{"id":3074,"date":"2010-09-10T15:56:00","date_gmt":"2010-09-10T15:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/neos-music.com\/?post_type=product&#038;p=3074"},"modified":"2023-01-09T17:34:09","modified_gmt":"2023-01-09T17:34:09","slug":"hermann-keller-schumann-metamorphoses-and-piano-sonatas","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/neos-music.com\/en_us\/product\/hermann-keller-schumann-metamorphoses-and-piano-sonatas\/","title":{"rendered":"Hermann Keller: Schumann Metamorphoses and Piano Sonatas"},"content":{"rendered":"<p>Infotext:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"infotext\">\n<p><b>SCHUMANN-METAMORPHOSEN UND KLAVIERSONATEN<\/b><\/p>\n<p>Hermann Keller komponiert nach wie vor \u00bbPartiturmusik\u00ab und r\u00fchrt, wenn er am Klavier improvisiert, immer wieder an den Schlaf wirklicher Entdeckung. Dass der leidenschaftliche K\u00fcnstler Widerparts braucht, um seiner Musik Echtheit und Vitalit\u00e4t zu verleihen, ist f\u00fcr ihn kardinale Voraussetzung kreativen Arbeitens. Techniken des Gestaltens mit Bedacht anzuwenden, ihnen immer neue Facetten abzuringen, selbstst\u00e4ndig Forschungen anzustellen \u00fcber Materialien, wie sie urspr\u00fcnglich klingen, in welchen Kontexten sie entstehen und auftreten, wie sie m\u00f6glicherweise zu verarbeiten w\u00e4ren, sind Kellersche Tugenden. Ferner die M\u00f6glichkeit, Spannungen auszukomponieren, die Dur-Moll-Spannungen etwa, die Spannungen der Schumannschen Kreuzrhythmik, die Spannungen, die im rhythmischen Fundus der europ\u00e4ischen und au\u00dfereurop\u00e4ischen Musikpraxis liegen.<\/p>\n<p><b>Keimbl\u00e4tter. Schumann-Metamorphosen f\u00fcr Klavier<br \/>\n<\/b>Direkte Schumann-Anverwandlungen sucht man in dem so unsteten wie h\u00f6chst schl\u00fcssigen Ablauf des St\u00fcckes vergeblich. Vielmehr findet Keller Gestaltenswertes hinter und zwischen ausgesuchten Strukturen Schumannscher Klaviermusik.\u00a0<i>Keimbl\u00e4tter<\/i>\u00a0pflegt \u2013 durchg\u00e4ngig verdeckt \u2013, mit markanten Rhythmen, Binnenstrukturen, figurativen Modellen (<i>Carnaval<\/i>\u00a0Nr. 8) umzugehen. Zudem klingen Schumannsche Artikulationsweisen und melodische Finessen an.<\/p>\n<p>Teil 1 exponiert einen Dreiklang, der durchs ganze St\u00fcck zu geistern scheint, aber nirgends recht existieren kann. Das geht bis zu seiner Vernichtung. Harmlos anfangs, wie derselbe erweitert, chromatisiert, zur Dissonanz gebracht wird, um hernach in ein pr\u00e4pariertes Umfeld zu fallen (Teil 2 und 3). Teil 4, ein Adagio, zitiert w\u00f6rtlich, \u2013 es ist die einzige Stelle im St\u00fcck \u2013 , vier T\u00f6ne von Schumann h\u00f6chst selbst, n\u00e4mlich aus\u00a0<i>Carnaval<\/i>, Nr. 8 \u00bbR\u00e9plique\u00ab (daraus die Nr. 3 der \u00bbSphinxes\u00ab, eine Bassfigur in Pfundnoten, die nicht mitgespielt wird). Die Noten erscheinen dreifach: gespielt auf Tasten, gezupft und abged\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Teil 6 bringt so etwas wie Akkordspiele in wechselnden Lagen und Farben. Virtuose Figurationen, die sich in Tontrauben und Einzelt\u00f6nen aufl\u00f6sen, h\u00e4lt Teil 7 bereit. Eine typisch Schumannsche Schlussformel findet sich \u2013 \u00fcberraschend \u2013 am Ende von Teil 8. Teil 11 aktiviert erstmals jene Schumannsche Gegenrhythmik (vgl. Presto-Intermezzo \u00bbPaganini\u00ab aus Nr. 16\u00a0<i>Carnaval<\/i>), deren Puls in Teil 13 und 15 bis ins Extrem getrieben wird. Keller nennt sie \u00bbKreuzrhythmik\u00ab. Der kontrastierende Teil 14 mutet wie ein unvollendetes Zw\u00f6lftonst\u00fcck an.<\/p>\n<p>Teil 16 bringt die ohnehin problematischen Schattierungen um den Ausgangsdreiklang durch wildeste Cluster-Aktionen vollends in die Krise, w\u00e4hrend das Finale mittels w\u00fcst attackierender\u00a0<i>fff<\/i>-Unterarmcluster g\u00e4nzlich Schluss macht mit allem sch\u00f6nen Schein.<\/p>\n<p><b>Schumann-Metamorphosen f\u00fcr Violine und Klavier<br \/>\n<\/b>Das neunteilige, sorgf\u00e4ltig disponierte Duett zeigt andere Arten, mit romantischem Themenmaterial umzugehen. Zum Sprechen kommen einmal Schumanns Es-Dur-Thema aus den sp\u00e4ten\u00a0<i>Geistervariationen<\/i>\u00a0f\u00fcr Klavier, einer ziemlich d\u00fcsteren, selbstqu\u00e4lerischen Arbeit. Sodann Themata aus dem Violinkonzert d-moll. Endlich Ankl\u00e4nge aus der\u00a0<i>Mondnacht<\/i>\u00a0nach Eichendorff. Hohe Kunst, das Aufgerufene widerspr\u00fcchlich in Beziehung zu setzen. Die Durcharbeitung erfolgt teils nach dem Hoketusprinzip. Denn die Rollen tauschen. Einmal exponiertes Themenmaterial \u00fcbernimmt der Gegenpart, spinnt es fort, kommentiert es in unterschiedlichen Hitzegraden, macht es fremd.<\/p>\n<p>Keller akzeptiert freilich das selbst gew\u00e4hlte alte Material, ficht es aber gleichzeitig aufs Unerh\u00f6rteste an. Keine Phrase, in der nicht die Drahtharke durch die Faktur ginge. Nirgends stolziert Schumannsches Material glattweg \u00fcber die B\u00fchne. \u00dcberall lauert der unterschiedlich temperierte An- und \u00dcbergriff. Cluster, ob stumpfe oder schneidende, schweigen so wenig wie alle Freundlichkeit demolierende Flageoletts. Subtile Pr\u00e4parationen, bissige Glissandi, belebende Gegenrhythmen und dergleichen treiben ihre \u00dcbel. Wie immer sich die Duettierenden geb\u00e4rden, sie demonstrieren und attackieren zugleich die sch\u00f6ne Erinnerung. Und \u2013 je vehementer, raffinierter sie das tun, desto lebendigere Musik entsteht.<\/p>\n<p><b>2. Sonate f\u00fcr Klavier<br \/>\n<\/b>Der durchgehend streng strukturierte, sorgf\u00e4ltig durchgeh\u00f6rte Ablauf kommt ohne Pr\u00e4parationen aus. Das Werk ist viers\u00e4tzig. Satz 1, langsam, besticht durch konstruktive Arbeit mit einer Viertongruppe. In den sonderlichsten Abschattierungen, auf Trillerfeldern, in wechselnden Tempi und Lautst\u00e4rken, in hohen wie tiefen Lagen, geistert sie traubenf\u00f6rmig durch die Register.<\/p>\n<p>Satz 2 organisiert zun\u00e4chst auf engstem, dann immer weiter greifendem Raum Musik im Zeichen der minimal art. Erst ein anhaltender Akkord vermag den permanent sich wandelnden, h\u00f6chst abwechslungsreichen, furiosen Ablauf zu stoppen. Satz 3 artikuliert poetische T\u00f6ne. Melodisch kommt das chromatische Total zum Zuge. Gesten der Erinnerung, Geb\u00e4rden der Trauer besiedeln h\u00f6rbar den Schluss. Satz 5 ist der gewichtigste des Ganzen. Eine fast schwebende, dynamisch j\u00e4h wechselnde Introduktion steht einem streng gebauten Rondo voran, worin sich bekanntes wie neues Material spielerisch ausspricht. Die Komposition schlie\u00dft mit f\u00fcr Keller obligaten unz\u00e4hmbaren Cluster-Repetitionen.<\/p>\n<p><b>3. Sonate f\u00fcr Klavier (an zwei Instrumenten im Vierteltonabstand)<br \/>\n<\/b>Genau diese Vierteltondifferenz macht den Reiz der Komposition aus. Dazu der zielbewusste Einsatz von Pr\u00e4parationen. Da schiebt und zerrt es, Ballungen im Mikrobereich, farbliche R\u00fcckungen vitalisieren das Gef\u00fcge. Geradezu bezwingend die h\u00e4ufig ausgel\u00f6sten Konsonanz-Dissonanz-Spannungen und Dur-Moll-Schr\u00e4gheiten. 6 Teile rollen ab. Figurativ gepr\u00e4gt ist das Geschehen zu Beginn. Teil 2 wandelt \u2013 diesmal geringf\u00fcgig \u2013 nach minimal art rhythmisch-melodische Bausteine in Permanenz.<\/p>\n<p>Im Tempo Adagio pr\u00e4sentiert Teil 3 den sensiblen Umgang mit tonalen und nicht-tonalen Akkordbildungen, Einzelt\u00f6nen, Klangfarben und Pr\u00e4parationen. In Teil 4 tanzen grausam-sch\u00f6n Filzschl\u00e4gel \u00fcber die Saiten und Gummir\u00e4der rollen unregelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Tasten. Sehnsuchtsvoll hebt der Schlussteil 5 an und m\u00fcndet in viertelt\u00f6nige Girlanden und Rhythmen. Militante Clusterkaskaden bev\u00f6lkern erwartungsgem\u00e4\u00df den Schluss.<\/p>\n<p>Stefan Amzoll<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Programm:<\/p>\n<p>[01]\u00a0<b>Keimbl\u00e4tter<\/b>\u00a0Schumann-Metamorphosen f\u00fcr Klavier (2001)\u00a0<b>14:22<br \/>\n<\/b>Hermann Keller, piano<\/p>\n<p>[02]\u00a0<b>Schumann-Metamorphosen f\u00fcr Violine und Klavier<\/b>\u00a0(1996)\u00a0<b>16:38<\/b><br \/>\nAntje Messerschmidt, violin<br \/>\nHermann Keller, piano<\/p>\n<p><b>2. Sonate f\u00fcr Klavier<\/b>\u00a0(2001)\u00a0<b>23:14<br \/>\n<\/b>[03]\u00a0<b>I.<\/b>\u00a006:53<br \/>\n[04]\u00a0<b>II. Perpetuum mobile<\/b>\u00a005:07<br \/>\n[05]\u00a0<b>III. Elegie<\/b>\u00a002:53<br \/>\n[06]\u00a0<b>IV. Introduktion<\/b>\u00a002:10<br \/>\n[07]\u00a0<b>V. Rondo<\/b>\u00a006:11<br \/>\nTomas B\u00e4chli, piano<\/p>\n<p><b>3. Sonate f\u00fcr Klavier<\/b>\u00a0(2008) 17:53<br \/>\n[08]\u00a0<b>I.<\/b>\u00a004:30<br \/>\n[09]\u00a0<b>II.<\/b>\u00a001:54<br \/>\n[10]\u00a0<b>III.<\/b>\u00a004:40<br \/>\n[11]\u00a0<b>IV.<\/b>\u00a002:09<br \/>\n[12]\u00a0<b>V.<\/b>\u00a001:12<br \/>\n[13]\u00a0<b>VI.<\/b>\u00a003:28<br \/>\nHermann Keller, piano<\/p>\n<p><b>total time: 72:08<\/b><\/p>\n<p><b>World Premiere Recordings<\/b><\/p>\n<p>Pressestimmen:<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_audaud.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n21.03.2011<\/p>\n<p>If you\u2019re the adventurous type, there are some interesting, ear-teasing sonorities here to explore.<\/p>\n<p>Hermann Keller (born 1945) is a name that most classical music lovers on this side of the Atlantic won\u2019t have heard before. In fact, as far as I can tell, this is only the second recording of Keller\u2019s music available, both on the NEOS label. However, Keller may be familiar to jazz enthusiasts as a member of the Berlin Improvisation Quartet; his name seems to ring a bell with me in that context. At any rate, very little of his jazz roots inform the music on this disc, though much of it does have an improvisatory feel.<\/p>\n<p>If you\u2019re looking for Schumann in the Schumann-Metamorphosen, then you\u2019ll want to turn to the set for violin and piano. There are obvious quotations from Schumann\u2019s late Violin Concerto and not-so-recognizable ones from the song Mondnacht (Liederkreis, Op. 39) and Geistervariationen (Spirit Variations), the last piece Schumann completed before his final mental breakdown. Since the theme of Geistervariationen (which Schumann claimed was brought to him by the spirits of Schubert and Mendelssohn) markedly resembles that from the slow movement of the Violin Concerto, it seems Keller wants to explore the dark, haunted world of Schumann\u2019s musical imagination as he approached his final dissolution. Even the earlier Mondnacht concerns a nighttime reverie in which the speaker of the poem imagines his soul flying home over a moonlit landscape. Keller\u2019s music is appropriately haunted and, in spots, haunting: fragmentary, elusive, tormented, as Schumann\u2019s tender melodies are assailed by tone clusters, raking dissonances and glissandi. [If you&#8217;re not completely geared up for this hard-hitting serialization, you might have your very own mental breakdown&#8230;Ed.]<\/p>\n<p>Schumann is harder to find in Keimbl\u00e4tter (Ectoderms), where the only readily identifiable snippet comes from the bounding, virtuosic \u201cPaganini\u201d section of Carnaval, and this doesn\u2019t show up till more than halfway through the piece. But Schumann\u2019s addiction to cross-rhythms is explored in the frantic polyrhythms of Keimbl\u00e4tter. Teasingly, the work starts with a simple, entirely tonal rolled chord, and occasionally tonal bits and pieces well up in the prevailingly dodecaphonic musical argument.<\/p>\n<p>As in the two sonatas on the disc, Keller seems most intent on exploiting various sonorities available to him at the keyboard\u2014as well as under the hood, so to speak, as he calls for plucked or thrummed strings, either damped or undamped. For me, a little of this goes a long way. I was intrigued by the Schumann Metmorphoses, especially the set for piano and violin. But by the time I waded into the Third Piano Sonata, I felt I was familiar enough with Keller\u2019s idiom to know how this one would play out. Still, for the adventurous, for those who like to keep abreast of contemporary music for piano, and for those who are interested in modern German composers\u2019 fascination with their musical forebear Robert Schumann, there are some interesting and ear-teasing sonorities here to explore.<\/p>\n<p>&#8212; Lee Passarella<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_br_online.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n04.10.2010<\/p>\n<p><b>Hermann Keller Schumann-Metamorphosen<\/b><\/p>\n<p>Hermann Keller ist sowohl als Komponist als auch als Interpret ein unruhevoller Experimentator: Immer auf der Suche nach einer neuen Variation, einer Ver\u00e4nderung und Pr\u00e4paration des Klanges im Raum. Dabei widmet er sich seit jeher der Improvisation, die f\u00fcr ihn immer auch Forschung am Gesamtkontext eines Werkes darstellt.<\/p>\n<p>Einigen wird Keller noch oder besser bekannt sein als Gr\u00fcndungsmitglied des vor allem zu DDR-Zeiten sehr erfolgreichen Berliner Improvisationsquartetts bzw. Trios an der Seite von Manfred Schulze. Kellers Werke reichen von freien Improvisationen mit Jazzankl\u00e4ngen aus allen Musikbreichen der Welt bis zu auskomponierter zeitgen\u00f6ssischer E-Musik.<br \/>\nAuseinandersetzung mit Schumann<\/p>\n<p><b>Auseinandersetzung mit Schumann<\/b><\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des Schumann-Jahres sind auf der aktuellen CD neben zwei Klaviersonaten aus den Jahren 2001 und 2008 auch zwei Werke vertreten, die sich mit dem gro\u00dfen Jubilar auseinandersetzen. Beide werden vom Komponisten als Schumann-Metamorphosen bezeichnet, doch unterscheiden sie sich doch sehr, was die thematisch-motivische Konzeption und Durchf\u00fchrung betrifft. In den 2001 entstandenen &#8222;Keimbl\u00e4ttern&#8220; f\u00fcr Soloklavier sucht man direkte Schumann-Zitate (fast) vergebens. Es sind vielmehr ausgesuchte Strukturen Schumann&#8217;scher Klaviermusik wie gewisse Rhythmen, figurative Modelle und &#8222;ber\u00fcchtigte&#8220;\u00a0 Artikulationsweisen, die Hermann Keller interessieren.<br \/>\nPr\u00e4parierte Klangwelten<\/p>\n<p><b>Pr\u00e4parierte Klangwelten<\/b><\/p>\n<p>So wird ein Dreiklang exponiert, der im Laufe das knapp viertelst\u00fcndigen Werkes immer wieder aufschimmert, stets durch klanglich aufregende Filter verzerrt, erweitert oder in seine Einzelt\u00f6ne zerlegt. Dabei f\u00fchrt Keller den H\u00f6rer durch teilweise pr\u00e4parierte Klangwelten, die zwar keineswegs ungeh\u00f6rt (und schon gar nicht unerh\u00f6rt) sind, den H\u00f6rgenuss jedoch deutlich steigern. Nie aber kommen solche feinen Experimente als blo\u00dfes Blendwerk daher, immer stehen sie im konkreten Zusammenhang, oft als direkte Antwort, von bereits Erklungenem.<br \/>\nKommentiert, weitergesponnen, verfremdet<\/p>\n<p><b>Kommentiert, weitergesponnen, verfremdet<\/b><\/p>\n<p>Die &#8222;Schumann-Metamorphosen&#8220; f\u00fcr Violine und Klavier (1996) dagegen verarbeiten Themata aus den sp\u00e4ten Geistervariationen, dem d-Moll Violinkonzert und der ber\u00fchmten Mondnacht. Die Durcharbeitung erfolgt dabei fast &#8222;klassisch&#8220;. Das Material wird vom Gegenpart aufgenommen, kommentiert, weitergesponnen und verfremdet. Nie aber l\u00e4sst Keller ein reines Zitat zu, stets hat man das Gef\u00fchl, die beiden Solisten trauen der musikalischen Erinnerung nicht &#8211; und je raffinierter sie das tun, desto lebendiger und aufregender wird die Musik.<br \/>\nErinnerungen an ein Westernklavier<\/p>\n<p><b>Erinnerungen an ein Westernklavier<\/b><\/p>\n<p>In den beiden Klaviersonaten bewegt sich Keller st\u00e4rker im Mikrobereich. Seine 3. Sonate (2008) ist sogar an zwei Instrumenten im Vierteltonabstand zu spielen. Auf h\u00f6chst subtile Art lotet der Komponist hier das Verh\u00e4ltnis zwischen Konsonanz und Dissonanz aus, Dur und Mollreibungen bekommen durch die leichte Verzerrung, die manchmal an ein Westernklavier erinnert, eine ganz eigene innere Spannung. Klug hinzugef\u00fcgte Pr\u00e4parationen beatmen das streng strukturierte Gef\u00fcge auf begl\u00fcckende Weise.<\/p>\n<p>Johann Jahn<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infotext: SCHUMANN-METAMORPHOSEN UND KLAVIERSONATEN Hermann Keller komponiert nach wie vor \u00bbPartiturmusik\u00ab und r\u00fchrt, wenn er am Klavier improvisiert, immer wieder an den Schlaf wirklicher Entdeckung. Dass der leidenschaftliche K\u00fcnstler Widerparts braucht, um seiner Musik Echtheit und Vitalit\u00e4t zu verleihen, ist f\u00fcr ihn kardinale Voraussetzung kreativen Arbeitens. 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