{"id":3200,"date":"2008-10-14T12:51:53","date_gmt":"2008-10-14T12:51:53","guid":{"rendered":"https:\/\/neos-music.com\/?post_type=product&#038;p=3200"},"modified":"2022-11-20T12:53:29","modified_gmt":"2022-11-20T12:53:29","slug":"claude-debussy-igor-stravinsky-le-sacre","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/neos-music.com\/en_us\/product\/claude-debussy-igor-stravinsky-le-sacre\/","title":{"rendered":"Claude Debussy, Igor Stravinsky: Le Sacre"},"content":{"rendered":"<p>Infotext:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"infotext\">\n<p><b>\u2026 EIN WUNDERSCH\u00d6NER ALPTRAUM \u2026<\/b><\/p>\n<p>Igor Strawinsky und Claude Debussy, obwohl Zeitgenossen, verfolgten musikalisch denkbar unterschiedliche Ans\u00e4tze. W\u00e4hrend Strawinsky die Welt mit neuartigen rhythmisch-metrischen Klangattacken schockierte, revolutionierte Debussy die Musik mit sehr viel subtileren Elementen: mit einer Harmonik, die keine tonale Basis mehr besa\u00df und einer Musiksprache, die der unbarmherzigen Logik Strawinskys eine Freiheit entgegensetzte, die konstruktivistische Momente mit einer bis dahin unbekannten Offenheit der musikalischen Form verband.<\/p>\n<p>Dennoch gab es eine kurze Phase im Schaffen dieser beiden Komponisten, in der sie sich gegenseitig stark beeinflussten und voneinander lernten. Es waren die f\u00fcr Europa so folgenreichen Jahre um 1914. Debussy war fasziniert von der Sprengkraft des\u00a0<i>Sacre<\/i>; Strawinsky hingegen erkannte in jener Zeit die Modernit\u00e4t Debussys, dem er bereits 1911 seine wegweisende Kantate\u00a0<i>Le Roi des \u00c9toiles<\/i>\u00a0gewidmet hatte. Auch wenn beide Komponisten sp\u00e4ter unterschiedliche Wege einschlugen\u00a0 \u2013 f\u00fcr einen kurzen Moment erg\u00e4nzten und durchdrangen sich ihre Ideen und schwei\u00dften ihre sonst so unterschiedlichen musikalischen Vorstellungen wie in einer Art Momentaufnahme zusammen.<\/p>\n<p>Als Igor Strawinsky Debussys 1914\/15 entstandene Komposition\u00a0<i>En blanc et noir<\/i>\u00a0f\u00fcr zwei Klaviere kennen lernte, ging ihm schlagartig die Bedeutung dieses Werkes auf: \u00bbAls ich neulich seine St\u00fccke\u00a0<i>En blanc et noir<\/i>\u00a0h\u00f6rte (von denen eines mir gewidmet ist), war ich erstaunt \u00fcber die Art, wie die au\u00dferordentliche Qualit\u00e4t von Debussys Klavierspiel auch die Gedanken des Komponisten gelenkt hat\u00ab, notierte er.<\/p>\n<p>Vor allem die \u00bbFreiheit und Frische des Handwerks\u00ab beeindruckten ihn an Debussy. Die drei St\u00fccke leben von der Vielfalt der melodischen und harmonischen Strukturen, von ihren neuartigen motivischen Bildungen und dem unerh\u00f6rten Klangfarbenreichtum. Debussy hatte lange an dieser Komposition gefeilt. Dass er mit dem Ergebnis zufrieden war, l\u00e4sst sich nicht zuletzt an der Widmung des dritten Satzes ablesen: \u00bb\u00e0 mon ami Igor Strawinsky\u00ab.<\/p>\n<p>F\u00fcr Debussy war kurz zuvor die Begegnung mit Strawinskys\u00a0<i>Sacre<\/i>\u00a0zum einschneidenden musikalischen Erlebnis geworden. Im Haus des Pariser Musikkritikers Laloy spielte er das Werk noch vor der Urauff\u00fchrung gemeinsam mit Strawinsky in der Klavierfassung und zeigte sich von der Auff\u00fchrung stark beeindruckt: \u00bbDiese verfolgt mich wie ein wundersch\u00f6ner Alptraum, und ich versuche vergeblich, mir den furchtbaren Eindruck wieder zu vergegenw\u00e4rtigen. Darum erwarte ich die Auff\u00fchrung wie ein kindliches Leckermaul\u00ab, lie\u00df er den Komponisten wissen.<\/p>\n<p>Dessen Vision eines geopferten M\u00e4dchens, das den Gott des Fr\u00fchlings g\u00fcnstig stimmen soll, wurde zum Ausgangspunkt f\u00fcr eine Ballettmusik, die einen der gr\u00f6\u00dften Skandale in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts entfesseln sollte. Barbarische, d\u00e4monisch-tobende Szenen eines heidnischen Menschenopfers artikulieren sich in einer brutalen Rhythmik, die das Werk vorantreibt und sich immer wieder in Detonationen und kreischenden Akkorden entl\u00e4dt.<\/p>\n<p>Strawinskys 1912 erschienene Fassung des\u00a0<i>Sacre<\/i>\u00a0f\u00fcr Klavier zu vier H\u00e4nden betont die dissonante Harmonik und die stockenden melodischen Anl\u00e4ufe, vor allem aber die komplexe Rhythmik mit ihren Ostinati und den rasch wechselnden Metren. Heidnische Kulthandlungen und Beschw\u00f6rungen kulminieren in einem Opfertanz, mit dem Strawinsky die Musik des 19. Jahrhunderts endg\u00fcltig hinter sich lie\u00df.<\/p>\n<p>Auch thematisch besch\u00e4ftigten sich Debussy und Strawinsky in dieser Zeit mit \u00e4hnlichen Fragestellungen. Beide setzten sich mit vorchristlichen Welten auseinander, Debussy mit der griechischen Antike, Strawinsky mit dem heidnischen Russland. Debussys\u00a0<i>Six \u00e9pigraphes antiques<\/i>\u00a0gehen auf eine B\u00fchnenmusik von 1901 zur\u00fcck. Die pseudo-antiken Gedichte sollten von f\u00fcnf jungen Frauen \u00bbbald mit Schleiern, bald im Gewand von Kos, bald g\u00e4nzlich unbekleidet\u00ab pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n<p>Vierzehn Jahre sp\u00e4ter bearbeitete Debussy Teile daraus zu einem eigenst\u00e4ndigen Klavierwerk. In den sechs St\u00fccken wird die klassische Antike in kalt marmornen und gleichzeitig sinnlichen Ganztonleitern, modalen Strukturen und kurzen, sich wiederholenden Motiven beschworen. Wird zu Beginn Pan, der Gott des Sommerwindes angerufen, so dankt am Schluss eine kurze Toccata dem Morgenregen.<\/p>\n<p>Einer anderen Art von Klassizismus huldigte Strawinsky in seiner 1943\/44 entstandenen\u00a0<i>Sonate f\u00fcr zwei Klaviere<\/i>, seinem letzten Werk f\u00fcr diese Besetzung: Als \u00bblogische Er\u00f6rterung des klingenden Materials, deren Ergebnis die musikalische Form ist\u00ab, hat er die Konzeption dieser Sonate einmal beschrieben.<\/p>\n<p>Martin Demmler<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Programm:<\/p>\n<p><b>Le Sacre<\/b><\/p>\n<p><b>Claude Debussy<\/b>\u00a0(1862\u20131918)<br \/>\n10:47\u00a0<b>En blanc et noir<\/b>\u00a0(1914\/15) for two pianos<\/p>\n<p>[01] 04:06\u00a0\u00e0 mon ami A. Kussewitsky<br \/>\n[02] 06:40 au lieutenant Jacques Charlot<br \/>\n<span id=\"flash1\"><\/span><\/p>\n<p>[03] 04:27 \u00e0 mon ami Igor Strawinsky<\/p>\n<p><b>Igor Stravinsky<\/b>\u00a0(1882\u20131971)<br \/>\n08:56\u00a0<b>Sonata for Two Pianos<\/b>\u00a0(1943\/44)<\/p>\n<p>[04] 04:09 Moderato<br \/>\n<span id=\"flash2\"><\/span><\/p>\n<p>[05] 01:45 Thema. Largo<br \/>\n[06] 00:40 Variation 1<br \/>\n[07] 00:43 Variation 2<br \/>\n[08] 00:54 Variation 3<br \/>\n[09] 00:42 Variation 4 (conclusion)<br \/>\n[10] 01:54 Allegretto<\/p>\n<p><b>Claude Debussy<br \/>\n<\/b>14:51\u00a0<b>Six \u00e9pigraphes antiques<\/b>\u00a0(1915) for piano four hands<\/p>\n<p>[11] 02:03 Pour invoquer Pan, dieu du vent d\u2019\u00e9t\u00e9<br \/>\n[12] 03:23 Pour un tombeau sans nom<br \/>\n<span id=\"flash3\"><\/span><\/p>\n<p>[13] 02:23 Pour que la nuit soit propice<br \/>\n[14] 02:06 Pour la danseuse aux crotales<br \/>\n[15] 02:42 Pour l\u2019\u00c9gyptienne<br \/>\n[16] 02:13 Pour remercier la pluie au matin<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Igor Stravinsky<br \/>\n<\/b>32:52\u00a0<b>Le Sacre du Printemps<\/b>\u00a0(1912)<br \/>\nversion for piano four hands<\/p>\n<p>Premi\u00e8re Partie: L\u2019adoration de la terre<\/p>\n<p>[17] 03:10 Introduction<br \/>\n<span id=\"flash4\"><\/span><\/p>\n<p>[18] 01:55 Les augures printaniers<br \/>\n[19] 01:16 Danses des adolescentes<br \/>\n[20] 01:22 Jeu du rapt<br \/>\n[21] 03:12 Rondes printani\u00e8res<br \/>\n[22] 01:45 Jeux de cit\u00e9s rivales<br \/>\n[23] 00:38 Cort\u00e8ge du sage<br \/>\n[24] 00:19 Le sage<br \/>\n[25] 01:19 Danse de la terre<\/p>\n<p>Deuxi\u00e8me Partie: Le sacrifice<\/p>\n<p>[26] 04:43 Introduction<br \/>\n<span id=\"flash5\"><\/span><\/p>\n<p>[27] 03:04 Cercles myst\u00e9rieux des adolescentes<br \/>\n[28] 01:22 Glorification de l\u2019\u00e9lue<br \/>\n[29] 00:37 \u00c9vocation des anc\u00eatres<br \/>\n[30] 03:42 Action rituelle des anc\u00eatres<br \/>\n[31] 04:22 Danse sacrale (L\u2019\u00e9lue)<\/p>\n<p>total time 74:19<\/p>\n<p><a class=\"arcoma_glossarylink\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?content=Kuenstler\/GrauSchumacher_Piano_Duo.php&amp;treplace=english%2Cgerman\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">GrauSchumacher Piano Duo<\/a><\/p>\n<p>Pressestimmen:<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/Diverdi-Logo013.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n09\/09<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/20805_Debussy.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_Piano_news.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n02\/09<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/20805_Piano_News.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/kulturradio_logo.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n30.01.2009<\/p>\n<p><b>&#8222;Le Sacre&#8220;<\/b><\/p>\n<p><b>Debussy &#8211; Strawinsky<\/b><\/p>\n<p>Das Klavierduo Andreas Grau und G\u00f6tz Schumacher hat sich als eine der innovativsten und kreativsten Duoformationen l\u00e4ngst einen Namen gemacht. Dabei kombinieren die beiden Pianisten gerne Musik unterschiedlicher Jahrhunderte nach thematischen Gesichtspunkten. H\u00f6hepunkte ihrer Diskographie sind dabei etwa die Produktion \u201emehrere kurze walzer\u201c mit Werken von Schubert bis Rihm, aber auch eine CD mit Bach im Original und in Bearbeitungen von Gy\u00f6rgy Kurt\u00e1g sowie der Fantasia contappuntistica von Ferruccio Busoni als Bach-Huldigung. Das neue Album umfasst Werke f\u00fcr Klavier zu 4 H\u00e4nden und zwei Klaviere von Claude Debussy und Igor Strawinsky, darunter die 4h\u00e4ndige Fassung des \u201eSacre du printemps.<\/p>\n<p>Die Idee, Debussy mit Strawinsky zu verkn\u00fcpfen, ist naheliegend. Beide waren auf ihre ganz eigene Weise Neuerer, beide kannten und sch\u00e4tzten die Musik des anderen \u2013 und schlie\u00dflich haben Debussy und Strawinsky den \u201eSacre\u201c noch vor der Urauff\u00fchrung gemeinsam am Klavier gespielt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Claude Debussy sind Andreas Grau und G\u00f6tz Schumacher gerade ideale Interpreten. Die daf\u00fcr erforderliche spielerische Leichtigkeit, ist ganz selbstverst\u00e4ndlich vorhanden. Dabei bleibt der Unterschied zu Strawinsky in der Qualit\u00e4t des Tones und Anschlags immer bestehen. Es wirkt nie hart, sondern jeder Ton besitzt Noblesse, manchmal auch ein leichtes Funkeln. Auch der f\u00fcr Debussy so charakteristische versteckte Humor kommt in dieser Aufnahme nicht zu kurz, wenn mitunter ein Einzelton etwas quer steht, eine besonders pointiert gespielte Tonfolge im leeren Raum bleibt oder ein Ausbruch scheinbar sinnloser Virtuosit\u00e4t \u00fcberrascht. Trotz aller Perfektion in der Beherrschung der Form bleiben Debussys sp\u00e4te Zyklen nie unpers\u00f6nlich oder kalt; Grau und Schumacher respektieren die Privatsph\u00e4re dieser Musik und belassen vieles auch im Verborgenen und Geheimnisvollen. Das ist nie aufdringlich, sondern fordert vom H\u00f6rer ein klares Entgegenkommen. Musik f\u00fcr wache Ohren.<\/p>\n<p>Bei Igor Strawinskys 4-h\u00e4ndiger Klavierfassung des \u201eSacre du printemps\u201c bewundert man zun\u00e4chst die \u00dcberschaubarkeit und Ordnung, mit der Andreas Grau und G\u00f6tz Schumacher die komplexe Partitur bew\u00e4ltigen. In dieser Hinsicht sind sie f\u00fcr diese Musik ideale Interpreten. Dennoch ist der \u201eSacre\u201c f\u00fcr gro\u00dfes Orchester geschrieben, und diese Orchesterfarben finden sich zu wenig auf dem Klavier wieder. Dadurch wird es bei \u00fcber einer halben Stunde Spieldauer klanglich leicht etwas eindimensional. Mehr Anschlagsnuancen w\u00e4ren sicherlich von Vorteil gewesen.<\/p>\n<p>Ein \u2013 trotz der kleinen Einschr\u00e4nkung \u2013 Album auf hohem Niveau; dennoch bei\u00dft sich dieses aktuelle Album etwas zu sehr im 20. Jahrhundert fest, wo doch Andreas Grau und G\u00f6tz Schumacher dort besonders stark sind, wo sie Programme mit Musik aus unterschiedlichen Jahrhunderten zusammenstellen. Um ihre Spitzenposition zu festigen, w\u00e4re vielleicht sogar der Blick in Richtung Mozart anzuraten \u2013 schon in Vorfreude auf eine unkonventionelle Sichtweise des Bekannten, wof\u00fcr man dieses Klavierduo so sehr sch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Andreas G\u00f6bel<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_ndr_kultur.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n25.01.2009<\/p>\n<p><b>Ein gro\u00dfer Musikskandal in neuer Inszenierung<\/b><\/p>\n<p>Die Pariser Urauff\u00fchrung von Igor Strawinskys Ballettmusik &#8222;Le Sacre du Printemps&#8220; im Jahr 1913 ist als einer der gr\u00f6\u00dften Musikskandale in die Geschichte eingegangen. Der Komponist hat seine Vision eines rituellen Menschenopfers, das den Gott des Fr\u00fchlings gn\u00e4dig stimmen soll, mit dissonanten Akkorden und einer mitunter fast brutalen Rhythmik vertont \u2013 und viele der damaligen Zuh\u00f6rer vor den Kopf gesto\u00dfen. Heute gilt der Sacre jedoch als eines der gr\u00f6\u00dften Werke des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Schon vor der Urauff\u00fchrung schrieb Strawinsky eine Fassung f\u00fcr Klavier zu vier H\u00e4nden. Und die steht nun im Mittelpunkt einer neuen CD des Duos GrauSchumacher, die bei dem Label neos erschienen ist. In ihrer packenden Interpretation lassen die beiden Pianisten das Orchester nahezu vergessen \u2013 denn am Klavier klingt das St\u00fcck transparenter und stellenweise auch eine Spur bissiger.<\/p>\n<p>Die beiden Pianisten legen hier eine beeindruckende Perfektion an den Tag und gew\u00e4hren dem H\u00f6rer einen glasklaren Einblick in die komplexen rhythmischen Strukturen der Musik. Dabei entfachen sie auf den 88 Tasten des Fl\u00fcgels eine breite Palette ganz unterschiedlicher Farben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/Musik%26Theater.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/20805_Musik%26Theater.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/logo_zeit.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n<b>19. M\u00e4rz 2009<\/b><\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/20805_Zeit_090319.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/FoFo_logo.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n<b>M\u00e4rz 2009<\/b><\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/various\/20805_FoFo_0309.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/klassikcom.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n26.02.2009<\/p>\n<p><b>Von h\u00e4mmernder Motorik<\/b><\/p>\n<p>GrauSchumacher Piano Duo spielt: Klavierwerke von Debussy &amp; Strawinsky<\/p>\n<p>Strawinskys bevorzugtes Instrument war das Klavier. F\u00fcr seine experimentelle Herangehensweise beim Komponieren stand ihm das Tasteninstrument stets zur Seite, wenn er es gerade einmal nicht als Konzertpianist auf der B\u00fchne zum klingen brachte. Dies ist in Hinblick auf die zahlreichen Ballette und Orchesterwerke des Komponisten weniger erstaunlich, fand er doch in dem ber\u00fchmten \u2018Le Sacre du Printemps\u2019 zu einem Orchesterklang, der an Trockenheit, N\u00fcchternheit und dem bewussten Ausschlie\u00dfen von Klangsch\u00f6nheit im fr\u00fchen 20. Jahrhundert nicht mehr \u00fcbertroffen werden konnte. Vom harten Anschlag und dem weiten Tonumfang des Klaviers aus gedacht, lassen sich die meisten Ballette Strawinskys f\u00fcr das Instrument problemlos umschreiben. So ist es nicht verwunderlich, dass Strawinsky selbst zahlreiche Klaviertranskriptionen eigener orchestraler Werke anfertigte.<br \/>\nDie brutale Rhythmik mit ihren \u00fcbereinander gelagerten Ostinatoschichtungen und den best\u00e4ndig wechselnden Akzenten und Taktvorzeichnungen ist auch oder gerade besonders in der Fassung f\u00fcr vierh\u00e4ndiges Klavier ein Indiz f\u00fcr die ekstatische Wirkung, die vom \u2018Sacre du Printemps\u2019 seit seiner Entstehung im Jahr 1912 ausgeht. Seither entstanden zahlreiche Orchestereinspielungen des Werkes; von hoher Qualit\u00e4t und von bewusst n\u00fcchterner Sachlichkeit ist die Aufnahme des Strawinsky-Verehrers Pierre Boulez und dem Chicago Symphony Orchestra. Der Herausforderung der Ankn\u00fcpfung an solch hohe Ma\u00dfst\u00e4be stellte sich das GrauSchumacher Piano Duo in insgesamt vier Werken Strawinskys und Debussy f\u00fcr zwei Klaviere oder zu vier H\u00e4nden.<br \/>\nSo gegens\u00e4tzlich die beiden Komponisten sich gleichsam in den Auspr\u00e4gungen des In- und Expressionismus gegen\u00fcberstanden, umso mehr sch\u00f6pften sie gegenseitig voneinander; waren die Zeitgenossen doch nachweislich gegenseitige Bewunderer. Claude Debussys \u2018En blanc et noir\u2019 ist eine dreis\u00e4tziges Werk f\u00fcr zwei Klaviere, welches von der Vielfalt kurzer Motive und wechselnden Kl\u00e4ngen gepr\u00e4gt ist und den Eindruck eines organisch-flie\u00dfenden Klanggem\u00e4ldes entstehen l\u00e4sst. Die Interpretation des an musikalischen Gestaltungsmitteln reichen Werkes gelingt dem Klavierduo auf eine so hervorragende Weise, dass trotz der enormen Virtuosit\u00e4t die vielen Strukturver\u00e4nderungen und -\u00fcberlagerungen deutlich h\u00f6rbar sind. Dem entgegen stehen die \u2018Six \u00e9phigraphes antiques\u2019 Debussys, welche von den sinnlichen Klangvorstellungen der griechischer Antike aus konzipiert sind. Jeder Satz f\u00fcr sich strahlt bei dieser Einspielung eine erhabene Ruhe aus und gleichzeitig entsteht der Eindruck nicht nur fremder Tonalit\u00e4ten, sondern auch die H\u00f6rt\u00e4uschung einer anderen Stimmung als die unver\u00e4nderliche gleichschwebend-temperierte Stimmung der Klaviere. Diese unglaubliche Wirkung ist dem so differenzierten Anschlag Andreas Graus und G\u00f6tz Schumachers zu verdanken, obwohl das Werk so reduzierte gestalterische Mittel aufweist.<br \/>\nAuf eine andere Weise spielt auch Strawinsky mit dem Einsatz sparsamer Mittel in seiner Sonate f\u00fcr zwei Klaviere, die recht sp\u00e4t in den Kriegsjahren 1943\/44 entstand. Im Gegensatz zu seinen fr\u00fcheren radikaleren Werken bleibt diese Komposition den neoklassizistischen Tendenzen Strawinskys nicht fern, denn hier kn\u00fcpft er andeutungsweise an alte Formschemata des Sonatenhauptsatzes an. Insgesamt ist das Werk vergleichsweise unspektakul\u00e4r mit seinen braven, wenig variierten Melodiefloskeln, obwohl die Idee der Einbettung von Variationen in den Rahmen einer dreis\u00e4tzigen Sonate raffiniert erscheint.<br \/>\nZentrum dieser bemerkenswerten Aufnahme ist die gut 30-min\u00fctige Interpretation des \u2018Sacre\u2019 f\u00fcr Klavier zu vier H\u00e4nden. Der mitrei\u00dfende Elan der beiden Pianisten und deren unglaubliche Spielpr\u00e4zision beleuchten das Ballett, welches einzigartig und isoliert in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts seinen Platz findet, von einer sowohl klanglichen, wie auch analytisch neuen Seite. Besonders die komplexe \u00dcberlagerung der vielen verschiedenen rhythmischen Gestalten wirkt in der Fassung f\u00fcr Klavier noch durchsichtiger und klarer. W\u00e4hrend die h\u00e4mmernden motorischen Anschl\u00e4ge des Klaviers dem n\u00fcchternen Orchesterklang des \u2018Sacre\u2019 in nichts nachstehen, erscheinen die ruhigeren Formteile in neuem Gewand.<br \/>\nInsgesamt ist die spannende Gegen\u00fcberstellung Debussy-Strawinsky in den vier Klavierwerken aufgrund der enormen hohen Spielbereitschaft und der vermittelten Freude bei den Interpretationen auf dieser Aufnahme \u00fcberaus gelungen. Eine solch mitrei\u00dfende Einspielung l\u00e4sst auf weitere CD-Aufnahmen des Klavierduos vorzugsweise so unbarmherzig bahnbrechender Werke hoffen.<br \/>\nMarion Beyer<\/p>\n<p>Interpretation:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars4.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nKlangqualit\u00e4t:\u00a0\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars5.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nRepertoirewert:<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars4.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nBooklet:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars4.gif?ssl=1\" \/><\/p>\n<p><b><\/b><\/p>\n<p><b>NDR-Kultur<br \/>\n<\/b>25.01.2009<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Musikskandal in neuer Inszenierung<\/p>\n<p>Die Pariser Urauff\u00fchrung von Igor Strawinskys Ballettmusik &#8222;Le Sacre du Printemps&#8220; im Jahr 1913 ist als einer der gr\u00f6\u00dften Musikskandale in die Geschichte eingegangen. Der Komponist hat seine Vision eines rituellen Menschenopfers, das den Gott des Fr\u00fchlings gn\u00e4dig stimmen soll, mit dissonanten Akkorden und einer mitunter fast brutalen Rhythmik vertont \u2013 und viele der damaligen Zuh\u00f6rer vor den Kopf gesto\u00dfen. Heute gilt der Sacre jedoch als eines der gr\u00f6\u00dften Werke des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Schon vor der Urauff\u00fchrung schrieb Strawinsky eine Fassung f\u00fcr Klavier zu vier H\u00e4nden. Und die steht nun im Mittelpunkt einer neuen CD des Duos GrauSchumacher, die bei dem Label neos erschienen ist. In ihrer packenden Interpretation lassen die beiden Pianisten das Orchester nahezu vergessen \u2013 denn am Klavier klingt das St\u00fcck transparenter und stellenweise auch eine Spur bissiger.<\/p>\n<p>Die beiden Pianisten legen hier eine beeindruckende Perfektion an den Tag und gew\u00e4hren dem H\u00f6rer einen glasklaren Einblick in die komplexen rhythmischen Strukturen der Musik. Dabei entfachen sie auf den 88 Tasten des Fl\u00fcgels eine breite Palette ganz unterschiedlicher Farben.<\/p>\n<p>Titel: Le Sacre &#8211; Werke von Strawinsky und Debussy, u.a. Le Sacre du Printemps und Six \u00e9pigraphes antiques<br \/>\nInterpreten: Klavierduo GrauSchumacher<br \/>\nBestellnummer: 20805<br \/>\nErschienen bei: NEOS<\/p>\n<p>Autor: Marcus St\u00e4bler<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/Wiener_Zeitung_logo.png?ssl=1\" \/><br \/>\n24.12.2009<\/p>\n<p><b>Strawinsky: Le Sacre du Printemps<br \/>\n<\/b>Musik f\u00fcr Klavier zu vier H\u00e4nden<\/p>\n<p>Hauptattraktion ist selbstverst\u00e4ndlich Strawinskys &#8222;Le Sacre du Printemps&#8220; in st\u00e4hlerner H\u00e4rte und teilweise rasendem Tempo. Wunderbar gespielt auch die Sonate desselben Komponisten und Claude Debussys &#8222;En blanc et noir&#8220;. F\u00fcr mich aber der H\u00f6hepunkt: Debussys &#8222;Six \u00e9pigraphes antiques&#8220;, intellektuell kontrolliert und so glasklar gespielt, dass dem Zuh\u00f6rer bewusst wird, wie ungeheuer modern diese Musik ist. Einfach grandios!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infotext: \u2026 EIN WUNDERSCH\u00d6NER ALPTRAUM \u2026 Igor Strawinsky und Claude Debussy, obwohl Zeitgenossen, verfolgten musikalisch denkbar unterschiedliche Ans\u00e4tze. 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