{"id":3224,"date":"2008-09-10T13:37:01","date_gmt":"2008-09-10T13:37:01","guid":{"rendered":"https:\/\/neos-music.com\/?post_type=product&#038;p=3224"},"modified":"2022-11-20T13:38:38","modified_gmt":"2022-11-20T13:38:38","slug":"gerald-eckert-chamber-music","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/neos-music.com\/en_us\/product\/gerald-eckert-chamber-music\/","title":{"rendered":"Gerald Eckert: Chamber Music"},"content":{"rendered":"<p>Infotext:<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" rules=\"none\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"bigcontent2\">\n<div id=\"infotext\">\n<p><b>RAUMGREIFEND UND SCHWERELOS<\/b><\/p>\n<p>So filigran und \u00e4sthetisch ausgewogen Eckerts Partituren dem Betrachter entgegenkommen, so entschieden, ja geradezu pedantisch verlangen sie den Interpreten ein \u00e4u\u00dferst differenziertes Klangspektrum ab und dynamische Abstufungen, die an die Grenzen des Machbaren gehen, die R\u00e4nder der Wahrnehmung und des technischen Verm\u00f6gens markieren, jedoch verbindlich sind, extrem verbindlich sogar.<\/p>\n<p>Gesten und konkreteste spieltechnische Vorstellungen sind auf diese Art und Weise formuliert, die nur darauf warten, in Kl\u00e4nge umgewandelt und damit zum Leben erweckt zu werden, etwa im St\u00fcck\u00a0<i>Vom Innen \u2013 K\u00f6rnung<\/i>\u00a0f\u00fcr Viola solo, das von Beginn an \u203aatemlose\u2039 Skalen zwischen vier- und f\u00fcnffachem Pianissimo vorsieht und den Einzelton in einer durch Obertonspektren aufgerauten, in sich bewegten und doch geradezu monochromen Klangfl\u00e4che aufgehen l\u00e4sst. Triller gleichen in dieser st\u00e4ndigen Bewegung einem nur kurz innehaltenden Vibrieren. Wie in\u00a0<i>NEN VII<\/i>\u00a0f\u00fcr Fl\u00f6te, Violoncello und Tonband oder in\u00a0<i>Sch\u00e4chte \u2013 les nuages d\u2019automne<\/i>\u00a0f\u00fcr Fl\u00f6te, Viola und Harfe ist im Moment der Klangentfaltung schon wieder ein Ansatz von Vergehen, von permanentem Perspektivenwechsel sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>Unverwechselbar an Eckerts Partituren ist die kalligraphische Fragilit\u00e4t der Schreibweise. Ausschlie\u00dflich per Hand sind die Noten auf Papier gebannt, scheint doch die Fixierung der imagin\u00e4ren Klangvorstellung Teil der Werkgenese zu sein. Sobald die instrumentale Besetzung selbst nur eine intime kammermusikalische Formation vorsieht, verweigern sich die Partiturformate den g\u00e4ngigen Normvorgaben. Das Raumgreifende und gleichzeitig Schwerelose der diffizilen Handschrift ruft unweigerlich das visuelle \u0152uvre Eckerts ins Ged\u00e4chtnis, seine Tuschezeichnungen oder den Fotozyklus\u00a0<i>Lichtgeschw\u00e4rztes<\/i>, der Lichtreflexionen an Folienoberfl\u00e4chen als eine Art \u203anegative Schatten\u2039 sichtbar macht, spezifische Bewegungsmomente eben, die sowohl seine St\u00fccke wie seine Bilder durchdringen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Eckert geht die musikalische wie graphische Arbeit denn auch Hand in Hand, so dass seine Bilder durchaus als Visualisierung von Musik verstanden werden k\u00f6nnen. Um etwa ein Klanggeschehen bei Werken mit Instrumenten und Elektronik konkret sichtbar zu machen, erstellt Eckert zun\u00e4chst ein sogenanntes Sonogramm, das den tempor\u00e4ren Verlauf von Frequenzen innerhalb eines Zeitabschnittes zeigen kann. Diese Art von visueller Klangdarstellung f\u00fchrt plastisch vor Augen, wie entscheidend der Obertonanteil f\u00fcr die subtile Ver\u00e4nderung eines Klangspektrums ist und stellt damit einen zentralen Moment in Eckerts musikalischem Schaffen dar.<\/p>\n<p>Denn schon seit Jahren entsprechen die Fragilit\u00e4t und gleichzeitige Exaktheit solch einer Werkstruktur seinem kompositorischen Anliegen. \u00c4u\u00dferste Differenziertheit, Subtilit\u00e4t und Detailreichtum im Sinne einer inneren Komplexit\u00e4t sind f\u00fcr alle seine St\u00fccke charakteristisch. Ausgefeilte Obertonspektren verleihen seiner Musik und den Momenten \u2013 den inneren wie den \u00e4u\u00dferen \u2013 eine spezifische Klanglichkeit, die wiederum Ausdruck der immanenten Strukturen ist.<\/p>\n<p>Analoges kennzeichnet seinen Fotozyklus: So schwerelos und \u00e4therisch diese Bilder erscheinen, so sehr sind sie doch Ergebnis von genau kalkuliertem Gegenteil, Resultat von in bestimmte Lagen und Positionen gezwungenem Material (Folien), das Lichtprojektionen ausgesetzt wird und so den Anschein unmittelbarer Leichtigkeit erweckt. Diese Umwandlung von potentieller Energie in kinetische Energie \u2013 diese Transformation der inneren Kr\u00e4fte \u2013 schafft in Eckerts Musik Bewegungsimpulse, die den H\u00f6rer ergreifen, unabh\u00e4ngig davon, ob er den Prozess technisch nachvollziehen kann oder nicht.<\/p>\n<p>Meret Forster<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Programm:<\/p>\n<p>[01] 11:05\u00a0<b>Studie \u00fcber Nelly Sachs<\/b>\u00a0(2004\/2008) f\u00fcr Sopran, Fl\u00f6te, Harfe, Akkordeon, Schlagzeug, Violine und Kontrabass<br \/>\n[02] 07:59\u00a0<b>Vom Innen &#8211; K\u00f6rnung<\/b>\u00a0(2003) f\u00fcr Viola Solo<br \/>\n<span id=\"flash1\"><\/span><\/p>\n<p>[03] 10:30\u00a0<b>Nen VII<\/b>\u00a0(2007) f\u00fcr Fl\u00f6te, Violoncello und Tonband<br \/>\n[04] 15:04\u00a0<b>Sch\u00e4chte &#8211; les nuages d&#8217;automne<\/b>\u00a0(2002) f\u00fcr Fl\u00f6te, Viola und Harfe<br \/>\n<span id=\"flash2\"><\/span><\/p>\n<p>[05] 05:29\u00a0<b>Klangr\u00e4ume II<\/b>\u00a0(1991\/2000) f\u00fcr Piccolofl\u00f6te und Tonband<br \/>\n[06] 08:21\u00a0<b>Feld 3.<\/b>\u00a0(2005) f\u00fcr Fl\u00f6te und Harfe<br \/>\n[07] 11:51\u00a0<b>wie Wolken um die Zeit legt<\/b>\u00a0(1996\/1997) f\u00fcr Sopran, Fl\u00f6te, Akkordeon und Schlagzeug<br \/>\n[08] 07:18\u00a0<b>F\u00e4den<\/b>\u00a01st Part (2006) f\u00fcr Fl\u00f6te, Violoncello, Akkordeon und Harfe<br \/>\n<span id=\"flash3\"><\/span><\/p>\n<p><b>Gesamt:\u00a078:27<\/b><\/p>\n<p><b><a class=\"arcoma_glossarylink\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/output.php?content=Kuenstler\/ensemble_reflexion_K.php&amp;treplace=english%2Cgerman\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">ensemble reflexion K<\/a><\/b><br \/>\nSarah Maria Sun, Sopran \u2219 Beatrix Wagner, Fl\u00f6te \u2219 Eva Ignatjeva, Harfe<br \/>\nEva Z\u00f6llner, Akkordeon \u2219 Guillaume Chastel, Schlagzeug \u2219 Lenka Zupkova, Violine<br \/>\nKirstin Maria Pientka, Viola \u2219 Gerald Eckert, Violoncello\/Leitung<br \/>\nKirstj\u00e1n Sigurleifsson, Kontrabass<\/p>\n<p>Pressestimmen:<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/Elbe-Jeetzel-Zeitung.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n06\/09<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/10715_10803_10811_ElbeJeetz.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/blz_logo.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n09.05.2009<\/p>\n<p><b>Die sublime Physik der Kl\u00e4nge<br \/>\n<\/b>Der Komponist Gerald Eckert macht sie h\u00f6rbar<\/p>\n<p>Im Ton steckt etwas drin. Andere T\u00f6ne, Ger\u00e4usche, Rhythmen, Licht oder Dunkel, Tr\u00e4ume, \u00c4ngste, Gl\u00fccksversprechen. Man kann T\u00f6ne mit anderen verbinden zu Melodien oder Akkorden, das geht schnell und ist einpr\u00e4gsam, man nimmt seinen Ohrwurm mit nach Hause. Aber das ist, wie \u00fcber eine Wiese zu laufen und haufenweise Leben zu zertreten, differenziertes, entwickeltes, zum Teil hochorganisiertes Leben. Es braucht den Forscher, der uns dieses Leben zeigt und uns ein Gef\u00fchl daf\u00fcr gibt, welchen Wert und welche Sch\u00f6nheit es hat.<\/p>\n<p>Der Komponist Gerald Eckert ist ein so geduldiger wie unnachgiebiger Erforscher des Innenlebens der T\u00f6ne. Dass man die Musik, ja selbst den Namen dieses Mannes in Berlin kaum kennt, ist im Grunde ein Skandal. Denn Eckert schreibt nicht nur die vielleicht klanglich sublimsten und differenziertesten Partituren unserer Zeit, er strukturiert den Klang auf eine Weise, die von gr\u00f6\u00dfter intellektueller Spannung zeugt und im Ergebnis zugleich fragil und definitiv ist.<\/p>\n<p>Er wurde 1960 in N\u00fcrnberg geboren und studierte zun\u00e4chst Physik und Mathematik. Musik machte er auf dem E-Bass in einer Jazzrock-Formation, sp\u00e4ter setzte er die Experimente auf dem Cello fort. Die ersten Noten schrieb er erst jenseits der 20, sein Kompositionsstudium bei Walter Zimmermann und Nicolaus A. Huber begann er mit 29 Jahren. Heute lebt er in Eckernf\u00f6rde und verbreitet mit seinem &#8222;ensemble reflexion K&#8220; und dem Festival &#8222;Provinzl\u00e4rm&#8220; die Neue Musik in Schleswig-Holstein. Am Donnerstag hat er in der Hochschule f\u00fcr Musik &#8222;Hanns Eisler&#8220; in der Reihe &#8222;Komponieren zur Zeit&#8220; zwei seiner Werke vorgestellt, &#8222;des Nichts, verlorene Schatten&#8220; f\u00fcr Ensemble und &#8222;Versuch \u00fcber Nelly Sachs&#8220; f\u00fcr Sopran und Ensemble.<\/p>\n<p>In jedem Moment sp\u00fcrt man Eckerts naturwissenschaftliche Pr\u00e4gung. Vielleicht ist seine Musik ohne Weberns Poetik des Leisen, ohne Xenakis&#8216; mathematische Ans\u00e4tze, ohne Lachenmanns klangliche Verfremdungen nicht denkbar. Aber dies alles formt Eckert vom Standpunkt einer Physik des Klangs aus um. Bis ins Detail erforscht er die Obertonspektren der Instrumente, erfindet verwegene Techniken, um sie h\u00f6rbar zu machen, als Mehrkl\u00e4nge der Bl\u00e4ser, als mikrotonale Flageoletts in den Streichern, als unharmonische Schwingungen eines aufgeh\u00e4ngten Donnerblechs: Permanent oszilliert diese Musik um die Grenze zwischen Klang und Ger\u00e4usch. Hinter diesem farbigen, zugleich eigent\u00fcmlich verhangenen Geschehen stehen kunstvoll verschleierte, mehrfach gebrochene Strukturen. Eckert interessiert sich f\u00fcr die Energie des Augenblicks und wie sie sich verwandelt, wie ihre Farben umschlagen, wie sie sich im Raum bewegen.<\/p>\n<p>Wie wenig ist damit gesagt! Was seine Musik will, das l\u00e4sst sich weniger in Worte als in Bilder umwandeln, die Eckert seit 1989 auch in verschiedensten Techniken, von Tusche bis Fotografie, verfertigt. Es sind Bilder, auf denen eine Bewegung stattgefunden hat, die die Zeit in sich aufgenommen haben &#8211; etwa in den abstrakten Fotografien als Belichtungszeit. Der alte Traum der Avantgarde, aus der \u00dcberlast der Kultur und aus den Tr\u00fcbungen der immer schon anwesenden Diskurse ins Freie zu gelangen, hat sich in Eckerts Musik in einer seiner sch\u00f6nsten Formen verwirklicht.<\/p>\n<p><i>Peter Uehling<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/Wiener_Zeitung_logo.png?ssl=1\" \/><br \/>\n06.11.2008<\/p>\n<p><b>Klangr\u00e4ume der Kammermusik<br \/>\n<\/b>Eckert, Gerald: Kammermusik<\/p>\n<p>Gerald Eckert (Jahrgang 1960) ist nicht nur Musiker. Damit allein w\u00e4re er kaum imstande, so zu komponieren, wie er es tut. Denn rund um die Musik, die von fein ziselierten bis zu dichten, intensiven Kl\u00e4ngen reicht, gruppierte er schon fr\u00fch seine Interessen f\u00fcr die Physik und die Mathematik, f\u00fcr Malerei, Architektur und Literatur.<\/p>\n<p>Letzteres Gebiet fand in der &#8222;Studie \u00fcber Nelly Sachs&#8220; (2004\/08) seine Auspr\u00e4gung, die neben den Kompositionen f\u00fcr Instrumente und Tonband (&#8222;Nen VII&#8220;, &#8222;Klangr\u00e4ume II&#8220;) auf der CD den st\u00e4rksten Eindruck hinterl\u00e4sst.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/klassikcom.gif?ssl=1\" \/><br \/>\n19.10.2008<\/p>\n<p><b>Des Guten zuviel?<\/b><\/p>\n<p>Interpretation:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars3.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nKlangqualit\u00e4t:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars5.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nRepertoirewert:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars3.gif?ssl=1\" \/><br \/>\nBooklet:\u00a0<img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/stars2.gif?ssl=1\" \/><\/p>\n<p>Demjenigen, der sich n\u00e4her mit der Musik Gerald Eckerts befassen m\u00f6chte, bietet das Labels NEOS mit einer neuen, klangtechnisch hervorragenden Ver\u00f6ffentlichung ausgiebige Gelegenheit dazu. Nach entsprechenden, in den vergangenen Jahren bei col legno (2004) und edition zeitklang (2006) erschienen Produktionen ist dies nun immerhin schon die dritte Portr\u00e4t-CD, die sich dem Schaffen des 1960 in N\u00fcrnberg geborenen und heute im Ostseebad Eckernf\u00f6rde ans\u00e4ssigen Komponisten und Cellisten widmet. Dass diesmal zugunsten von Kammermusik auf Ensemble- oder Orchesterwerke verzichtet wird, tr\u00e4gt zwar zu einer gr\u00f6\u00dferen Einheitlichkeit bei, l\u00e4sst die Scheibe in ihrer Gesamtwirkung jedoch auch hinter die fr\u00fcheren Produktionen zur\u00fcckfallen. Denn insgesamt leidet die Platte ein wenig unter der mit der Werkauswahl verbundenen musikalischen wie klanglichen Beschr\u00e4nkung. Verst\u00e4rkt wird dies durch Eckerts sicherlich nicht klischeehaft intendierten, aber dennoch manchmal eine Spur zu aufdringlichen Umgang mit den inzwischen im zeitgen\u00f6ssischen Musikschaffen allgegenw\u00e4rtigen Topoi der Neuen Musik.<br \/>\nZu ihnen geh\u00f6rt etwa das Spiel an den R\u00e4ndern von H\u00f6rschwelle und dynamischer Realisierbarkeit, das gl\u00fccklicherweise gelegentlich durch lautere Passagen durchbrochen wird, aber auch das Auftauchen charakteristischer Figurationen und Klang- oder Ger\u00e4uschfarben bei Verwendung bestimmter Instrumente oder Instrumentalkombinationen, das gelegentlich schon zur Formelhaftigkeit tendiert. Dass gerade der auch in technischer Hinsicht von Sopranistin Sarah Maria Sun nicht ganz \u00fcberzeugend realisierte Stimmpart in der \u201aStudie \u00fcber Nelly Sachs\u2019 f\u00fcr Sopran, Fl\u00f6te, Harfe, Akkordeon, Schlagzeug Violine und Kontrabass (2004\/08) aufgrund der wenig originell wirkenden kompositorischen Behandlung hiervon betroffen ist, erscheint umso bedauerlicher, als dieses St\u00fcck auf instrumentaler Ebene am ehesten die gro\u00dfartigen F\u00e4higkeiten des Komponisten im Umgang mit Klangfarben\u00fcberg\u00e4ngen verdeutlicht: Wie Eckert n\u00e4mlich die Farben von gestrichenen Schlaginstrumenten oder Akkordeon (subtil realisiert von Perkussionist Guillaume Chastel und Akkordeonistin Eva Z\u00f6llner) unmerklich ineinander \u00fcbergehen l\u00e4sst, ist in h\u00f6chstem Ma\u00dfe faszinierend und beweist zur Gen\u00fcge, wie intensiv er sich mit dem Klang und den Bedingungen seiner Entstehung auseinandersetzt.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus tauchen jedoch auch andere Klangsituationen, immer wieder auf: Die Art etwa, wie in \u201aF\u00e4den\u2019 f\u00fcr Fl\u00f6te, Violoncello, Akkordeon und Harfe (2006) Akzentattacken der Fl\u00f6te von den durch Eva Ignatjeva beigesteuerten Harfeneins\u00e4tzen unterst\u00fctzt werden, wiederholt sich in St\u00fccken wie \u201aFeld 3.\u2019 f\u00fcr Fl\u00f6te und Harfe (2005), ebenso das in seiner spezifischen Wirkung h\u00e4ufiger eingesetzte \u00dcberblasen von Fl\u00f6tent\u00f6nen oder die Art der Entwicklung von langen Tondauern. Als H\u00f6rer bekommt man dadurch schon mal den Eindruck, hier werde mit einem begrenzten Repertoire an Ausdrucksmomenten gearbeitet, das gelegentlich formelartig wieder aufgegriffen wird. Da mag es noch so sehr zutreffen, dass \u2013 wie Meret Forster in ihrem kurzen, aber doch viel zu wenig aussagekr\u00e4ftigen Booklet-Essay schreibt \u2013 \u201a\u00e4u\u00dferste Differenziertheit, Subtilit\u00e4t und Detailreichtum im Sinne einer inneren Komplexit\u00e4t\u2019 f\u00fcr alle St\u00fccke Eckerts charakteristisch sind: Dem Zuh\u00f6rer teilt sich dies aufgrund \u00e4hnlicher Klangfarbenverl\u00e4ufe manchmal nur bedingt mit, zumal das gewisse Etwas, das bei der Wahrnehmung von Eckerts Kompositionen in Live-Situationen als kommunikatives Element wahrnehmbar ist und ihr eine besondere Spannung verleihen kann, hier \u2013 so gerade in \u201awie Wolken um die Zeiten legt\u2019 f\u00fcr Sopran, Fl\u00f6te, Akkordeon und Schlagzeug (1996\/97) \u2013 fehlt.<br \/>\nHinzu kommt, dass die Musik aufgrund ihrer Eigenheiten die Mitglieder aus dem vom Komponisten geleiteten \u201aEnsemble Reflexion K\u2019 auf ein enges Repertoire an Techniken beschr\u00e4nkt und ihnen daher nur wenig Spielraum zur tats\u00e4chlichen Entfaltung ihrer F\u00e4higkeiten bietet. W\u00e4hrend so Geigerin Lenka \u017dupkov\u00e1 und Kontrabassist Kristj\u00e1n Sigurleifsson mit ihrem Spiel notgedrungen im Hintergrund bleiben, zeigt sich gerade in solistischen St\u00fccken wie dem von Kristin Maria Pientka packend dargebotenen \u201aVom Innen \u2013 K\u00f6rnung\u2019 f\u00fcr Viola solo (2003) oder der von Beatrix Wagner virtuos ausgeloteten Komposition \u201aKlangr\u00e4ume II\u2019 f\u00fcr Piccolo und Tonband (1991\/2000), welch gro\u00dfes interpretatorisches Potenzial hier verborgen ist. Den Interpreten zuliebe und angesichts des Umstands, dass die Konfrontation mit dem Schaffen anderer Zeitgenossen als Gegenentwurf zu Eckerts Werken durchaus positiv gewesen w\u00e4re, h\u00e4tte ich mir (wie auf der ersten, 2003 bei Ambitus erschienen Ensemble-CD realisiert) f\u00fcr das Ensemble, das sich laut eigenem Verst\u00e4ndnis \u201akonzentriert, konsequent, kritisch und konzeptionell mit dem Schaffen unterschiedlichster Komponistinnen und Komponisten aus dem In- und Ausland auseinander\u2019 setzt, ein abwechslungsreicheres Programm gew\u00fcnscht. Optionen hierzu h\u00e4tte es genug gegeben, st\u00f6\u00dft man doch in den Konzertprogrammen des laufenden Jahres auf so viel versprechende Namen wie Nicolaus A. Huber oder Gordon Kampe. Die CD-Produktion zumindest h\u00e4tte dadurch sowie durch das Weglassen des einen oder anderen Eckertschen Werkes wesentlich bereichert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dr. Stefan Drees<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/Kieler_Nachrichten_Logo.jpg?ssl=1\" \/><br \/>\n17.09.2008<\/p>\n<p><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neos-music.com\/images\/news\/10811_Kieler_Nachrichten_080917.jpg?ssl=1\" \/><\/p>\n<p><a title=\"ZIP-Archiv document, 1,5 MB\" href=\"https:\/\/neos-music.com\/downloads\/album-infos\/NEOS_10811_Eckert.zip\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infopaket f\u00fcr Presse und Vertriebe\u00a0\u00bb<\/a><br \/>\n(ZIP-Archiv, 1,5 MB)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infotext: RAUMGREIFEND UND SCHWERELOS So filigran und \u00e4sthetisch ausgewogen Eckerts Partituren dem Betrachter entgegenkommen, so entschieden, ja geradezu pedantisch verlangen sie den Interpreten ein \u00e4u\u00dferst differenziertes Klangspektrum ab und dynamische Abstufungen, die an die Grenzen des Machbaren gehen, die R\u00e4nder der Wahrnehmung und des technischen Verm\u00f6gens markieren, jedoch verbindlich sind, extrem verbindlich sogar. 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