Programm:
Georges Aperghis (*1945)
[01] Concerto pour accordéon (2014/2015) für Akkordeon 27:59
Uraufführung
Six Études (2012-2014) für großes Orchester31:46
[02] Étude I 03:03
[03] Étude II 02:17
[04] Étude III 08:41
[05] Étude IV 05:54
[06] Étude V 10:05
[07] Étude VI 01:46
Gesamtspielzeit: 60:52
Teodoro Anzellotti, Akkordeon
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Emilio Pomàrico, Dirigent
Live recordings
Pressestimmen:
#1_2018
(…) Dass Aperghis (auch) ein Mann des Musiktheaters ist, der mit kleinsten mitteln große Wirkungen erzielen kann, ist in diesem Concerto eindringlich spürbar. Er nutzt den großen Apparat, er beherrscht ihn und bringt ihn fulminant zur Geltung, ohne ins Breitwandformat abzugleiten und sich verführen zu lassen, die Mittel über den Zweck zu stellen. Der Solist ist Theodoro Anzellotti, der wie kein anderer als Akkordeonist der Neuen Musik gilt und wesentlich dazu beitrug und -trägt, dass sein Instrument im Kontext des Zeitgenössischen nicht mehr wegzudenken ist.
Sein Begleiter und Partner auf Augenhöhe ist das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Emilio Pomàrico – und beide loten, wie Aperghis es formuliert, die Frage aus, wie das Orchester Akkordeon werden kann und umgekehrt. (…)
Egbert Hiller
12/2017
(…) Georges Aperghis ist einer der profiliertesten Schreiber Neuer Musik. Seine Werke zeichnen sich durch enorme Klangsinnlichkeit aus, ohne jemals in den Verdacht zu kommen, sentimental oder postromantisch zu wirken. Im Akkordeonkonzert bekommt Anzellotti zusätzliche Schützenhilfe von der Orgel; das tönt verwandtschaftlich, immerhin ziehen beide Instrumente ihre Töne aus dem Luftstrom. Und immer tritt das Orchester farblich als Gegenpart an: Mit scharfkantigen Blechbläsern oder perkussiven Einsätzen. Auch die “Six études” für großes Orchester leben von ungewöhnlichen Klangallianzen, auch mit der Orgel. Dass es überhaupt möglich ist, einen solch traditionellen Apparat wie ein Sinfonieorchester aus den Fußfallen der eigenen Klanglichkeit herauszuführen, ist schon Verdienst genug!
Tilman Urbach