013 a touch of the dances of Kodaly. The Vorarlberg orchestra play it with \u00e9lan and with a temperate yield.<\/p>\n<p>Weinberg\u2019s symphonies 17-19 share a collective schema: The Threshold of War. All three were recorded in Soviet readings by Fedoseyev who has a long track-record of championing Weinberg and is also the dedicatee of the Symphony No. 17. It starts with concentrated, unglamorous, glowing string-writing. This is melancholy rather than morose, serious but laced with an apt drama and a generalised Semitic sway (7:03 in tr. 1). The second movement makes tense play of low-key fast-racing piano lines over which the woodwind quietly muses. There\u2019s a sense of urgency at one tier and of sorrowing reflection at the other. This gives way to gaunt exchanges between searingly imperious violins and brass figures. At 9.40 we hear Jan\u00e1\u010dek-like string shrieks and the suggestion of the Dies Irae. There\u2019s even a hammered-out Mars-like triple forte. At 4.03 in III there\u2019s a touching balletic nostalgia but always with a diluted acerbic accent. The finale is a 17 minute Andante only a minute shorter than the second movement Allegro Molto. This drifts undemonstratively and with pensive inclination. After about half the finale\u2019s length a more bleakly victorious tone is struck with fanfares bruited and sirened about. Then comes an almost prayerful intimate musing (12:00) that evolves a tenderness (14:30) touched in by the celesta. The symphony ends with a protesting and brilliantly scythed gesture.<\/p>\n<p>Live performances are preserved on these two discs so some coughs and atmosphere must be anticipated including the creak of chairs but without applause.<\/p>\n<p>NEOS use their usual card-fold format to present these two CDs.<\/p>\n<p>These recordings have been financed by the Institute that bears the name of the Polish poet and publisher Adam Mickiewicz (1798-1855).<\/p>\n<p>Neos will, I am sure, be giving us other provocative discoveries from Bregenz. The one most keenly anticipated is the Requiem which was played there on 1 August 2010.<\/p>\n<p>Two deeply serious but only occasionally grim symphonies and an entertaining Sinfonietta.<\/p>\n<p><i>Rob Barnett<\/i><\/p>\n<p><a class=\"arcoma_editor_link\" href=\"http:\/\/www.musicweb-international.com\/classrev\/2011\/Dec11\/Weinberg_v12_neos111256.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.musicweb-international.com\/classrev\/2011\/Dec11\/Weinberg_v12_neos111256.htm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infotext: [02]\u00a0Das Geiglein Lev Kvitko Ein K\u00e4stchen habe ich zerbrochen, Eine kleine Truhe aus Sperrholz: Von der Seite sieht das K\u00e4stchen Ganz wie ein Geiglein aus. An einem Zweiglein habe ich Vier H\u00e4rchen angebracht, Noch niemand hat je So einen Bogen gesehen. 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