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David Philip Hefti: Die Schneekönigin

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Artikelnummer: NEOS 12028 Kategorien: ,
Veröffentlicht am: November 13, 2020

Infotext:

DIE SCHNEEKÖNIGIN
Eine musikalische Erzählung für Sopran, zwei Sprecher und Orchester

»Die Kälte der Schneekönigin tönt vielgestaltig. Ihr Klang erscheint so klar und transparent wie gefrorene Kristalle. Frostig und kühl wirken auch die seriellen Techniken, die stets das Erscheinen der Eisigen begleiten – akademische Rechenspiele, die zu leblosen Formeln erstarren. Im scharfen Gegensatz dazu vereinen sich Mikrointervalle und Obertöne zu schillernden Naturharmonien, die eine ungekünstelte, echte Wärme heraufbeschwören. Dies sind die Kontraste, die in der neuen Familienoper ›Die Schneekönigin‹ von David Philip Hefti die zentrale Rolle spielen.«
Neue Zürcher Zeitung

David Philip Hefti komponierte sein zweites Musiktheater, Die Schneekönigin, 2018 im Auftrag der Tonhalle-Gesellschaft Zürich zu deren 150-jährigem Bestehen. Das Libretto schrieb Andreas Schäfer nach Motiven von Hans Christian Andersen. Als groß besetztes Werk dauert die musikalische Erzählung für Sopran, zwei Sprecher und Orchester rund 75 Minuten und richtet sich an Kinder (ab acht Jahren), Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Die halbszenische Uraufführung fand am 11. November 2018 in der Tonhalle Maag in Zürich mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und den Solisten Mojca Erdmann (Die Schneekönigin / die Alte / der Junge Mann / das Räuberweib), Delia Mayer (Erzählerin / Gerda) sowie Max Simonischek (Kay / eine Krähe) unter der Leitung des Komponisten statt. Die szenische Einrichtung übernahm Eva Buchmann, die Ausstattung Ruth Schölzel.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Kinder Gerda und Kay, deren Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird. Eines kalten Wintertages bekommt Kay einen Splitter ins Auge und beginnt daraufhin, sich von Gerda zu distanzieren. Grund dafür ist die Schneekönigin, die Kay zuerst in ihren Bann zieht und anschließend in ihren Eispalast lockt. Gerda vermisst Kay schrecklich, also macht sie sich auf die Suche nach ihm. Auf ihrer Reise begegnen ihr allerhand merkwürdige Figuren. In Gestalt einer alten Frau, eines jungen Mannes und eines Räuberweibs versucht die Schneekönigin immer wieder, Gerda vom Weg abzubringen, während sie selbst mehr und mehr Besitz von Kay ergreift. Für Gerda beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Doch sie ist nicht allein: Eine freundliche, wenn auch rätselhafte Krähe begleitet sie auf Schritt und Tritt und hilft ihr schließlich dabei, Kay zu finden. In letzter Sekunde gelingt es Gerda, Kays Herzenskälte mit ihren Tränen zu erwärmen und die Schneekönigin in die Flucht zu schlagen.

Flirrende Kälte und wohlige Wärme, tiefe Verbundenheit und distanzierte Verschlossenheit – David Philip Heftis Schneekönigin ist voller Kontraste, die einander in einem aufgeladenen Spannungsverhältnis gegenüberstehen. Musikalische Motive entwickeln sich von vermeintlich bedeutungslosen Zwischenspielen zu existenziellen Gefühlsäußerungen. Diese emotionale Zerrissenheit der Figuren zeigt sich sowohl in den unterschiedlichen Charakteren, die den drei Sing- und Sprechstimmen zugeordnet sind, als auch in der besonderen Instrumentierung: Denn zum Orchester auf der Bühne gehören im Raum verteilte Instrumente, wie zum Beispiel eine Glasharfe. Die mit Wasser gefüllten und in Vierteltönen gestimmten Weingläser zeichnen irisierende Klanggemälde. Die Musik wird räumlich-perspektivisch, wenn sie aus unterschiedlichen Ecken des Konzertsaals zu hören ist. Heftis Klangsprache erweitert diesen vielschichtigen, heterogenen Höreindruck. Die Klänge, die er durch das Orchester wandern lässt, changieren zwischen Künstlichkeit und Naturharmonik, Expressivität und Intimität, Kammermusik und Opulenz, Stille und Geräusch. Dabei lotet Hefti die Grenzen der Spieltechniken und Ausdrucksmöglichkeiten immer wieder aufs Neue aus. Ob durch die Kälteakkorde der Schneekönigin, die Wärme der Bassklarinette oder die sogenannten »Sternschnuppen« der Streicher, die als Obertonglissandi durch den Raum fliegen – Heftis Musiktheater möchte, wie auch die Schneekönigin selbst, das Publikum in seinen Bann ziehen.

Deborah Maier

Programm:

Die Schneekönigin

Eine musikalische Erzählung für Sopran, zwei Sprecher und Orchester (2018)

Libretto von Andreas Schäfer
basierend auf Motiven des gleichnamigen Märchens von Hans Christian Andersen

[01] Prolog 02:07
[02] Splitter 01:55
[03] Eispalast der Schneekönigin 06:00
[04] Kays Wohnung 04:21
[05] Vor Kays Haus 08:43
[06] In der kleinen Stadt 02:35
[07] Im Eispalast der Schneekönigin 06:53
[08] Auf dem Fluss und in einem seltsamen Haus 09:34
[09] Im Eispalast der Schneekönigin (Monolog) 03:44
[10] Unterwegs 07:13
[11] Im Eispalast der Schneekönigin 06:09
[12] Auf dem Weg 07:52
[13] Palast der Schneekönigin 11:05

Gesamtdauer: 78:19

Mojca Erdmann, Sopran (Die Schneekönigin / die Alte / der Junge Mann / das Räuberweib)
Delia Mayer, Sprecherin (Erzählerin / Gerda)
Max Simonischek, Sprecher (Kay / eine Krähe)

Tonhalle-Orchester Zürich
David Philip Hefti,
 Dirigent

Ersteinspielung
Live Aufnahme der halbszenischen Uraufführung

 

Sehen Sie sich den Trailer auf YouTube an

Pressestimmen:

#2_2021

[…] Alles was hier gesungen wird, kommt von der Sopranistin Mojca Erdmann, die als Schneekönigin alle antagonistischen Charaktere mitgestaltet. Ihr eisklarer Sopran wirbelt in höchste Höhen und durch sprunghafte Intervalle, so unbeschwert wie eine tanzende Schneeflocke.
Die Handlung liegt in den Händen der Schauspieler:innen Delia Mayer (Erzählerin/Gerda) und Max Simonischek (Kay/Krähe), die uns wohlartikuliert von Gerda erzählen, die ihren Freund Kay sucht, der von der Schneekönigin geraubt ist. Hier sie vor allem Mayer mit ihrer sanften Märchenstimme hervorgehoben, die das Zuhören zum Genuss macht […]

Maike Graf

05/2021

[…] Die suggestive Musik von David Philip Hefti entführt den Zuhörer in ein harmonisch vielschichtiges Land. Tiefe Verbundenheit und kühle Distanziertheit stehen bei dieser facettenreichen Partitur dicht beieinander. Musikalische Motive entsprechen dabei klaren Gefühlsäußerungen, wobei die Sänger sehr ausdrucksstark agieren. Dies gilt vor allem für die hervorragende Sopranistin Mojca Erdmann, die ihrer höchst anspruchsvollen Partie mit stählernen Kantilenen und glutvollem Timbre gerecht wird. Vor allem die enormen Tonsprünge bleiben hier im Gedächtnis. Sie spielt nicht nur die Schneekönigin, sondern auch die Alte, den jungen Mann und das Räuberweib. Als Erzählerin und Gerda fungiert Delia Mayer ausdrucksstark und vielgestaltig. Als weiterer Erzähler bietet Max Simonischek eine prägnante Leistung. […]

[…] Insgesamt besticht diese Aufnahme durch ihren erstaunlichen klanglichen Abwechslungsreichtum, der sich auf das gesamte Team überträgt. Das Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von David Philip Hefti bietet eine überzeugende Leistung.

Alexander Walther

www.dasorchester.de


23.02.2021

Eisige, unheimliche Stimmungen 

David Philip Hefti hat eine «Schneekönigin» mit flirrender Vierteltönigkeit und seriellen Techniken geschaffen, die Erwachsene und Kinder ansprechen soll.

[…] Der Autor Andreas Schäfer hat das Libretto eingerichtet, schlicht und gut verständlich, doch das «Abstrakte» von Andersens Vorlage bleibt. Versteht ein Kind, wenn «die Poesie» die Schneekönigin bezwingt? Es ist Heftis Musik, die das Märchen plastisch werden lässt.

[…] Die Sopranistin Mojca Erdmann muss gleich vier verschiedene Figuren verkörpern: neben der Schneekönigin auch deren Erscheinungen als alte Frau, als junger Mann und als Räuberbraut. Erdmann singt diese herausfordernde Partie mit eindrücklichen Farbwechseln, sie meistert die tiefe Lage genauso souverän wie die virtuos in die Höhe getriebene Partie der Schneekönigin. Doch bei aller geforderten Dramatik bleibt sie ihrer lyrischen Stimme treu.

Viel zum Gelingen dieser Produktion tragen auch die beiden Schauspieler Delia Mayer und Max Simonischek bei. Sie erzählen die Geschichte mit viel Empathie, wissen lustvoll zwischen Lebendigkeit und Trostlosigkeit zu wechseln und geben den beiden Kindern sympathisch-authentische Stimmen. […]

Sibylle Ehrismann

www.musikzeitung.ch

Aargauer Zeitung
St.Galler Tagblatt
Berner Zeitung

14.01.2021

[…] Zu hören ist ein packendes Musiktheater mit einem tollen Tonhalle-Orchester, den Schauspielern Delia Mayer und Max Simonischek sowie der Koloratursopranistin Mojca Erdmann. Kinderoper? Sehr wohl, aber die Eltern werden ebenso gebannt zuhören. […]

Christian Berzins


Die internationale Kulturplattform

01.01.2021

Der Komponist David Philip Hefti komponierte sein Musiktheater „Die Schneekönigin“ 2018 im Auftrag der Tonhalle-Gesellschaft Zürich zu deren 150-jährigem Bestehen. Das Libretto schrieb Andreas Schäfer nach Motiven von Hans Christian Andersen. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Kinder Gerda und Kay, deren Freundschaft in Schwierigkeiten gerät. An einem kalten Wintertag bekommt Kay einen Splitter ins Auge und beginnt daraufhin, sich von Gerda zu distanzieren. Grund dafür ist die Schneekönigin, die Kay in ihren Bann zieht und in ihren Eispalast lockt. Gerda macht sich auf die Suche nach ihm. In Gestalt einer alten Frau, eines jungen Mannes und eines Räuberweibs versucht die raffinierte Schneekönigin immer wieder, Gerda von ihrem Weg abzubringen. Sie selbst ergreift Besitz von Kay. Eine freundliche Krähe hilft Gerda schließlich, Kay zu finden und mit ihren Herzenstränen zu erwärmen. Damit wird die Schneekönigin vertrieben. Die suggestive Musik von David Philip Hefti entführt den Zuhörer in ein harmonisch vielschichtiges Land. Tiefe Verbundenheit und kühle Distanziertheit stehen bei dieser facettenreichen Partitur dicht beieinander. Musikalische Motive entsprechen dabei klaren Gefühlsäußerungen, wobei die Sängerinnen und Sänger sehr ausdrucksstark agieren. Dies gilt vor allem für die hervorragende Sopranistin Mojca Erdmann, die ihrer höchst anspruchsvollen Partie mit stählernden Kantilenen und glutvollem Timbre gerecht wird. Vor allem die enormen Tonsprünge bleiben hier im Gedächtnis. Sie spielt nicht nur die Schneekönigin, sondern auch die Alte, den jungen Mann und das Räuberweib. Als Erzählerin und Gerda fungiert Delia Mayer ausdrucksstark und vielgestaltig. Als weiterer Erzähler bietet Max Simonischek eine prägnante Leistung. Bei der musikalischen Ausgestaltung fallen immer wieder chromatische Verästelungen und große, elektrisierende Intervallspannungen auf. Auch eine Glasharfe gehört zum Instrumentarium. Künstlichkeit und Naturharmonik stehen dabei dicht nebeneinander. Auch die Wärme der Bassklarinette und vor allem die „Sternschnuppen“ der Streicher prägen sich tief ein. Sie fliegen sogar als Obertonglissandi durch den Raum. Gleichzeitig vernimmt man wiederholt Staccato-Attacken des Orchesters, die das Geschehen in rasanter Folge begleiten. Zuletzt scheint sich das gesamte Instrumentarium wie ein riesenhafter Falter aufzufächern. Insgesamt besticht diese Aufnahme durch ihren erstaunlichen klanglichen Abwechslungsreichtum, der sich auf das gesamte Team überträgt. Das Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von David Philip Hefti bietet eine überzeugende Leistung. Vielfach wagt der Komponist hier Neuland.
Alexander Walther

onlinemerker.com

Classical CD Reviews
15.12.2020

New classical music releases reviewed in detail by Gavin Dixon

David Philip Hefti (b. 1975) is a prolific Swiss composer who is performed widely in his home country and also has a presence on the German new music scene. This album presents „Die Schneekönigin“ (The Snow Queen), a theatrical concert work for children. The piece was commissioned by the Tonhalle-Gesellschaft Zürich, and premiered in that city in November 2018, the recording taken from the premiere performance.

With audio-only releases of music theatre works, especially of new works, you often get the impression of only hearing half the story. But Hefti weighs the drama heavily in the direction of the music, rather than the staging, so the loss is minimal. The work is scored for a soprano (Erdmann) and two speakers (Mayer and Simonischek). In the premiere performance, which is described as semi-staged, the speakers stand at the front of the stage, and Erdmann at the back, raised about the chamber-sized orchestra. The story, based on Hans Christian Andersen, tells of two children, Gerda and Kay. Gerda must rescue Kay from the enchantment of the Ice Queen, which she does with the help of a crow. Mayer takes the role of Gerda and acts as narrator, Simonischek is Kay and the crow, and Erdmann is the Ice Queen, plus several alter eros that the Ice Queen takes on over the course of the story.

Hefti’s music is modern but child-friendly. Musical evocations of ice and chill underline everything in the score, and Hefti has a keen sense for the orchestral sounds he can employ to create these effects. Icy untuned percussion plays a role, but there only seems to be one percussionist, and the composer does not overly rely on percussion sounds. More ubiquitous are the low woodwind and brass, especially the contrabassoon and bass clarinet, which are regularly employed to create sinister moods and to evoke creaking ice. The music occasionally drifts into tonal harmonic order, but for the most part is freely atonal, though usually consonant.

The German libretto is also child-friendly, which has the added bonus of making it non-native speaker friendly too. The speakers are both admirably clear (and obviously were amplified in the hall to ensure that clarity), and with a basic level of German you can follow the story. And if not, a full libretto is supplied, in German, English, and French, though not side by side sadly.

Mojca Erdmann is best-known as a Mozart specialist, and her voice is characterized by a lightness and clarity of tone. Hefti makes significant demands on her, especially in the upper register, where she regularly hangs for long stretches in quiet, fragile cantilena. The result is a narrow, unsettling tone, an icy vocal characterization ideal for the role, but not always pretty.

The composer conducts with a sure hand. Despite the modernity of the score, there are no serious challenges for the ensemble here, but the players are clearly well rehearsed and fully engaged. Packaging from NEOS is elegant, with enough stills to give a good impression of the semi-staging—the stage is dominated throughout buy a giant ice crown, from which the conductor seems to emerge. All-round, a fairly modest new-music project, but one that succeeds on its own terms.

www.classical-cd-reviews.com


28. November 2020

Märchenhaft eiskalt bis schmeichelnd warm
Dem Märchen Die Schneekönigin des dänischen Dichters Hans Christian Andersen folgt diese musikalische Geschichte auf ein Libretto von Andreas Schäfer. Daniel Philip Hefti hat die Musik komponiert. Die Erstaufführung vom Auftrag gebenden Tonhalle Orchester Zürich liegt nun aufgezeichnet vor.

Die Erzählung handelt von einem kleinen Mädchen, das seinen von der Schneekönigin entführten langjährigen Spielgefährten sucht. Wie viele andere Märchen aus Andersens Feder thematisiert auch dieses das kleine Glück der einfachen Leute in humorvoller und ironischer Weise. Die Suche des Mädchens spielt sich in traumartigen Szenerien ab, in denen sie auf diverse Gestalten trifft, bis sie den Gesuchten mit ihren Tränen erlöst.

Obwohl Hefti mit moderner Tonsprache inklusive mikrotonalen Elementen arbeitet, entfaltet diese Musik eine mehr als ansprechende Klanglandschaft. Das mag auch daran liegen, dass man den gesungenen bzw. gesprochenen Worten lauscht und die Musik eher als Stimmungen beleuchtende und charakterisierende Komponente denn als selbständiges Element wahrnimmt, so dass sie im Verbund mit den Stimmen eine eher verzaubernde als verstörende Wirkung entfaltet. Dazu trägt auch das engagierte und die Köstlichkeiten der Partitur auslotende Spiel des Tonhalle Orchesters aus Zürich unter Leitung des Komponisten bei.

Mojca Erdmann füllt als Sängerin die vier ihr zugeordneten Rollen, insbesondere die der Schneekönigin, mit Intensität und klarer Strukturierung, ohne stimmlich angestrengt zu wirken. Die Sprecher, in jeweils zwei Rollen, Delia Meyer vor allem als Gerda und Max Simonischek als Kay, gelingen Gestaltungen, die die traumhaften und auch etwas surrealen Szenen ausdrucksstark vermitteln. So haben Komponist und Librettist eine wunderbar märchenhafte Grundlage geschaffen, die von den Interpreten ansprechend umgesetzt wird.

Uwe Krusch

www.pizzicato.lu

28. November 2020
Märchenhaft eiskalt bis schmeichelnd warm

Dem Märchen Die Schneekönigin des dänischen Dichters Hans Christian Andersen folgt diese musikalische Geschichte auf ein Libretto von Andreas Schäfer. Daniel Philip Hefti hat die Musik komponiert. Die Erstaufführung vom Auftrag gebenden Tonhalle Orchester Zürich liegt nun aufgezeichnet vor.

Die Erzählung handelt von einem kleinen Mädchen, das seinen von der Schneekönigin entführten langjährigen Spielgefährten sucht. Wie viele andere Märchen aus Andersens Feder thematisiert auch dieses das kleine Glück der einfachen Leute in humorvoller und ironischer Weise. Die Suche des Mädchens spielt sich in traumartigen Szenerien ab, in denen sie auf diverse Gestalten trifft, bis sie den Gesuchten mit ihren Tränen erlöst.

Obwohl Hefti mit moderner Tonsprache inklusive mikrotonalen Elementen arbeitet, entfaltet diese Musik eine mehr als ansprechende Klanglandschaft. Das mag auch daran liegen, dass man den gesungenen bzw. gesprochenen Worten lauscht und die Musik eher als Stimmungen beleuchtende und charakterisierende Komponente denn als selbständiges Element wahrnimmt, so dass sie im Verbund mit den Stimmen eine eher verzaubernde als verstörende Wirkung entfaltet. Dazu trägt auch das engagierte und die Köstlichkeiten der Partitur auslotende Spiel des Tonhalle Orchesters aus Zürich unter Leitung des Komponisten bei.

Mojca Erdmann füllt als Sängerin die vier ihr zugeordneten Rollen, insbesondere die der Schneekönigin, mit Intensität und klarer Strukturierung, ohne stimmlich angestrengt zu wirken. Die Sprecher, in jeweils zwei Rollen, Delia Meyer vor allem als Gerda und Max Simonischek als Kay, gelingen Gestaltungen, die die traumhaften und auch etwas surrealen Szenen ausdrucksstark vermitteln. So haben Komponist und Librettist eine wunderbar märchenhafte Grundlage geschaffen, die von den Interpreten ansprechend umgesetzt wird.

This musical story follows the fairy tale The Snow Queen by the Danish poet Hans Christian Andersen and is based on a libretto by Andreas Schäfer. Daniel Philip Hefti composed the music. The first performance by the commissioning Tonhalle Orchestra Zurich has now been recorded.
The story is about a little girl who is looking for her long-time playmate who was kidnapped by the Snow Queen. Like many of Andersen’s other fairy tales, this one also deals with the small happiness of ordinary people in a humorous and ironic way. The girl’s search takes place in dreamlike scenes in which she meets various characters until she redeems the boy with her tears.
Although Hefti works with modern tonal language including microtonal elements, his music is truly appealing. This may also be due to the fact that one listens above all to the sung or spoken words and that the music is effectively creating background moods, so that in combination with the voices it unfolds a more enchanting than disturbing effect. This is also helped by the committed and delightful performance by the Zurich Tonhalle Orchestra under the direction of the composer.
Mojca Erdmann sings the four roles assigned to her, especially the one of the Snow Queen, with intensity, without appearing vocally strained at all. The narrators, in two roles each, Delia Meyer and Max Simonischek, succeed in creating their parts so that they convey the dreamlike and also somewhat surreal character of the piece in an expressive way. In this way, composer and librettist have created the base of a wonderful fairy-tale, which is then strikingly interpreted by the performers.

Uwe Krusch
www.pizzicato.lu

Auszeichnungen & Erwähnungen:


28. November 2020

Märchenhaft eiskalt bis schmeichelnd warm

Dem Märchen Die Schneekönigin des dänischen Dichters Hans Christian Andersen folgt diese musikalische Geschichte auf ein Libretto von Andreas Schäfer. Daniel Philip Hefti hat die Musik komponiert. Die Erstaufführung vom Auftrag gebenden Tonhalle Orchester Zürich liegt nun aufgezeichnet vor.

Die Erzählung handelt von einem kleinen Mädchen, das seinen von der Schneekönigin entführten langjährigen Spielgefährten sucht. Wie viele andere Märchen aus Andersens Feder thematisiert auch dieses das kleine Glück der einfachen Leute in humorvoller und ironischer Weise. Die Suche des Mädchens spielt sich in traumartigen Szenerien ab, in denen sie auf diverse Gestalten trifft, bis sie den Gesuchten mit ihren Tränen erlöst.

Obwohl Hefti mit moderner Tonsprache inklusive mikrotonalen Elementen arbeitet, entfaltet diese Musik eine mehr als ansprechende Klanglandschaft. Das mag auch daran liegen, dass man den gesungenen bzw. gesprochenen Worten lauscht und die Musik eher als Stimmungen beleuchtende und charakterisierende Komponente denn als selbständiges Element wahrnimmt, so dass sie im Verbund mit den Stimmen eine eher verzaubernde als verstörende Wirkung entfaltet. Dazu trägt auch das engagierte und die Köstlichkeiten der Partitur auslotende Spiel des Tonhalle Orchesters aus Zürich unter Leitung des Komponisten bei.

Mojca Erdmann füllt als Sängerin die vier ihr zugeordneten Rollen, insbesondere die der Schneekönigin, mit Intensität und klarer Strukturierung, ohne stimmlich angestrengt zu wirken. Die Sprecher, in jeweils zwei Rollen, Delia Meyer vor allem als Gerda und Max Simonischek als Kay, gelingen Gestaltungen, die die traumhaften und auch etwas surrealen Szenen ausdrucksstark vermitteln. So haben Komponist und Librettist eine wunderbar märchenhafte Grundlage geschaffen, die von den Interpreten ansprechend umgesetzt wird.

 

This musical story follows the fairy tale The Snow Queen by the Danish poet Hans Christian Andersen and is based on a libretto by Andreas Schäfer. Daniel Philip Hefti composed the music. The first performance by the commissioning Tonhalle Orchestra Zurich has now been recorded.

The story is about a little girl who is looking for her long-time playmate who was kidnapped by the Snow Queen. Like many of Andersen’s other fairy tales, this one also deals with the small happiness of ordinary people in a humorous and ironic way. The girl’s search takes place in dreamlike scenes in which she meets various characters until she redeems the boy with her tears.

Although Hefti works with modern tonal language including microtonal elements, his music is truly appealing. This may also be due to the fact that one listens above all to the sung or spoken words and that the music is effectively creating background moods, so that in combination with the voices it unfolds a more enchanting than disturbing effect. This is also helped by the committed and delightful performance by the Zurich Tonhalle Orchestra under the direction of the composer.

Mojca Erdmann sings the four roles assigned to her, especially the one of the Snow Queen, with intensity, without appearing vocally strained at all. The narrators, in two roles each, Delia Meyer and Max Simonischek, succeed in creating their parts so that they convey the dreamlike and also somewhat surreal character of the piece in an expressive way. In this way, composer and librettist have created the base of a wonderful fairy-tale, which is then strikingly interpreted by the performers.

 

Uwe Krusch

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