{"id":3114,"date":"2010-04-15T17:23:45","date_gmt":"2010-04-15T17:23:45","guid":{"rendered":"https:\/\/neos-music.com\/?post_type=product&#038;p=3114"},"modified":"2022-11-19T17:25:17","modified_gmt":"2022-11-19T17:25:17","slug":"georges-aperghis-salvatore-sciarrino-bernd-alois-zimmermann-gerard-grisey-works-for-viola-solo","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/neos-music.com\/en_us\/product\/georges-aperghis-salvatore-sciarrino-bernd-alois-zimmermann-gerard-grisey-works-for-viola-solo\/","title":{"rendered":"Georges Aperghis, Salvatore Sciarrino, Bernd Alois Zimmermann, G\u00e9rard Grisey: Works for Viola Solo"},"content":{"rendered":"<p>Infotext:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"infotext\">\n<p><b>Werke f\u00fcr viola solo<\/b><\/p>\n<p>Erst im 20. Jahrhundert entsteht f\u00fcr die Bratsche ein eigenst\u00e4ndiges Solo-Repertoire. Vor allem in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, in der man der Virtuosit\u00e4t und dem sp\u00e4tromantischen Pathos misstraute, beginnen die dunklen Farben, das Schlichte, aber auch das Raue und Kernige der Bratsche zu interessieren. Allerdings bleiben viele Werke einem traditionellen Kompositionsstil verpflichtet, bei dem sich neoklassische Einfl\u00fcsse mit freitonaler Melodik mischen.<\/p>\n<p>Das erste Werk, das mit dieser Tradition radikal bricht und zugleich eine neue \u00c4ra in der Bratschenliteratur einleitet, ist die Sonate f\u00fcr Viola solo von Bernd Alois Zimmermann. Von nun an etabliert sich ein neuer Umgang mit der Bratsche: Das Instrument mit all seinen M\u00f6glichkeiten und Grenzen, seinen Qualit\u00e4ten, aber auch Macken steht vermehrt im Mittelpunkt der Kompositionen. Dieses \u00bbinstrumentale\u00ab Denken ist allen Werken dieser CD gemeinsam, die Umsetzung allerdings ist sehr unterschiedlich und durchaus gegens\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Bernd Alois Zimmermanns Sonate hat einen tragischen privaten Hintergrund. Das Werk ist ein zw\u00f6lfteiliges Requiem auf den Tod der kurz nach der Geburt verstorbenen Tochter Barbara: \u00bb\u2026an den Gesang eines Engels\u00ab steht hier als Widmung und zugleich als Untertitel. Die Anspielung an Alban Bergs Violinkonzert mit der Widmung \u00bbDem Andenken eines Engels\u00ab ist offensichtlich, wichtig aber auch der Unterschied: Es geht bei Zimmermann um den Gesang eines Engels. Dieser Gesang konkretisiert sich im Schlussteil der Sonate im Lutherchoral Gelobet seist du, Jesu Christ. Die mittelalterliche Melodie des Chorals wird im Tritonus-Abstand als Kanon gef\u00fchrt, wobei die Stimmen unterschiedlich schnell verlaufen. Der Tritonus-Abstand erzeugt eine chromatische Harmonik, die sich wie ein feinmaschiges Netz \u00fcber den zw\u00f6lft\u00f6nigen Kontext der Sonate legt. Die langsame Kanonstimme setzt auf as ein, die sie \u00fcberholende schnelle auf Zimmermanns Schicksals- und Todeston d. Sp\u00e4ter wird die Melodie in Engf\u00fchrung gesetzt, was eine Art Bratschenchor evoziert, und zwar genau bei den Worten \u00bbdes freuet sich der Engel Schar\u00ab.<\/p>\n<p>Zimmermann, der tief religi\u00f6s erzogen wurde, ist dieser enge Textbezug, der an allegorische Kompositionsverfahren von J.\u2009S. Bach erinnert, so wichtig, dass er in der Partitur den Text \u00fcber die Noten geschrieben hat. Der religi\u00f6se Hintergrund \u2013 wenn auch vielfach gebrochen \u2013 wird auf diese Weise offensichtlich. Was diesem Choral vorausgeht, ist eine scheinbar chaotische Reihung kurzer Momente. Zimmermann hat diese Momente in eine zw\u00f6lfteilige, motivisch wie rhythmisch vielfach ineinandergreifende Form gezwungen, die wie ein Bachsches Choralvorspiel auf den Choral hinf\u00fchrt. Das Werk ist mithin ein sehr komplexes Beispiel absoluter Musik. Zugleich wird heute aber auch der in den F\u00fcnfziger Jahren kaum beachtete programmatische Hintergrund immer deutlicher wahrgenommen: Ein Requiem auf ein kaum gelebtes Leben, das in wenigen Einzelmomenten zerrann und nur als Gesang in \u00bbder Engel Schar\u00ab eine Hoffnung findet.<\/p>\n<p>Volte-Face von Georges Aperghis, das j\u00fcngste St\u00fccke auf dieser CD, wirkt neben diesem engst verknoteten Choralvorspiel wie eine freie Fantasie von Carl Philipp Emanuel Bach, ein assoziatives Sprechen bis zur Ersch\u00f6pfung. So wie eine Sprache aus Silben besteht, mit denen Worte gebildet werden k\u00f6nnen, so setzt sich Aperghis\u2019 sprechende Musik aus Kleinstmotiven zusammen, die in immer anderen Kontexten aufscheinen. Da wird nichts verr\u00e4tselt oder versteckt, sondern wir sind als H\u00f6rer immer dabei, alles ist klar, und gerade deshalb verstehen wir auch diese Volte-Face, dieses Umschwenken, den st\u00e4ndigen Wechsel. Die Bratschistin kann sich nicht festlegen, springt mal hin, mal her. Gegens\u00e4tzliche Elemente, z.\u2009B. Pizzicato\u2013Arco, Aufw\u00e4rts\u2013Abw\u00e4rts, Spr\u00fcnge\u2013Skalen, Hoch\u2013Tief, Schnell\u2013Langsam, jagen sich virtuos oder \u00fcberlagern sich. Das Wesen dieser Musik l\u00e4sst sich mit Ausdr\u00fccken des Vokalen am besten umschreiben: Fl\u00fcstern, Trillern, Schreien, Keuchen, Vibrieren. Die Bratschistin agiert \u00fcberkandidelt, beinahe fiebrig. Erst im letzten Drittel der Komposition schrumpft die exaltierte Gestik pl\u00f6tzlich ein und f\u00fchrt bis zum fast vollst\u00e4ndigen Verstummen, \u2013 so als h\u00e4tte sich die Volte-Face ersch\u00f6pft. Im Pianissimo und anf\u00e4nglich in einfachen Quinten und Quarten wird die Musik wie neu eingestimmt. Nach diesem Ruhepunkt werden die Elemente allerdings in noch engeren Wechseln und Kombinationen nebeneinander gestellt, bis dieses Bratschensprechen zum Schluss gleichsam kollabiert.<\/p>\n<p>In den beiden Kompositionen von Salvatore Sciarrino geht es nicht um Klarheit sondern vielmehr um Verwischung: Kaum ein h\u00f6rbarer oder erkennbarer Ton, kaum eine Struktur oder Spieltechnik, die man genau identifizieren k\u00f6nnte. Wie durch Blaupause hindurch ist diese Musik gekritzelt, nur an wenigen Stellen dr\u00e4ngt die Energie eruptiv hervor, aber nur kurz, eher wie ein blo\u00dfes Zeichen f\u00fcr die vibrierende Energie unter der fein ziselierten Oberfl\u00e4che. Die einzelnen St\u00fccke verharren gleichsam im Zustand der D\u00e4mmerung, die Konturen verlieren sich: eine statisch flirrende Klangwelt.<br \/>\nIn Prologue von G\u00e9rard Grisey breitet sich die Musik wie eine Wellenbewegung aus: In regelm\u00e4\u00dfigen Perioden, deren L\u00e4nge den S\u00e4tzen der Sprache entsprechen, baut Grisey einen Tonraum auf, der nur ein einziges Obertonspektrum ausschreitet, n\u00e4mlich jenes vom Kontra-E aus (E\u2019\u2013E\u2013H\u2013e\u2013gis\u2013h\u2013d\u2019\u2013e\u2019\u2026). Die tiefste Saite der Bratsche wird um einen halben Ton auf H herunter gestimmt, um dieses Spektrum vom 3. Teilton an akustisch realisieren zu k\u00f6nnen. Die nat\u00fcrlich eingestimmten Obert\u00f6ne evozieren einen riesigen Klangraum, weil auch die akustisch nicht klingenden tiefen T\u00f6ne des Spektrums wie Phantome h\u00f6rbar sind. Der fr\u00fch verstorbene Grisey war ein genialer Akustiker, er war aber auch ein verkappter Expressionist, und diese Seite bricht im zweiten Teil des Prologue hervor: Hier wird n\u00e4mlich in kratzenden und kreischenden Glissandi jede Tonh\u00f6hen- und Klangkontrolle preisgegeben. Der anschlie\u00dfende Epilog wirkt wie ein Klangschatten, ein Ausklingen auf dem Ton d, jenem Ton, der im Klangspektrum des ersten Teiles die Naturseptime bildete und der auf dieser CD mit Bernd Alois Zimmermanns Todeston korrespondiert.<\/p>\n<p>Roman Brotbeck<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Programm:<\/p>\n<p><b>Works for Viola Solo<\/b><br \/>\n<a class=\"arcoma_glossarylink\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?content=Kuenstler\/Spina_Anna.php&amp;treplace=english%2Cgerman\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Anna Spina<\/a>, viola<\/p>\n<p><b>Georges Aperghis<\/b>\u00a0(*1945)<br \/>\n[01]\u00a0<b>Volte-Face<\/b>\u00a0(2001)\u00a0<b>09:53<\/b><\/p>\n<p><b>Salvatore Sciarrino<\/b>\u00a0(*1947)<br \/>\n[02]\u00a0<b>Ai limiti della notte<\/b>\u00a0(1979)\u00a0<b>09:22<\/b><\/p>\n<p><b>Bernd Alois Zimmermann<\/b>\u00a0(1918\u20131970)<br \/>\n[03]\u00a0<b>Sonate f\u00fcr Viola solo<\/b>\u00a0(1955)\u00a0<b>09:10<\/b><\/p>\n<p><b>Salvatore Sciarrino<\/b>\u00a0(*1947)<br \/>\n<b>Tre notturni brillanti<\/b>\u00a0(1974)\u00a0<b>09:20<br \/>\n<\/b>[04] di volo 03:27<br \/>\n[05] scorrevole e animato 03:24<br \/>\n[06] prestissimo precipitando 02:29<\/p>\n<p><b>G\u00e9rard Grisey<\/b>\u00a0(1946\u20131998)<br \/>\n[07]\u00a0\u00a0<b>Prologue<\/b>\u00a0(1976)\u00a0<b>16:59<\/b><\/p>\n<p>total time 54:45<\/p>\n<p>Pressestimmen:<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_NeueZeitschriftMusik_NEU.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n6\/2011<\/p>\n<p>Musikalische Wertung: 5<br \/>\nTechnische Wertung: 5<br \/>\nRepertoirewert: 5<br \/>\nBooklet: 5<br \/>\n<b>Gesamtwertung: 5<\/b><\/p>\n<p>Die Bratschistin Anna Spina dr\u00e4ngt es hinaus ins Offene. Nach musikalischen Grenzen sucht sie geradezu, um diese in lustvoll intellektuellem Spiel zu \u00fcberwinden. [&#8230;] Dass diese Musiken von fragiler Verfassung nicht einfach zu einem Katalog der artistischen Errungenschaften der Moderne werden, ist dem fein abw\u00e4genden Ohr Anna Spinas f\u00fcr Klangvaleurs und -mixturen zu verdanken.<\/p>\n<p><a class=\"arcoma_editor_link\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?template=german-album-details.php&amp;content=Alben\/10920.php#\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.musikderzeit.de\/de_DE\/journal\/issues\/showarticle,33574.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_dissonance.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n06\/2011<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/10920_dissonance_6_11.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_SMZ.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n02\/2011<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/10920_SMZ_2_2011.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/10920_nmz_12_10.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_cd_compact.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n09\/2010<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/10920_cd_compact_9_10.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_diapason.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n09\/2010<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/10920_Diapason.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_Kulturspiegel.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n07\/2010<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/10920_KulturSpiegel_07_2010.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/klassikcom.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n20.06.2010<\/p>\n<p><b>Vielseitiges Violaspiel<\/b><\/p>\n<p>Qualitativ hochwertiges Violaspiel, das konnte ich vor einiger Zeit anl\u00e4sslich einer Einspielung von Kompositionen Mieczys\u0142aw Weinbergs durch die Bratscherin Julia Rebekka Adler erfreut feststellen, hat derzeit Hochkonjunktur. Tats\u00e4chlich setzen sich die meisten jungen Talente mit ihrem ganzen K\u00f6nnen daf\u00fcr ein, dass das Instrument jenseits der weit verbreiteten Klischees wahrgenommen wird. In diesem Sinne hat die Schweizerin Anna Spina auf ihrer bei NEOS erschienen CD eine Reihe von f\u00fcnf Solokompositionen aus den vergangenen sechs Jahrzehnten vereinigt, die mit fr\u00fcheren Spieltraditionen brechen und explizit auf die Erforschung neuer Ausdrucksbereiche setzen.<\/p>\n<p>\u00c4ltestes Werk in diesem Reigen ist Bernd Alois Zimmermanns &#8218;Sonate f\u00fcr Viola&#8216; (1955), in deren Verlauf der Komponist die M\u00f6glichkeiten der Bratsche neu bestimmte und erweiterte, indem er den Rahmen einer streng kontrapunktischen Setzweise \u2013 man k\u00f6nnte das Werk als eine Art moderner Choralbearbeitung bezeichnen \u2013 bis zu den Grenzen des spieltechnisch M\u00f6glichen ausdehnte. Spinas Wiedergabe der Sonate ist nicht nur im Hinblick auf eben diese geforderten spieltechnischen Details ph\u00e4nomenal, sondern kann dar\u00fcber hinaus auch in Bezug auf Klarheit und Sorgfalt ihrer Formung musikalischer und klanglicher Strukturen stellvertretend f\u00fcr die gesamte Produktion stehen.<\/p>\n<p>G\u00e9rard Griseys &#8218;Prologue&#8216; (1976) wirkt in Spinas Interpretation weniger geschlossen als in anderen Einspielungen. Dies h\u00e4ngt damit zusammen, dass die Bratscherin hier ganz bewusst die Kontraste zwischen den disparaten Texturen \u2013 den figurativen Bewegungen im Tonraum einerseits und den immer wieder angestimmten Repetitionen des Grundtons andererseits \u2013 in den Mittelpunkt stellt und dadurch von der kompositorisch nachvollzogene Erschlie\u00dfung eines Obertonspektrums und dem damit verbundenen Entwicklungsverlauf ablenkt. Indem sie zugleich die zunehmend in den Verlauf eingelassenen Rauigkeitswerte und St\u00f6rungen betont, macht sie das Werk zu einer packenden Studie zu den \u00dcbergangsbereichen zwischen Klang und Ger\u00e4usch.<\/p>\n<p>Konsequenterweise stellt die Interpretin dem &#8218;Prologue&#8216; die nahezu zeitgleich entstandenen Werke &#8218;Ai limiti della notte&#8216; (1979) und &#8218;Tre notturni brillanti&#8216; (1974) von Salvatore Sciarrino gegen\u00fcber, deren Wirkung fast ausschlie\u00dflich auf der Anwendung differenzierter Ger\u00e4uschwertigkeiten besteht. Faszinierend ist es, den energetischen Prozessen zu lauschen, die Spina unter der Oberfl\u00e4che des j\u00fcngeren St\u00fccks aufdeckt, um sie zu verwischten, flirrenden Konturen zu formen. Noch eindr\u00fccklicher geraten allerdings die &#8218;Notturni&#8216;, bei deren Wiedergabe die k\u00f6rperliche Komponente der von Sciarrino eingeforderten Virtuosit\u00e4t \u2013 vor allem deren unaufl\u00f6sliche Verbindung mit dem Atem und den Bewegungen der Musikerin \u2013 sehr deutlich, geradezu mit bildhafter Pr\u00e4gnanz hervortritt.<\/p>\n<p>Wiederum auf ganz andere Weise zeigt Spina schlie\u00dflich, mit welchen interpretatorischen Facetten sie auf die monologische Situation reagiert, die Georges Aperghis in &#8218;Volte-Face&#8216; (2001), dem j\u00fcngsten St\u00fcck der eingespielten Werkauswahl, entwirft: Hier erscheint ihr Spiel passagenweise z\u00e4rtlich und \u2013 teils gar ironisch \u2013 verspielt, wird dann wiederum mit heftigen Ausbr\u00fcchen konfrontiert, bewegt sich dabei aber immer in einem Assoziationsraum, der den H\u00f6rer an einen gesprochenen Monolog zu erinnern vermag. Dass die CD bereits nach knapp 55 Minuten zuende ist, mag ist ein wenig bedauerlich; allerdings wartet sie daf\u00fcr mit einer enorm vielseitigen Ann\u00e4herung an das Repertoire f\u00fcr solistische Viola auf, die jedem H\u00f6rer empfohlen sei, der sich nicht vor dem Neuen scheut.<\/p>\n<p>Dr. Stefan Drees<\/p>\n<p>Interpretation:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars5.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nKlangqualit\u00e4t:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars5.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nRepertoirewert:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars4.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nBooklet:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars3.gif?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_sulponticello.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n04\/2010<\/p>\n<p><b>El renacer de la viola<\/b><\/p>\n<p>La viola siempre ha sido considerada como un instrumento gris, perdida entre los grandes protagonistas de la cuerda frotada: el viol\u00edn y el violonchelo. Y, en consecuencia, muchas veces olvidada en su papel de solista o a solo. En nuestro tiempo (y no s\u00f3lo en \u00e9l, como veremos) ning\u00fan instrumento escapa al inter\u00e9s del compositor, como demuestran los registros que presentamos, dos de ellos del sello alem\u00e1n NEOS y, el tercero, de AEON.<\/p>\n<p>El CD m\u00e1s reciente, aparecido hace unos d\u00edas, lleva por t\u00edtulo \u201dWorks for Viola Solo\u201d que, de la mano de la helv\u00e9tica Anna Spina, nos presenta un recorrido por compositores fundamentales de nuestro tiempo: Georges Aperghis, Salvatore Sciarrino, Bernd Alois Zimmermann y G\u00e9rard Grisey.<\/p>\n<p>De Aperghis (Atenas, 1945) -por cierto, del que Spina fue alumna- podemos escuchar una obra de 2001,\u00a0<i>Volte-Face<\/i>, en la que el compositor trabaja sobre un discurso con presencia de la tradici\u00f3n aunque sin que el gesto \u201ccl\u00e1sico\u201d se presente de forma ret\u00f3rica.<\/p>\n<p>Dos obras de Sciarrino (Palermo, 1947), ambas de los a\u00f1os setenta del pasado siglo, nos situan ante su po\u00e9tica de forma diversa. En\u00a0<i>Ai limiti della notte<\/i>\u00a0(1979) podemos observar y disfrutar de su apelaci\u00f3n po\u00e9tica al silencio y a esa frontera que lo separa del sonido. En\u00a0<i>Tre notturni brillanti<\/i>\u00a0(1974) nos encontramos a otro Sciarrino, m\u00e1s cercano quiz\u00e1 a una est\u00e9tica dionisiaca, en la que incluso podemos ver algunos gestos -no evidentes, por supuesto- que bien podr\u00edan atribuirse a determinados elementos culturales provenientes de su origen siciliano.<\/p>\n<p>De Zimmermann (Bliesheim, 1918 \u2013 K\u00f6nigsdorf, 1970) podremos escuchar\u00a0<i>Sonate f\u00fcr Viola solo<\/i>, pieza de 1955 en la que el autor alem\u00e1n hace emerger la expresividad dram\u00e1tica del instrumento, entre veladas citas a Bach.<\/p>\n<p>Finalmente, Anna Spina nos propone una versi\u00f3n \u201cel\u00e9ctrica\u201d, aunque lejana a cualquier efectismo f\u00e1cil, de\u00a0<i>Prologue<\/i>\u00a0(1976), de Grisey (Belfort, 1946 &#8211; Par\u00eds, 1998), en la que los relieves se construyen -esta vez seguro- en un festival dionisiaco en el que se explota el instrumento en su vertiente m\u00e1s violenta y furiosa.<\/p>\n<p align=\"right\">Mikel Gunkian<\/p>\n<p align=\"right\">\n<p align=\"left\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/Diverdi-Logo013.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p align=\"left\">La viola sigue cotizando alto en el \u00e1mbito contempor\u00e1neo y cada vez aparecen m\u00e1s trabajos que re\u00fanen grandes p\u00e1ginas del repertorio de los siglos XX y XXI. As\u00ed, al reciente recorrido de Christophe Desjardins en el excelente Alto\/Multiples (Aeon) hay que sumar\u00a0<i>Works for Viola Solo<\/i>\u00a0de Anna Spina, que sin abandonar sus ra\u00edces cl\u00e1sicas discurre con m\u00e1xima efervescencia y efectividad por los cauces de la modernidad sonora.<\/p>\n<p align=\"left\">Alumna de Georges Aperghis y miembro entre otros conjuntos del Nouvel Ensemble Contemporain, Spina entrega versiones elaboradas con detallismo de orfebre, buscando -como es habitual en estos casos- exhibir el colorista abanico t\u00edmbrico de su instrumento, pero sin ceder aqu\u00ed a la llamada del efectismo.<\/p>\n<p align=\"left\">Tentaci\u00f3n que roza en su tremenda lectura de\u00a0<i>Prologue<\/i>\u00a0de G\u00e9rard Grisey, donde subraya el lado expresionista a veces oculto de esta m\u00fasica por medio de un festival de glissandi y estallidos de las cuerdas, llegando por momentos al l\u00edmite de una viola(ci\u00f3n) en toda regla por la brutalidad de los ataques en su exploraci\u00f3n de los arm\u00f3nicos. Impactante traducci\u00f3n, equilibrada a lo largo del disco por sus matizadas versiones de dos piezas de Salvatore Sciarrino,\u00a0<i>Ai limiti della notte<\/i>\u00a0y\u00a0<i>Tre notturni brillanti<\/i>, de sonoridades exquisitamente variadas para descubrir en esa zona colindante con el silencio todo un universo de poes\u00eda.<\/p>\n<p align=\"left\">Lirismo que se ti\u00f1e de acentos tr\u00e1gicos en la c\u00e9lebre y oscura\u00a0<i>Sonata<\/i>\u00a0de Bernd Alois Zimmermann, con sus desva\u00eddas citas a Bach y largas sucesiones de c\u00e9lulas en apariencia ca\u00f3ticas, articuladas por una serie de alientos y motivos r\u00edtmicos.<\/p>\n<p align=\"left\">Spina incluye adem\u00e1s\u00a0<i>Volte-Face<\/i>\u00a0de Aperghis, fantas\u00eda sabiamente elaborada a partir de contrastes entre agudos y graves, tiempos lentos y r\u00e1pidos, timbres punzantes y aleteantes, registros en lo que la int\u00e9rprete no deja de demostrar su dominio.<\/p>\n<p align=\"right\">Javier Palacio<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infotext: Werke f\u00fcr viola solo Erst im 20. Jahrhundert entsteht f\u00fcr die Bratsche ein eigenst\u00e4ndiges Solo-Repertoire. Vor allem in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, in der man der Virtuosit\u00e4t und dem sp\u00e4tromantischen Pathos misstraute, beginnen die dunklen Farben, das Schlichte, aber auch das Raue und Kernige der Bratsche zu interessieren. 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