{"id":3166,"date":"2009-06-05T09:55:52","date_gmt":"2009-06-05T09:55:52","guid":{"rendered":"https:\/\/neos-music.com\/?post_type=product&#038;p=3166"},"modified":"2023-01-09T19:14:52","modified_gmt":"2023-01-09T19:14:52","slug":"nikolay-a-roslavets-works-for-piano","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/neos-music.com\/en_us\/product\/nikolay-a-roslavets-works-for-piano\/","title":{"rendered":"Nikolay A. Roslavets: Works for piano"},"content":{"rendered":"<p>Infotext:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"infotext\">\n<p>Nikolaj Andrejewitsch Roslawez<\/p>\n<p>Igor Strawinsky, der es wissen musste, nannte ihn den interessantesten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts und schrieb am 12. August 1966 an den Geiger und Musikschriftsteller Michael Goldstein: \u00bb\u2026 Mit Vergn\u00fcgen bezeuge ich meine immer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Begegnungen mit ihm und den aufregenden Eindruck von seiner frischen, allzeit frischen Musik, die von den russischen Dunkelm\u00e4nnern nicht akzeptiert wird. Selbstverst\u00e4ndlich sollten alle seine Werke in den politisch fortgeschrittenen L\u00e4ndern ver\u00f6ffentlicht werden, die sich leider vor fortgeschrittenen Kunstbewegungen h\u00fcten \u2026\u00ab<\/p>\n<p>Roslawez war damals aus der sowjetischen Musikgeschichte getilgt und pflichtgem\u00e4\u00df totgeschwiegen. Seit den Kampagnen der \u203aVereinigung Proletarischer Musiker\u2039 \u2013 nicht nur gegen seine hochsensible, virtuose Musik, sondern auch gegen sein Wirken als Wortf\u00fchrer der zeitgen\u00f6ssischen Musik, als der er f\u00fcr die Vereinbarkeit von Neuer Musik und marxistischer Philosophie k\u00e4mpfte \u2013 war er als \u203aVolksfeind\u2039 aus Musikleben und Verlagsprogrammen verbannt. In den 1980er Jahren wurden Komponisten wie Strawinsky, Hindemith, Sch\u00f6nberg oder Webern auch von sowjetischer Seite allm\u00e4hlich wieder akzeptiert, und Avantgardisten wie Charms, Malewitsch und Tatlin r\u00fcckten in den Umkreis des Zul\u00e4ssigen. Nicht so die Musikavantgardisten des eigenen Landes \u2013 wie Roslawez, der weiterhin als \u203aFeind\u2039 betrachtet wurde. Auch eine lediglich analytische Besch\u00e4ftigung mit seinen Werken galt absurderweise als feindlicher Anschlag auf die sowjetische Musik.<\/p>\n<p>Sein musikalisches Denken und Bem\u00fchen, \u00bbmein eigenes inneres Ich auszudr\u00fccken, welches von neuen, nie erh\u00f6rten Klangwelten tr\u00e4umte\u00ab, wurzelte wesentlich in den von Skrjabin und symbolistischer Dichtung beeinflussten 1910er Jahren, als der begabte Bauernsohn (der als Geiger autodidaktisch begonnen hatte) ein Studium am Moskauer Konservatorium absolvierte und mit einer Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Danach wandte er sich zunehmend vom akademischen Pensum ab, um eigene experimentierende Wege zu gehen. Es war die Zeit der beginnenden Zw\u00f6lftonphilosophie im Sinne einer verpflichtenden Gleichwertigkeit der zw\u00f6lf chromatischen Stufen, f\u00fcr die damals im Westen Ferruccio Busoni und Domenico Alaleona die Vorl\u00e4ufer Sch\u00f6nbergs waren; in Russland waren es Arthur Louri\u00e9, Jefim Golyscheff, Nikolaj Obuchow und, mit besonderer Konsequenz und Systematik, Roslawez.<\/p>\n<p>Sein \u203aneues, festes System der Tonorganisation\u2039, das er in den Jahren 1913 bis 1926 entwickelte, geht von sechs- bis achtt\u00f6nigen Kl\u00e4ngen (und damit Tonvorr\u00e4ten) in der Art alterierter Akkorde aus (er nennt das \u203aSynthetakkorde\u2039), die sich herk\u00f6mmlicher tonaler Deutung entziehen und in planm\u00e4\u00dfiger Systematik auf alle Stufen der Zw\u00f6lftonskala transponieren k\u00f6nnen \u2013 so wie im klassischen System Drei- und Vierkl\u00e4nge auf die sieben Stufen diatonischer Skalen. Insofern bleibt hier eine Kontinuit\u00e4t mit dem klassischen System erhalten. Aus diesen Klangkomplexen gewinnt er das gesamte Material eines Satzes, leitet aber auch weitere Bauprinzipien her: Nicht nur Zw\u00f6lftonreihen sind dabei in Umkehrungen und Krebsl\u00e4ufen zu beobachten, sondern auch wechselseitige Erg\u00e4nzungen komplement\u00e4rer Synthetakkorde zum Zw\u00f6lftontotal. Sein atonales, doch in sich geregeltes Tonsatzsystem weist Ber\u00fchrungspunkte zur Technik des Zentralklangs bei Skrjabin auf, von dem sich Roslawez aber bewusst unabh\u00e4ngig erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>F\u00fcr solche Experimente, auch eines proletarischen Komponisten, gab es seit Ende der 1920er Jahre in Sowjetrussland keine Duldung mehr (und im Westen kein Interesse), mochte sein Instrumentalsatz noch so temperamentvoll und virtuos sein. Von seinen Kompositionen der 1930er Jahre gelangte nichts mehr an die \u00d6ffentlichkeit, und manches wird erst jetzt aus dem vom Schott Verlag erworbenen Nachlass erschlossen. Dabei steht sein Werk an jener geheimnisvollen Grenze zwischen einer hochsensiblen sp\u00e4tromantischen Ausdruckswelt und einer strengen Konstruktivit\u00e4t, hat jedoch keinen Anteil an zeitgen\u00f6ssischen Tendenzen zu \u203aneuer Sachlichkeit\u2039 und Trivialit\u00e4t. Roslawez, der nie emigrierte, ist ein besonders tragisches Opfer sowjetischer Kulturpolitik, dessen Kenntnisnahme auch im Westen nachzuholen bleibt. Erst seit der \u203aPerestroika\u2039 Gorbatschows war in Russland die Pflege seines Werkes wieder m\u00f6glich, so mit einem Gedenkfestival in Brjansk, in der N\u00e4he seiner Heimat an der ukrainisch-wei\u00dfrussischen Grenze.<\/p>\n<p>Detlef Gojowy<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Programm:<\/p>\n<p><b><a class=\"arcoma_glossarylink\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?content=Kuenstler\/Nikolay_A._Roslavets.php&amp;treplace=english%2Cgerman\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Nikolay A. Roslavets<\/a><\/b>\u00a0(1881\u20131944)<\/p>\n<p>[01\u201303]\u00a0<b>3 Compositions<\/b>\u00a0(1914) 02:49<br \/>\n<span id=\"flash1\"><\/span><br \/>\n[04\u201306]\u00a0<b>3 Etudes<\/b>\u00a0(1914) 14:16<br \/>\n<span id=\"flash2\"><\/span><br \/>\n[07]\u00a0<b>Sonata No. 1<\/b>\u00a0(1914) 10:51<br \/>\n<span id=\"flash3\"><\/span><br \/>\n[08]\u00a0<b>Prelude<\/b>\u00a0(1915) 03:24<br \/>\n<span id=\"flash4\"><\/span><br \/>\n[09\u201310]\u00a0<b>2 Compositions<\/b>\u00a0(1915) 05:43<br \/>\n<span id=\"flash5\"><\/span><br \/>\n[11]\u00a0<b>Sonata No. 2<\/b>\u00a0(1916) 12:14<br \/>\n<span id=\"flash6\"><\/span><br \/>\n[12\u201313]\u00a0<b>2 Poems<\/b>\u00a0(1920) 04:10<br \/>\n<span id=\"flash7\"><\/span><br \/>\n[14\u201318]\u00a0<b>5 Preludes<\/b>\u00a0(1919\u201322) 08:53<br \/>\n<span id=\"flash8\"><\/span><br \/>\n[19]\u00a0<b>Sonata No.<\/b>\u00a0<b>5<\/b>\u00a0(1923) 11:26<br \/>\n<span id=\"flash9\"><\/span><\/p>\n<p>total time: 74:21<\/p>\n<p><a class=\"arcoma_glossarylink\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?content=Kuenstler\/Irina_Emeliantseva.php&amp;treplace=english%2Cgerman\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Irina Emeliantseva<\/a>, piano<\/p>\n<p>Pressestimmen:<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_Musik%26Theater.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n04\/2011<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/10902_MusikTheater_0411.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/klassikcom.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n24.09.2009<\/p>\n<p><b>Direkte Kopie<\/b><\/p>\n<p>Zuweilen h\u00e4lt der oft als eint\u00f6nig gescholtene Tontr\u00e4germarkt echte \u00dcberraschungen bereit. Manchmal erfreuliche, manchmal mit etwas eigenartigem Beigeschmack. So auch hier. Irina Emeliantseva hat eine komplette CD dem Russen Nikolaj Roslawez gewidmet. Im Grunde verdienstvoll, w\u00e4re da nicht bereits vor zw\u00f6lf Jahren eine Scheibe erschienen, deren Programm absolut identisch ist mit dem Emeliantsevas: Dieselben St\u00fccke in derselben Reihenfolge. Das kann freilich Zufall sein, denn die Werke werden in der zeitlichen Abfolge ihres Entstehens pr\u00e4sentiert, die hier eingespielten Sonaten Nr. 1, 2 und 5 sind die einzig erhaltenen, und viel mehr als die insgesamt knapp 75 Minuten auf dieser CD ist von Roslawez&#8216; Klaviermusik bislang nicht publiziert worden. Dennoch h\u00e4tte man eine solche direkte Kopie wohl besser vermeiden sollen.<br \/>\nDas Original lieferte kein geringerer als Marc-Andr\u00e9 Hamelin.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind seine Interpretationen subtiler, auch der Klang seiner Aufnahme ist der Neuerscheinung \u00fcberlegen. Irina Emeliantsevas Neueinspielung unvoreingenommen zu beurteilen, f\u00e4llt angesichts dieser Umst\u00e4nde etwas schwer. Die Pianistin, die nach den Informationen aus dem Beiheft haupts\u00e4chlich Neue Musik spielt, liefert ebenfalls durchaus ansprechende Interpretationen, die eine gewisse fiebrige Anspannung vermitteln. F\u00fcr die hitzige Tonsprache dieser Musik ist das im Grunde genau richtig. Andererseits bietet Emeliantsevas Interpretation zum Ausgleich wenig Ruhepunkte. Insgesamt bleibt es ein zweifelhaftes Unterfangen, einen solchen Vergleich zu provozieren.<\/p>\n<p>Im Beiheft ist einiges \u00fcber Roslawez und seine Musik zu erfahren. Man kann es sich leicht machen und Nikolaj Roslawez als einen Komponisten in der Nachfolge Skrjabins beschreiben. \u00c4hnlichkeiten zu dessen Sp\u00e4tstil sind leicht zu entdecken, und wer merkt schon, dass das harmonische System ein anderes ist? Die traditionelle Tonalit\u00e4t ist in beiden F\u00e4llen \u00fcber Bord geworfen. Doch Roslawez (1881-1944) sagte sich schnell von seinem Vorbild Skrjabin los. Diese hier nur grob umrissenen Punkte werden angemessen und nachvollziehbar dargelegt.<\/p>\n<p>Zu Sowjet-Zeiten wurde Roslawez mehr noch als viele bekanntere Kollegen wegen seiner avantgardistischen Ans\u00e4tze zur unerw\u00fcnschten Person, die Besch\u00e4ftigung mit seiner Musik wurde nicht geduldet. Heute ist, trotz der Publikation vieler Werke und einiger Tonaufnahmen, im Konzertbetrieb wohl nicht mehr mit einer Renaissance seines Schaffens zu rechnen.<\/p>\n<p>Interpretation:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars3.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nKlangqualit\u00e4t:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars3.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nRepertoirewert:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars2.gif?resize=72%2C13&#038;ssl=1\" width=\"72\" height=\"13\" \/><br \/>\nBooklet:<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars3.gif?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>Jan Kampmeier<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/br4.png?ssl=1\" \/><br \/>\n30.05.2009<\/p>\n<p><b><a href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?template=german-album-details.php&amp;content=Alben\/10902.php#\">CD Tipp der Woche als mp3<\/a><\/b><\/p>\n<p><b>Nikolay Roslavets<br \/>\nWerke f\u00fcr Klavier<\/b><\/p>\n<p>Die Liste ermordeter, verbannter, verfemter K\u00fcnstler in der einst jungen Sowjetunion ist tragisch und lang. Ein missverstandener Wimpernschlag gen\u00fcgte, um \u00fcber K\u00fcnstlerschicksale zu beenden. Ein Revolution\u00e4r der ersten Stunde war der Komponist Nikolaj Roslawez. Mit seiner Musik unterst\u00fctzte er den Befreiungsschlag des Proletaritas gegen die zaristische Diktatur. Sein individualistisches freies Denken wurde ihm zum Verh\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Erst mit Gorbatschow&#8217;s Perestroika war es m\u00f6glich, den politisch &#8222;Abtr\u00fcnnigen&#8220; aus dem sowjetischen Dunkel ans Licht zu holen und ihn mit jahrezehntelanger Versp\u00e4tung in einem Festival nahe seiner Heimat Briansk zu ehren. Inzwischen liegt der Notennachla\u00df beim Schott Verlag. Eine j\u00fcngst erschienene CD mit Klavierwerken Roslawez weist f\u00fcr Julia Sch\u00f6lzel auf einen der spannendsten russischen Komponisten der 1. H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p><b>Klassenfeindlich und formalistisch<br \/>\n<\/b>Keine Frage. Die Rolle des Au\u00dfenseiters hatte Nikolaj Roslawez nie angestrebt. Er wollte mitgestalten und vor allem die Entwicklung der modernen Musik Russlands mit seinem politischen Engagement f\u00fcr ein gerechteres Staatssystem verbinden. Entz\u00fcndet von den marxistischen Ideen st\u00fcrzte er sich hoffend in die revolution\u00e4ren Umw\u00e4lzungen um 1917 &#8211; doch Roslawez machte einen folgenschweren Fehler: er wurde Mitglied in der Assoziation zeitgen\u00f6ssischer Musik, und die galt gegen\u00fcber der Kommunistischen Partei als kritisch. Auf die politischen und k\u00fcnstlerischen Konsequenzen brauchte Roslavez nicht lange zu warten. Als &#8222;klassenfeindlich&#8220; und &#8222;formalistisch&#8220; wurden seine Werke in den nerv\u00f6sen und m\u00f6rderischen 1920er Jahren angegriffen und denunziert, getoppt nur durch ein endg\u00fcltiges Berufsverbot. Erst 1933 durfte sich Roslawez als Tagel\u00f6hner wieder in Moskau ansiedeln. Bis zu seinem Tod 1944 wurde der Komponist mundtot gemacht, wo Kollegen schon wieder \u00f6ffentlich wirken durften, musste Roslawez schweigen.<\/p>\n<p>Was tat Roslawez, um als bekennender Marxist vor der Kommunistischen Partei in Ungnade zu fallen? Er war mit einem Wort: experimentierfreudig. Zu experimentierfreudig. Als hochbegabter Autodidakt aus einer Bauernfamilie stammend triumphierte er am Moskauer Konservatorium mit der Gro\u00dfen Silbermedaille. Der Musikkosmos von Scriabin sowie die symbolistische Dichtung faszinierten ihn anfangs. Dann feilte Roslawez an einem neuen Tonsystem herum &#8211; parallel zu den Wiener Avantgardisten um Sch\u00f6nberg. Roslawez&#8216; Ansatz basiert auf sechs- bis achtstimmigen Kl\u00e4ngen, die er Synthetakkorde nannte, und die sich mit gewissen Nebent\u00f6nen und Alternierungen auf jeder der 12-Tonstufen aufbauen lassen. Er wollte nicht nur die einzelnen 12-T\u00f6ne gleichberechtigt behandeln, sondern deren gesamte vertikale Struktur organisieren und systematisieren. Wie der Sch\u00f6nbergkreis auch benutzte Roslawez barocke Kompositionsprinzipien wie Umkehrungen und Spiegelungen. Doch die Andersartigkeit entpuppt sich beim H\u00f6ren.<\/p>\n<p><b>Werke voller romantischer Wucht<br \/>\n<\/b>Roslawez&#8216; Musik klingt in ihrer farbenreichen Expressivit\u00e4t warm und weich, assoziativ, und sie ist emotional leicht zug\u00e4nglich. Wirkt 12-Tonmusik zuweilen papieren abgezirkelt, haben Roslawez&#8216; Werke einen dreidimensionalen Bauch. Und an dessen Umfang arbeitet auf dieser CD leidenschaftlich die russische Pianistin Irina Emeliantseva. Vollmundig stemmt sie die romantische Wucht der Et\u00fcden, Sonaten, Pr\u00e4ludien und einzelnen Klavierst\u00fccke aus den politischen Umbruchsjahren von 1914 bis 1923, zaubert mit einem plastischen Klavierton impressionistisches Schimmern \u00fcber Roslawez parlierenden Gestus. Wer hier ein starres Kompositionskalk\u00fcl nach System erwartet, der wird vom Gegenteil \u00fcberrascht. Ein seltener Trumpf dieser bei Neos publizierten CD: mit der in Deutschland lebenden Pianistin Irina Emeliantseva trifft auch eine international mehrfach ausgezeichnete Komponistin auf einen Kollegen. Kein Garant f\u00fcr volle Notenb\u00e4uche, doch, abgesehen von der musikpolitischen und &#8211; wissenschaftlichen Bedeutung dieses aufgeschlossenen russischen Komponisten, im Fall von Roslawez und Emeliantseva funktioniert dieses Konzept eindrucksvoll.<\/p>\n<p>Von Julia Sch\u00f6lzel<\/p>\n<p><a title=\"ZIP-Archiv document, 2,6 MB\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/downloads\/album-infos\/NEOS_10902.zip\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infopaket f\u00fcr Presse und Vertriebe\u00a0\u00bb<\/a><br \/>\n(ZIP-Archiv, 2,6 MB)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infotext: Nikolaj Andrejewitsch Roslawez Igor Strawinsky, der es wissen musste, nannte ihn den interessantesten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts und schrieb am 12. 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